Boxlegende gestorben

Peter Hussing gestorben – Bronze-Medaille bei Olympia in München

Peter Hussiing im Jahre 1976.

Peter Hussiing im Jahre 1976.

Foto: imago sportfotodienst

Brachbach.  Peter Hussing ist gestorben, er wurde 64 Jahre. Der „Bär von Brachbach“, wie er liebevoll wegen seiner hünenhaften Erscheinung genannt wurde, erlag am Samstag einer bösartigen Erkrankung, die ihm seit fast zwei Jahren arg zu schaffen gemacht hatte.

Nach seiner großen, im deutschen Amateursport bislang einmaligen Karriere engagierte er sich über viele Jahre mit der Aktion „Tour der Hoffnung“ für krebskranke Kinder, wozu auch aus dem Kreis der heimischen Sportgrößen der gebürtige Eckmannshausener Radfahrer Klaus-Peter Thaler zählte; außerdem war Peter Hussing seit 2008 Bürgermeister seines Geburtsortes Brachbach.

Die Nachricht von seinem doch letztlich plötzlichen Tod löste große Trauer aus, fast weltweit, denn weltweit war der dreifache Olympiateilnehmer Peter Hussing als ein großer Boxer, ein Idol und als ein fairer Sportler ein Begriff geworden. 1972 boxte er bei den Sommerspielen in München, errang dort die Bronzemedaille.

20 Jahre im Boxring aktiv

Außerdem boxte er bei den Weltspielen 1976 in Montreal und 1984 in Los Angeles. Eine viermalige Olympia-Teilnahme blieb ihm versagt, da die Spiele 1980 in Moskau vom Westen boykottiert wurden.

Doch nicht nur Olympia zählte zu den besonderen Erlebnissen in seiner 20-jährigen Zeit als Amateurboxer der Extraklasse. Auch Welt- und Europameisterschaften zählten dazu, 1979 in Köln mit einem EM-Titel gekrönt.

Und dann die vielen nationalen Titel nicht zu vergessen – 16 mal Deutscher Meister, insgesamt 21 mit den Mannschaftstiteln, denn Peter Hussing boxte nach seiner Zeit beim 1. ABC Siegerland unter dessen Trainer Harold Flender später (ab 1971) für Ringfrei Mülheim und (von 1979 bis 1982) für Bayer 04 Leverkusen, ehe er --mit seinem letzten Kampf in der Rheingoldhalle in Mainz - seine beispielhafte Zeit als Boxer ausklingen ließ.

Zu seinen größten Gegnern zählten 1972 in München der Kubaner Teófilo Stevenson, der drei Mal Olympiasieger wurde, und 1976 in Los Angeles der spätere Profi-Weltmeister Johnny Tate (USA).

2008 Bundesverdienstkreuz

Peter Hussing, ein bekennender Christ und stets liebevoll von seiner Ehefrau Christel begleitet, wurden zahlreiche Ehrungen zuteil. So erhielt die Box-Legende aus Brachbach, der als „Schmeling der Amateure“ einen weiteren klangvollen Beinamen hatte, 2008 in Mainz das Bundesverdienstkreuz.

Beruflich war der studierte Architekt im elterlichen Bauunternehmen und im Baugewerbe tätig.

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