1. FC Kaan-Marienborn

Doppeltorschütze Burak Gencal und Jens Bauer gehen

Ist das die letzte Ansprache von Thorsten Nehrbauer? Der Trainer des 1. FC Kaan-Marienborn lobt seine Mannschaft nach dem Sieg in Bonn für ihre große Moral – trotz des Abstiegs. Ob Nehrbauer bleibt, ist unklar.

Ist das die letzte Ansprache von Thorsten Nehrbauer? Der Trainer des 1. FC Kaan-Marienborn lobt seine Mannschaft nach dem Sieg in Bonn für ihre große Moral – trotz des Abstiegs. Ob Nehrbauer bleibt, ist unklar.

Foto: sone

Bonn.   Regionalliga-Absteiger beendet die Saison mit einem 3:2-Sieg nach 0:2-Rückstand beim Bonner SC.

Der Marathon für Jochen Trilling begann mit dem Abpfiff. Der Sportliche Leiter des 1. FC Kaan-Marienborn wurde nicht müde, immer wieder diese Worte zu wiederholen: „Ein Punkt …“ Eben jener eine Zähler hat am Ende dem Team aus dem Breitenbachtal zum Verbleib in der Fußball-Regionalliga West gefehlt. Am letzten Spieltag gewann die Mannschaft von Trainer Thorsten Nehrbauer mit 3:2 (2:2) beim Bonner SC (14.), steigerte damit ihre Ausbeute auf 39 Punkte und hat sich so noch auf den 15. Platz verbessert – eine Position und einen Zähler hinter Gastgeber Bonn, der trotz der Niederlage viertklassig bleibt.

Mehmet Kurt scheitert mit Elfmeter

Nehrbauer hatte die Partie in seiner Heimatstadt in den letzten Wochen stets zum „Endspiel“ um den Klassenverbleib ausgerufen. Auch wenn der vorzeitige Abstieg in der Vorwoche, ausgerechnet durch den 2:1-Sieg Bonns in Aachen, das „Finale“ zum Platzen gebracht hatte, für Kaan-Marienborn wurde der Ausflug an den Rhein zum „Endspiel“ für die Moral. „Wir verabschieden uns mit erhobenem Haupt“, sagte der Übungsleiter.

Die Ausgangslage war klar: Bonn durfte nicht verlieren, um allen Unabwägbarkeiten im Abstiegs-Fernduell mit Wattenscheid und Straelen aus dem Weg zu gehen. Bei einer Niederlage hätten die Rheinländer auf einen Sieg von Wattenscheid hoffen müssen. Doch nach zwei Schüssen und zwei Toren nach individuellen Fehlern auf der linken Seite lag Bonn schon nach 17 Minuten auf scheinbar sicherem Kurs: Suheyel Najar überraschte Kaans Torwart Christian Bölker zunächst mit einem Schuss von der Strafraumgrenze (5.), später verwertete Dennis Brock einen Rückpass von Adis Omerbasic von der Torauslinie an den Elfmeterpunkt (17.).

Direkt verwandelter Freistoß

Die 1100 Zuschauer drückten ihre Freude über den zum Greifen nahen Klassenverbleib in „Absteiger, Absteiger!“-Rufen in Richtung Kaan aus. Die Gäste aber zeigten, warum Nehrbauer später sagen konnte, „dass ich sehr stolz auf diese Mannschaft bin, die wieder gezeigt hat, was für einen Charakter sie hat“. In der 35. Minute konnte Bonns Keeper Alexander Monath einen Handelfmeter von Mehmet Kurt abwehren, den Nachschuss verwandelte Burak Gencal zum Anschluss. Und kurz vor dem Pausenpfiff war Daniel Waldrich mit einem 18-m-Schuss zum 2:2 zur Stelle. Es war Waldrichs siebtes Tor in dieser Saison.

In der Halbzeit stand es 2:2 in Bonn und 0:0 in Wattenscheid. Straelen wäre in dieser Konstellation abgestiegen gewesen. Und selbst, als Wattenscheid mit drei Toren binnen neun Minuten alles für sich und Bonn klar machte, sah Nehrbauer weiter „ein offenes Spiel, hoch die Wiese, runter die Wiese“. Najar (69.), Vincent Stenzel (76.), von Bölker gestoppt, und David Bors (81.) hatten Chancen, konnten das Ergebnis aber nicht mehr beeinflussen. Auf der anderen Seite drängte Kaan weiterhin auf den Sieg für die Moral. Für den sorgte dann in der 90. Minute Gencal mit einem direkt verwandelten Freistoß aus 20 Metern.

Es war das Abschiedsgeschenk des 24-jährigen Mittelfeldspielers. Gencal hat angekündigt, dass er nicht bleiben wird. 13 Treffer hat er erzielt, nur vier Regionalliga-Spieler waren erfolgreicher. Elsamed Ramaj dürfte auch gehen, bereits in dieser Woche wird er bei anderen Vereinen vorspielen. Jens Bauer, der nach seinem Kreuzbandriss in der Rehabilitation ist, verlässt Kaan ebenfalls: „Die Fahrerei ist zu aufwändig.“

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