PASS IN DIE GASSE #186

Kompliziert wie streitbar: Endstation spielfrei

Pass in die Gasse – von Heiko Rothenpieler

Pass in die Gasse – von Heiko Rothenpieler

Foto: Foto: Sascha Kertzscher / WP

Eichen/Krombach und der TuS Alchen haben ihre Teams wegen Spielernot zurückgezogen. Das hat nachhaltige Auswirkungen auf Liga und Wettbewerb.

Abgänge tun vor allem weh, wenn sie nicht zu ersetzen sind. Schafft ein Verein den Drahtseilakt nicht, geht es häufig der Reserve „ans Leder“ (siehe TuS Erndtebrück II). Doch trifft es die erste Garde, geht es für die Betroffenen plötzlich nicht mehr nur um den Erhalt sportlicher Qualität, sondern um existentielle Fragen.

Jüngst zog Eichen/Krombach kurz vor Saisonstart wegen „Ermangelung an Spielern“ seine erste Mannschaft zurück. Ein Verein, der in der letzten Saison lange die B-Kreisliga als Primus dominierte und erst am letzten Spieltag abgefangen wurde. Oder der TuS Alchen, bei dem das personelle Dilemma länger bekannt war und schließlich 15 Abmeldungen im Briefschlitz landeten. Ob vorhersehbar oder nicht: der Platz in der Tabelle wird nicht frei, sondern bleibt offiziell besetzt. Die Folge ist, dass jedes andere Team der jeweiligen Staffel zweimal pro Serie spielfrei hat.

Prinzipiell wäre eine Reform diskutabel, in der es um An- und Abmeldefristen von Mannschaften geht. Wie das im Detail aussehen könnte, ist kompliziert wie streitbar. Ziel aber sollte sein, dass zurückgezogene Teams keine Platzhalter mehr darstellen, standardmäßig in die jeweils oberen Ligen aufgefüllt wird und es so für kein Team mehr „spielfrei“ heißt. Man stelle sich einmal aus aktiver Sicht einen super „Lauf“ kurz vor Saisonende vor und es geht um Abstieg oder Titelrennen. Plötzlich aber steht der spielfreie Tag an, während die Konkurrenz punkten kann. Es wäre nicht weniger, als die Verzerrung des Wettbewerbs.

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