Fußball-Kreisliga C

SG Laasphe/Niederlaasphe II: „Es ist wieder Land in Sicht“

Nach der Hinrunde gibt es für Alexander Eicks aus dem Trainerteam der SG Laasphe/Niederlaasphe viel zu grübeln. Hoffnung besteht aber.

Nach der Hinrunde gibt es für Alexander Eicks aus dem Trainerteam der SG Laasphe/Niederlaasphe viel zu grübeln. Hoffnung besteht aber.

Foto: Peter Kehrle

Bad Laasphe/Niederlaasphe.  Die SG Laasphe/Niederlaasphe II wittert nach dem ersten Sieg Morgenluft im Abstiegskampf. Wie der Club den Liga-Erhalt noch packen will.

Acht Siege in Serie, begeisternder Offensivfußball, viele Tore und zufriedene Zuschauer – es war ein toller Herbst für die Fußballer der SG Laasphe/Niederlaasphe. Doch während die „Erste“ sich noch Hoffnungen auf den Aufstieg zur Kreisliga A machen kann, lief es für die „Zweite“, die im Sommer aus der Kreisliga D aufgestiegen ist, genau anders herum.

Nach 15 Partien stand bei 17:81 Toren genau ein Punkt zu Buche. Am Ende einer an Tiefpunkten zahlreichen Hinrunde, zu der drei zweistellige Niederlagen zählten, folgte im letzten Hinrundenspiel der ultimative Tiefpunkt – der Nichtantritt bei Germania Salchendorf III.

Die Rückrunde soll nun die Wende bringen. Dies klingt etwas weniger vermessen seit dem vergangenen Sonntag, als die SG Laasphe/Niederlaasphe II mit einem 3:2 beim TuS Johannland (Hinspiel: 0:8) den ersten Sieg holte. Entsprechend groß war die Freude.

„Ganz so euphorisch wie nach dem Aufstieg im Sommer war die Stimmung danach zwar nicht, aber es ist jetzt wieder Land in Sicht“, sagt der 45-jährige Routinier Torsten Reichpietsch angesichts von „nur noch“ fünf Punkten Rückstand zum TuS Dotzlar auf dem ersten Nichtabstiegsplatz: „Wir werden definitiv nicht aufgeben.“

Abgänge wiegen immer noch schwer

Profitiert habe die Mannschaft von einer Jetzt-erst-Recht-Mentalität, die sich angesichts der Zwischenbilanz und einer erneut äußerst dünnen Spielerdecke entfacht habe. Reichpietsch: „Wir sind mit dem letzten Aufgebot hingefahren, aber dann war es eine kompakte Teamleistung. Der Zusammenhalt ist top, von vorne bis hinten haben alle gefightet.“ Nun gelte es, dranzubleiben. Der große Vorteil der Kicker vom Lahnufer: Sportlich steigt in dieser Saison nur eine Mannschaft aus der Kreisliga C ab. Die „Orangenen“ müssen also nur ein Team hinter sich lassen.

Dass es gegen den Abstieg geht, kam übrigens nicht überraschend. Das junge Trainergespann Marvin Duchardt (26) und Alexander Eicks (31) trat bei der Nachfolge von Benjamin Markus nicht nur in – für C-Liga-Verhältnisse – große Fußstapfen, sondern startete auch unter ungünstigen Voraussetzungen. Erst kurz vor dem Trainingsstart verpflichtet, gab es kaum Spielraum, am arg gerupften Kader noch was zu drehen.

Die Verluste im Sommer wogen schwer: Mit Maik Becker (hat aufgehört) und Sebastian Schneider (jetzt erste Mannschaft) brachen die wichtigsten Offensivkräfte weg, dazu mit Kapitän Julian Göbel eine zentrale Figur im Mittelfeld. Auch Arne Kohlberger hat aufgehört, Defensivspieler Lukas Bennhold ist verletzungsbedingt erst seit November wieder dabei. Die Liste ließe sich fortsetzen – und dann lief auch noch die Vorbereitung ziemlich bescheiden.

Kein Aufstieg durch Zauberfußball

Underdog wäre Laasphe/Niederlaasphe II so oder so gewesen. Den Aufstieg hatte die Mannschaft im Sommer zwar souverän eingetütet, dabei aber mehr mit solider, kontinuierlicher Arbeit als mit spielerischem Glanz gepunktet.

„Wer aus der D-Liga hochgeht, hat es immer schwer. Wir wussten schon vorher, dass es hart wird“, verweist Philipp Höse, Vorsitzender des SG-Stammvereins FV Niederlaasphe, auf die vorherigen D-Liga-Meister Sportfreunde Edertal II und TuS Dotzlar: „Der Leistungsunterschied zwischen den Klassen ist spürbar, es wird in der C-Liga ein ganz anderer Fußball gespielt.“

Um den Klassenerhalt zu schaffen, will die SG alle Register ziehen. „Egal“ sei die zweite Mannschaft mitnichten. „Es geht uns immer um alle Aktiven. Über die zweite Mannschaft sprechen wir bei den Vorstandstreffen manchmal mehr als über die Erste“, sagt Höse.

Stark umbauen wolle man den Kader zwar nicht, wohl aber versuchen, „alte Hasen“ zu reaktivieren oder – wenn es die Situation zulässt – verstärkt Spieler aus der „Ersten“ nach unten abzugeben. Eine Erfolgsgarantie beinhaltet aber auch dies nicht, wie das Auswärtsspiel in Deuz im November zeigte.

A-Jugendliche ab April eine Option

In sieben der zwölf verbleibenden Spiele, nämlich ab April, besteht die Option, das Team durch Spieler aus der A-Jugend zu verstärken. „Bei uns kommen im Sommer gleich acht Spieler aus der A-Jugend raus“, verrät Marcel Zyber, der Vorsitzende des FC Laasphe: „Da wäre es für die Entwicklung besser, wenn wir mit der Zweiten in der Kreisliga C bleiben. Das wäre schon schön.“

Weitere Informationen

Der SG Laasphe/Niederlaasphe II nicht mehr zur Verfügung steht Harald König, der sich abgemeldet hat. Eine neue Baustelle tut sich auf der Torwartposition auf, denn Pascal Behle verlässt den Verein im Winter. Er schließt sich, so heißt es aus Kreisen der SG, einem Verein in Hessen an. Für ihn wird vorerst Tobias Eicks zwischen die Pfosten rücken. Zur Not stünde auch Marcel Zyber noch mal für einen Einsatz Gewehr bei Fuß.

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