Handballkreis Lenne-Sieg

Es fehlen 90 Schiedsrichter – Ferndorf droht Punktabzug

Handball-Schiedsrichter, wie hier Fabian Maile (rechts), werden händeringend gesucht. Gerade in den kommenden Jahren hören viele „Vielpfeifer" auf. Aktuell fehlen dem Kreis 90 Unparteiische.

Handball-Schiedsrichter, wie hier Fabian Maile (rechts), werden händeringend gesucht. Gerade in den kommenden Jahren hören viele „Vielpfeifer" auf. Aktuell fehlen dem Kreis 90 Unparteiische.

Foto: Hans Peter Kehrle

Siegerland.  Die Situation im Kreis Lenne-Sieg ist mehr als angespannt. Manchen Vereinen, darunter Aushängeschild, drohen deshalb bald Punktabzüge.

Die freie Zeit für die Verantwortlichen des Handballkreises Lenne-Sieg fällt dieses Jahr besonders kurz aus. Mit dem Portal „Handball4all“ musste ein neuer Ergebnisdienst eingerichtet werden, der noch mit einigen Kinderkrankheiten behaftet ist. Und nun fangen im kommenden August auch bereits wieder die Vorbereitungslehrgänge für die Schiedsrichter im Kreis an. Viel zu tun für die Verantwortlichen im Schiedsrichterwesen des Kreises Lenne-Sieg, André Krause und Roland Janson.

Im Kreis Lenne-Sieg steht das Schiedsrichterwesen vor einer richtungsweisenden Saison. „Die Zahl der fehlenden Schiedsrichter ist alarmierend“, sagt André Krause, Kreis-Schiedsrichterwart. Im gesamten Kreis fehlen 90 (!) Schiedsrichter. „Wir haben durch den Anwärterlehrgang sechs neue Schiedsrichter hinzubekommen, aber für die neue Saison auch sieben verloren. Netto also ein Minus“, so André Krause. Und diese Zahl droht in den nächsten Jahren deutlich anzuwachsen. Altersbedingt hören vor allem einige „Vielpfeifer“ auf, die an den Wochenenden eigentlich immer zur Verfügung stehen. „Das werden schmerzhafte Verluste für uns“, befürchtet Krause.

Darüber hinaus hat der Kreis das Problem, dass talentierte Schiedsrichter schnell aufsteigen und somit nur noch bedingt für die Spiele in der Kreisliga anzusetzen sind. Die neuen Schiedsrichter sind nahezu alle Jugendliche und dürfen somit noch keine Seniorenspiele pfeifen. „Und viele Schiedsrichter spielen selbst noch aktiv Handball oder agieren als Trainer an der Seitenlinie. Dies hat Vorrang und muss bei der Ansetzung ebenfalls berücksichtigt werden. Das führt dazu, dass es an einigen Wochenenden sehr eng werden kann“, glaubt André Krause.

Zweite Mannschaft wäre betroffen

Seit der abgelaufenen Saison wird zur Berechnung des Schiedsrichtersolls ein neues Verfahren herangezogen. Als „voller“ Schiedsrichter gilt demnach nur noch, wer in der Saison mindestens 14 Spiele pfeift. Zwischen sieben und 13 Partien zählt man als „halber“ und zwischen vier und sechs geleiteten Spielen noch als „viertel“ Schiedsrichter. Pro fehlendem Schiedsrichter zahlt ein Verein eine Strafe von 200 Euro. Ab der Saison 2020/2021 drohen einigen Vereinen zusätzlich Punktabzüge, wenn das Schiedsrichtersoll drei Jahre deutlich unterschreiten. Prominentes Beispiel im negativen Sinn wäre der TuS Ferndorf, der bei aktueller Lage mit Punktabzügen für die Oberliga-Mannschaft rechnen müsste. Die Zweitliga-Mannschaft wäre nicht betroffen. „Ob das ein geeignetes Mittel, da bin ich mir nicht so sicher“, so Krause.

Der Schalksmühle hält es für sinnvoller, die wichtige Arbeit der Schiedsrichter in den Vordergrund zu stellen: „Schiedsrichter werden oft als notwendiges Übel angesehen, an dem jeder seinen Frust auslassen kann. Von dieser Denkweise müssen wir schnell wegkommen.“ Dazu rät Krause, die Spiele der Kreisliga A auch mal auf den Sonntag zu legen. „Dann könnten auch die höherklassigen Schiedsrichter.“

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