Kaan-Marienborn gegen Siegen

Derbystimmung vorprogrammiert

Mats Scheld (2.v.l.,, hier mit Dawid Krieger, dem derzeit gesperrten Daniel Waldrich, Johannes Burk und Norman Wermes) bejubelt vor zwei Jahren seiunen siegbringenden Elfmeter im ersten Siegener Stadtderby.

Mats Scheld (2.v.l.,, hier mit Dawid Krieger, dem derzeit gesperrten Daniel Waldrich, Johannes Burk und Norman Wermes) bejubelt vor zwei Jahren seiunen siegbringenden Elfmeter im ersten Siegener Stadtderby.

Foto: Reinhold Becher

Siegen.  Im Breitenbachtal steigt am Sonntag um 15 Uhr das dritte Oberliga-Stadtderby zwischen dem 1. FC Kaan-Marienborn und den Sportfreunden Siegen.

„Das ist ein besonderes Spiel“, verrät Dominik Dapprich. „Da will doch jeder spielen“, pflichtet ihm Tobias Wurm bei. Die Trainer der Siegener Fußball-Oberligisten, der Sportfreunde und des 1. FC Kaan-Marienborn, müssen eigentlich kaum mehr von sich geben. Klar, beliebte Allgemeinplätze gibt es genug, doch beide wissen durch besondere Verbindungen auch ein bisschen mehr zum „besonderen Verhältnis“ zwischen Leimbach- und Breitenbachtal beizutragen.

Zum Beispiel Tobias Wurm. Sechs Jahre hat er die Schuhe für die Sportfreunde geschnürt, hat Regionalliga-Stadien in Hoffenheim, Stuttgart oder München miterlebt. In Kaan-Marienborn, wohin es ihn im Januar 2008 zog - damals noch zum aufstrebenden Bezirksligisten -, wirkt er als Spieler, Co-Trainer bzw. jetzt als Chef-Übungsleiter mittlerweile in der zwölften Saison.

„Ich hege keinerlei Ressentiments gegenüber den Sportfreunden, bin dort damals nicht im Groll geschieden. Und die Zeit ist nicht vergessen“, blickt er zurück. „Doch jetzt ist die Saison 2019/2020, wir spielen das Derby - und da wollen wir zeigen, dass wir die Besseren sind.“

Gute Arbeit geleistet

Auf eine ähnliche fußballerische Vergangenheit kann Dominik Dapprich nicht verweisen. Aber die Erwartungen des jungen Sportfreunde-Coachs sind ähnlich. „Als wir uns vor zwei Jahren in Kaan zum ersten Derby trafen, waren die Voraussetzungen andere. Ich will nicht sagen, dass die Sportfreunde praktisch am Nullpunkt waren, aber keiner wusste so richtig, wohin der Weg geht.“

Die gerade frisch eingeleitete Insolvenz, der komplette Neuaufbau der Mannschaft, der junge Trainer - all das prägte die ersten fußballerischen Eindrücke. Dennoch: Beim knappen 0:1 im Breitenbachtal am 23. September 2017 war es ein Spiel auf Augenhöhe - mit einem glücklicheren Ende für die Gastgeber. Mats Scheld verwandelte einen Elfmeter zum Siegtor.

Die Voraussetzungen sind diesmal ein wenig anders gelagert. Die Käner sind nach der Oberliga-Vizemeisterschaft in eben jener ersten Derby-Saison wieder aus der Regionalliga abgestiegen, scheinen den Umschwung mit einer Mischung aus alteingessenen, regionalliga-erfahrenen und jungen, frischen Kräften ordentlich hinbekommen zu haben.

„Das zeigt, das Tobias Wurm dort gute Arbeit leistet“, sieht Pendant Dominik Dapprich nicht so sehr die neun Punkte nach fünf Spieltagen, als die gezeigten Leistungen in Nachbarschaftsduellen gegen Erndtebrück (3:0) und Meinerzhagen (4:0). Effektivität, gepaart mit großer Laufbereitschaft und souveränen Abwehrleistungen - dafür stehen die Käner nach fünf Spieltagen.

„Vor allem die ,Zu-Null-Spiele’ haben mir gefallen“, lächelt Tobias Wurm. Mit dem 2:0 in Hamm bestätigte der FCK, dass Spiele eben oft in der Defensive gewonnen werden.

„Wir treffen auf eine sehr gute Oberliga-Mannschaft“, weiß daher auch Dominik Dapprich, dass sein Sportfreunde-Team die allzu oft schon an den Tag gelegte Sorglosigkeit bei Standards ablegen muss. „Aber die Voraussetzungen haben sich in unserem dritten Jahr der Zusammenarbeit verändert“, sieht Dapprich die Fortschritte, die seine Mannschaft gemacht hat. „Die Unterschiede sind nicht mehr groß“, hofft er, dass seine Jungs das am Sonntag im Breitenbachtal auch unter Beweis stellen können.

Beide Seiten wissen natürlich um die Bedeutung des Stadtderbys. „Ich weiß, dass unsere Ergebnisse derzeit einfach nicht stimmen“, blickt Dapprich auf die ersten fünf Spiele zurück. „Aber schlechter machen als wir sind, wollen wir uns natürlich uns nicht.“

„Wir kennen die Siegener Mannschaft ziemlicht gut“, hat sich zuletzt Co-Trainer Mounir Saida im Auftrag seines Chefs noch einmal Einblicke beim Rhynern-Spiel der Sportfreunde verschafft. „Die Vorbereitung verlief optimal. Jeder ist heiß auf die Partie. Und die Sperre für Daniel Waldrich nach seinem Platzverweis aus dem Ahlen-Spiel wussten die Käner mit der Angriffsformation in Hamm zu kompensieren. „Ich denke“, so Wurm, „dass wir wieder mit Tobias Wieschhaus und Eugene Ofosu-Ayeh beginnen werden.“ Auch auf Siegener Seite dürften sich die Wehwehchen bei Jacob Pistor (Leiste), Noel Below (Schulter) und Leandro Fünfsinn (Knie) bis zum Derby-Sonntag gelegt haben.

Denn: „So ein Lokalduell ist etwas Besonderes. „Da will jeder dabei sein“, sind sich die Trainer einig.

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