Fußball im Siegerland

Kooperation Siegen/Kaan-Marienborn: Das sagen andere

1. FC Siegen Kaan-Marienborn – ist das die Zukunft? Könnte sein, denn der Vorstoß der Siegener Unternehmer Manfred Utsch und Christoph Thoma, die Fußballkräfte im Siegerland zu bündeln, findet prinzipiell Gefallen – auch bei Funktionären anderer Vereine.

1. FC Siegen Kaan-Marienborn – ist das die Zukunft? Könnte sein, denn der Vorstoß der Siegener Unternehmer Manfred Utsch und Christoph Thoma, die Fußballkräfte im Siegerland zu bündeln, findet prinzipiell Gefallen – auch bei Funktionären anderer Vereine.

Foto: Rene Traut/Sascha Kertzscher

Die angestoßene Kooperation zwischen den Sportfreunden Siegen und dem 1. FC Kaan-Marienborn ist auch auf anderen Sport-Ebenen ein Gesprächsthema.

Siegen. Die von den Mäzenen Manfred Utsch und Christoph Thoma öffentlich angestoßene Idee einer möglichen Kooperation zwischen den Fußball-Größen Sportfreunde Siegen und 1. FC Kaan-Marienborn, um den Fußball in Siegen wieder zu neuem Glanz zu verhelfen, stößt auch bei Funktionären aus anderen Vereinen und anderen Sportarten auf großes Interesse. Wir haben uns umgehört, wobei die Umfrage natürlich keinen repräsentativen Charakter hat.

Rainer Jung, Sportdirektor Triathlon beim TV Germania Buschhütten, Organisator des Triathlon Buschhütten, Sportmanager, Ex-Verbandsfunktionär, 20 Jahre Erfahrung als Fußballtrainer u.a. beim SV Langenau und SV Setzen: „Um es klar zu sagen: Eine Fusion ist alternativlos, soll es in Zukunft wieder hochklassigen Fußball im Siegerland geben. Der Vorstoß von Utsch und Thoma hat mich erstaunt. Ich fand die Art der Veröffentlichung allerdings grenzwertig. Der Fußball ist hier nach wie vor die Nummer eins, das Einzugsgebiet rund 100 Kilometer groß. Es gibt also einen erheblichen Markt dafür. Klar ist aber auch, dass es ohne die Fans nicht gehen wird. Fußball ist ein Emotionssport. Die Sache wird scheitern, wenn diese Leute nicht mit ins Boot genommen werden. Und: Es bedarf einer klaren, langfristigen Ausrichtung mit einem vernünftigen Unterbau, einer sportlichen Leitung und einem Bei- oder Aufsichtsrat – egal, ob mit guten alten oder neuen Köpfen. Tradition ist wichtig, aber sie hat die Sportfreunde Siegen nicht vor zwei Insolvenzen geschützt.“

Reimund Spies, Präsident der 1973 gegründeten Siegerländer Kunstturn-Vereinigung, die die besten Turner aus dem Siegerland bei sich vereint und in der 1. Bundesliga turnt: „Ohne das Gebilde SKV, das weitsichtige Leute vor fast 50 Jahren gegründet haben, würde es hier kein Bundesliga-Turnen und wohl auch keine so vorbildliche Sportstätte wie das Leistungszentrum in Dreis-Tiefenbach geben. Ich finde die Fußball-Idee in Siegen sinnhaft, aber es müssen sich darin die Emotionen wiederfinden. Es müssen alle mitgenommen werden. Das ist ein hochkomplexer, schwieriger Prozess wie in der Wirtschaft.“

Marco Michel , erster Vorsitzender des FLVW-Kreises Siegen-Wittgenstein: „Als Kreisvorsitzender muss ich mich da raushalten und nehme eine neutrale Rolle ein. Persönlich hätte ich nichts dagegen, dass wir im Siegerland mal wieder höherklassigen Fußball zu sehen bekommen.“

Ottmar Haardt , erster Vorsitzender des Kreissportbundes Siegen-Wittgenstein:„Letztlich ist das eine Sache der beiden Vereine. Ich persönlich finde es gut, dass das jetzt thematisiert worden ist. Alles, was den heimischen Sport stärkt und weiterbringt, ist gut. Allerdings sollte man damit behutsam umgehen, weil es auch persönliche Empfindlichkeiten gibt. Der Kreissportbund wird sich nicht verschließen, sollte er um Vermittlung gebeten werden.“

Dirk Stenger , Geschäftsführer der TuS Ferndorf Handball GmbH, die die Zweitliga-Mannschaft des Vereins umfasst: „Es macht wenig Sinn, dass in einer Stadt zwei Oberligisten spielen, deren Stadion fünf Kilometer entfernt voneinander sind und die die gleiche Zielgruppe haben. Allerdings weiß ich nicht, ob es schlau ist, sich so von den Medien treiben zu lassen. So etwas öffentlich auszutragen, ist kontraproduktiv. Als nächsten Schritt würde ich empfehlen, die Fans bzw. Fanclubs zu einer internen Info-Veranstaltung einzuladen, denn es wird entscheidend sein, ob man die kritischen Fans von dem Vorhaben überzeugen kann. Bei solch einem Prozess ist die Kommunikation doch das höchste Gut.“

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