Nordische Kombination

Mika Wunderlich im Konzert der Großen

Mika Wunderlich  (vorn) läuft auch gegen seine älteren Konkurrenten beim Deutschlandpokal eine der besten Zeiten auf der 7,5 Kilometer langen Strecke.

Mika Wunderlich (vorn) läuft auch gegen seine älteren Konkurrenten beim Deutschlandpokal eine der besten Zeiten auf der 7,5 Kilometer langen Strecke.

Foto: Schäfer

Ruhpolding/Berchtesgaden.  Athleten des SC Rückershausen zeigen im Landesvergleich ansprechende Leistungen in der Nordischen Kombination.

“Nur fleißige Bienen machen guten Honig“, so sagt es zumindest der Volksmund. Und diese Binsenweisheit lässt sich derzeit auch wunderbar auf die Nordischen Kombinierer des SC Rückershausen ummünzen.

Denn am vergangenen Wochenende waren Mika Wunderlich, Lukas Wied und Emily Schneider zum wiederholten Male auf den Schanzen und Laufstrecken Deutschlands unterwegs um sich mit den Besten ihres Alters zu messen. Fleißig sind die Überflieger des SC Rückershausen also allemal.

Diesmal stand der Deutschlandpokal der Nordischen Kombination in Ruhpolding und Berchtesgaden auf dem Programm. Während die SCR-Jungs sowohl auf der Kälbersteinschanze in Berchtesgaden, als auch auf der Laufstrecke in Ruhpolding ihr Können unter Beweis stellen mussten, war für Emily Schneider einzig der Sprungwettbewerb relevant. Für alle Drei hingegen war es die erste Teilnahme an einem solchen Pokal-Cup.

Unverhoffte Teilnahme

Besonders für Mika Wunderlich war es ein unverhofftes Ereignis, denn eigentlich tritt der 14-Jährige noch im DSV-Schülercup an. Gegen die „Großen“ durfte er in diesem Jahr konkurrieren, weil er sich als einer von fünf Athleten des Jahrgangs 2005 durch Bestleistungen im vergangenen Jahr für höhere Aufgaben empfohlen hat.
Und Wunderlich sollte das in ihn gesteckte Vertrauen zurückzuzahlen. Am ersten Tag auf der Schanze segelte der Jungspund auf 75 Meter, was ihm den neunten Platz einbrachte. Vereinskollege Lukas Wied kam nicht über die 70-Meter-Marke hinaus und landete bei 68,5 Metern. Zum Spitzenreiter Nick Schönfeld fehlten jedoch rund 20 Meter.

Mit einem Rückstand von drei Minuten gingen die Wittgensteiner auf die Rennstrecke und konnten beide ihre tolle Laufform aus den vorherigen Wettkämpfen bestätigen. Bei dem 7,5 Kilometer langen Verfolgungsrennen holten beide SCR-Läufer nochmal auf und sicherten sich schließlich den sechsten (Wunderlich) und achten (Wied) Gesamtrang. Mit einer Laufzeit von 22:29,0 Minuten war Lukas Wied sogar Viertschnellster auf der Strecke.

„Dafür, dass Lukas eigentlich noch im DSV-Schülercup unterwegs wäre, hat er sich gut verkauft“, hatte SCR-Pressewart Holger Parzinski ein Extralob für den 14-Jährigen Wunderlich übrig.

Wied mit zweitbester Laufleistung

Am zweiten Wettkampftag rückte das Feld auf der Schanze dann nochmals deutlich enger zusammen, da auch die Bedingungen für alle Starter überwiegend gleich blieben. Mika Wunderlich schwang sich zu einer Weite von 77 Metern auf, Lukas Wied durchbrach auf der K-90-Schanze immerhin die 70-Meter-Marke. Mit einem Rückstand von 2:15 Minuten, respektive 3:08 Minuten mussten beide Rückershäuser die Verfolgung aufnehmen. In der Chiemgau-Arena in Ruhpolding zeigte erneut der 16-jährige Wied eine herausragende Laufform und brannte mit einer Zeit von 13:37,5 Minuten (5-Kilometer-Sprint) die zweitschnellste Laufleistung in den Asphalt, was am Ende für den achten Gesamtrang reichte. Für Vereinskollegen Wunderlich stand am Ende Rang sieben zu Buche. „Beide haben sich gut verkauft“, erklärte Parzinski im Nachgang.

Schneider steigert sich

Und auch Emily Schneider, die nach ihrem Sturz vor vier Wochen noch auf der Suche nach ihrer eigentlichen Wettkampfform ist, machte beim Deutschlandpokal einen wichtigen Schritt nach vorne. Die Rückershäuserin scheint sich auf der Schanze langsam aber sicher wieder wohler zu fühlen und sprang am ersten Pokaltag im ersten Durchgang auf 77 Meter. Auch wenn im zweite Durchgang zwei Meter auf die eigene und 12 auf die Spitzenleistung fehlten, konnte die 16-Jährige mit ihrem sechsten Gesamtplatz doch sehr zufrieden sein. So auch am zweiten Wettkampftag auf der Kälbersteinschanze in Berchtesgaden. 72 und 78 Meter standen am Schluss in der Ergebnisliste für Schneider und das obwohl sie deutlich schlechtere Bedingungen als am Vortag hatte. Dementsprechend reichte es in der Jungend 17 Damenklasse für den dritten Rang in der Gesamtwertung. Auf die Strecke, die eigentliche Paradedisziplin von Schneider, ging es, wie erwähnt, nicht.

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