Badminton

Quo vadis, Badminton in Wittgenstein?

Badminton beim TV Laasphe

Badminton beim TV Laasphe

Foto: Verein

Bad Laasphe.  Hobbysport statt Ligabetrieb: Der TV Laasphe bietet als einer von wenigen Vereine in der Region Badminton an

Fußball, Turnen, Tennis: So sieht das Podest der mitgliedsstärksten Sportverbände Deutschlands aus. Es dauert bis Platz 18, ehe Badminton zu finden ist. Einerseits Nischensportart, andererseits seit den Fünfzigern fester Bestandteil deutscher Sportkultur. In Bad Laasphe spielt eine Hobby-Gruppe Badminton aus Spaß an der Sache statt an Wettkämpfen – zumindest bis jetzt.

Es war Anfang der 2000er Jahre, als ein kleiner Trupp Sportbegeisterter mit seinen Badminton-Schlägern an die Tür des TV Laasphe klopfte. Eine Jahreshauptversammlung später gehörte die Sportart mit dem Federball offiziell zum Verein. „Es waren damals relativ schnell zehn bis 15 Leute. Die Interessenlage war da, das war schon spannend zu sehen“, erinnert sich der Vorsitzende Stephan Hochdörffer.

Eingeknickt ist die Sparte Badminton seitdem nicht, heute zählt sie circa dreißig Sportler, etwa die Hälfte spielt regelmäßig: „Bei uns trifft sich eine sehr heterogene Truppe. Es sind sowohl Männer als auch Frauen dabei, auch vom Alter her ist alles abgedeckt. Der Jüngste ist zehn Jahre alt, der Älteste ist Mitte 60“, beschreibt Übungsleiter André Kretzer das Badminton-Team.

Teamgeist als Schlüssel

Umso wichtiger ist dem 28-Jährigen daher das ständige Variieren der Mannschaften während der Einheiten. Das verfolgt vor allem den Zweck, dass Anfänger gemeinsam mit Erfahreneren auf dem Parkett stehen und sich so weiterentwickeln können. „Es wird komplett durchgemischt. Man merkt dadurch besonders bei den Jüngeren, dass die Spielstärke stetig steigt.“

Auch Aufschläge oder bestimmte Laufwege sind Teil des Trainings. „Wie hat man sich im Feld zu bewegen? Wo hat man zu stehen? Solche Dinge werden hin und wieder eingestreut“, erklärt Kretzer die Abläufe neben den gängigen Spielformen.

Besonders der Teamgedanke begeistert Kretzer am Badminton-Sport: „Wir spielen meist im Doppel. Und da man nur zu zweit ist, um das Feld abzudecken, kommt es natürlich auch auf Vertrauen an.“ Andererseits ist es die Schnelligkeit des Spiels, die Kretzer immer wieder beeindruckt: „Es braucht die Fähigkeit, in Bruchteilen einer Sekunde Entscheidungen zu treffen. Wie mache ich meinen nächsten Zug? Nie ist eine Situation wie die andere. Es ist ein bisschen wie beim Schach.“ So soll neben Spaß auch Können vermittelt werden – trotz oder gerade weil kein wettkampfbasierter Leistungsdruck herrscht. Ein Mix aus Intensität und Cleverness, eine Frequenz zwischen Tischtennis und Tennis: Badminton fordert das Mentale ebenso wie das Physische.

Eine Ebene höher

Bis auf wenige Ausnahmen, wie das Hobby-Turnier um den „Flecker Kürbis Cup“ in Freudenberg, stehen sich die Akteure bislang ausschließlich selbst gegenüber, am Ligabetrieb wird nicht teilgenommen. Grundsätzlich spräche laut Kretzer nichts dagegen, aber: „Was uns fehlt, ist jemand mit einem Trainerschein. Jemand, der nicht nur das geballte Fachwissen hat, sondern eben auch diesen Coach-Charakter mitbringt. Gerade bei den erfahreneren Spielern ist der Wunsch schon da, mal eine Ebene höher zu gehen.“

Ausreichend Personal wäre für den Schritt in Richtung Wettkampf definitiv vorhanden. Auch aus Sicht des Vorstandes würde dieser Weg kein Problem darstellen, meint Stephan Hochdörffer: „So etwas muss aber eben aus den jeweiligen Gruppen selbst kommen. In erster Linie müssen sie selber wissen, was sie wollen und ob sie dahinterstehen.“

Anspruch und Wirklichkeit

Bis auf Erndtebrück und Bad Laasphe findet Badminton in Wittgenstein kaum statt. Ob weiterhin lockerer Hobbysport statt ambitionierter Ligabetrieb, bleibt für die Verantwortlichen daher eine Frage zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

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