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Golfclub Siegen-Olpe: Mit leicht blauem Auge davon gekommen

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Junge Golfer üben beim GC Siegen-Olpe unter Jugendtrainer Uwe Eschemann.

Junge Golfer üben beim GC Siegen-Olpe unter Jugendtrainer Uwe Eschemann.

Foto: volkher pullmann / Volkher Pullmann

Wenden.  Wenn sich aktuell die Golfplätze der Region verschlossen präsentieren, hat das nichts mit der Jahreszeit zu tun. Golf im Winter ist durchaus üblich.

Grund ist auch hier die Corona Pandemie. Der Lockdown gilt, wie schon in der ersten Welle, auch für den Sport, der praktisch keinerlei Berührungen oder Begegnungen mit sich bringt. Da ist es schon nachvollziehbar, dass Klaus-Peter Schäfer, Schriftführer des Golfclubs Siegen Olpe, nicht glücklich ist über den derzeitigen Zustand. „Die Schließung ist jetzt, genau wie im Frühjahr auch, der Corona-Schutzverordnung geschuldet“, erläuterte Schäfer. Das heißt: Die Golfplätze in Nordrhein-Westfalen, in Bayern, in Sachsen und in Schleswig-Holstein sind geschlossen worden. In allen anderen Bundesländern kann man weiterspielen. Schäfer sieht es kritisch: „Gerecht ist das nicht. Klar: Die Länder, in denen nicht gespielt werden darf, haben hohe Inzidenzzahlen, trotzdem ist die ganze Sache schon etwas schwierig. Ein paar Meter weiter, zum Beispiel in Dillenburg, also in Hessen, könnte man schon wieder spielen. Da kommt schon mal ein bisschen Frust auf.“

Ein paar Kilometer weiter südlich darf man

Das vor allem bei den Mitgliedern, die natürlich sagen: jetzt müssen wir schon zum zweiten Mal aufgrund der Corona-Schutzverordnung zumachen. Zumal im Dezember selbst im Sauerland alles andere als winterliche Verhältnisse geherrscht haben. Man hätte durchaus Golf spielen können. Vor ein paar Wochen sind Einzel-Golfspieler gegen das Spielverbot juristisch vorgegangen. „Klage einreichen können nur Einzelpersonen, die sich zu unrecht behandelt fühlen. Ein Verein könnte das nicht“, informierte Schäfer, „da der Golfverband insgesamt nicht betroffen ist.“

Klagen kann auch ein Golfplatz. „Dann ist es aber immer schwierig, ob es sich um einen eingetragenen Verein handelt oder aber um eine Betreibergesellschaft“, verweist Schäfer auf den Unterschied. Golfclub ist nicht gleich Golfclub. Siegen-Olpe ist ein eingetragener Verein.

Jetzt soll der Lockdown mindestens bis zum 10. Januar reichen. „Ich persönlich gehe davon aus, dass es mit dem 10. Januar nicht getan ist. Dass er da auch noch mal verlängert wird,“ befürchtet Schäfer, „was bei uns noch hinzu kommt: wir haben ja eigentlich schon Winter-Spielbetrieb. Und wenn dann das Wetter anders wird, wenn Frost und Schnee oder Eis kommt, dann haben wir sowieso Pause“. Weihnachts-Golf sei immer eine schöne Sache.

Gastronomie lockt Besucher

Wie hat Ihr Golfclub das Jahr insgesamt überstanden? Schäfer sieht den Verein glimpflich davon gekommen. Auch was die Einnahmeseite angeht. „Das hat sich nachher noch ganz gut ergeben, weil wir das Glück hatten, dass doch noch viele Greenfee-Spieler gekommen sind“, berichtet der Geschäftsführer, „das haben wir nicht erwartet, es war ja eine verkürzte Saison, das haben aber noch viele Greenfee-Spieler genutzt. Vor allem im November.“ Das ist eigentlich im Siegerland und Sauerland die Zeit, in der angesichts der Wetterverhältnisse Schluss ist mit Golf. Aber der November hatte ein Einsehen, das Wetter war gut, daher waren immer noch Greenfee Spieler da. Schäfer: „Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen, ich möchte formulieren, mit einem leicht blauem Auge. Da haben wir Glück gehabt, dass sehr viele den November noch nutzen konnten“.

Was natürlich fehlt, sei die interne Club-Einnahme durch zusätzliche Startgelder, durch interne Turniere, die sind ja alle weggefallen. Aber das Jahr sei trotzdem zu stemmen gewesen. Mit ein Grund: Die Gastronomie konnte Mitte Mai geöffnet werden. „Da hatte man das Gefühl, dass die große Terrasse stark frequentiert war an den schönen Abenden. Auch von vielen Nicht-Golfspielern. Da kamen Gäste auch aus den umliegenden Ortschaften, man kennt sich gegenseitig, von denen man wusste dass sie keinen Golf spielen“.

Das Klubhaus lockt, weil man draußen sitzen kann. Beim Golfclub Siegen-Olpe habe man das festgestellt. So beim Präsidentenpokal. Da hat der Club vorsichtshalber ein Zelt aufgestellt, weil damit gerechnet werden musste, dass das Wetter schlecht wurde. Schäfer: „Wurde es aber nicht. Da konnten wir beobachten, dass die Leute vorwiegend draußen blieben, und nicht reingehen. Und da ist der Abend natürlich recht schnell zu Ende gewesen, weil es draußen kühl wurde. Die Leute wollten nicht rein, das ist uns aufgefallen. Lieber etwas frieren, die Jacke tragen, als nach drinnen gehen“.

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