Fußball-Landesliga

Der trügerische Rückenwind des VfL Bad Berleburg

Bad Berleburgs Torwart Christian Badura (l.) und Christopher Geisler (3. v. l.) wollen diesmal einen Sieg gegen den VSV Wenden einfahren.

Bad Berleburgs Torwart Christian Badura (l.) und Christopher Geisler (3. v. l.) wollen diesmal einen Sieg gegen den VSV Wenden einfahren.

Foto: Michael Meckel

Bad Berleburg.  Der VfL Bad Berleburg blickt eigentlich optimistisch auf die Partie gegen den VSV Wenden – doch dann droht ein bitterer personeller Ausfall.

Unter anderem Christopher Geisler war mit dem deutlichen Appell von Martin Uvira nach der blutleeren Vorstellung gegen den FC Borussia Dröschede (0:3) gemeint. Der Trainer des VfL Bad Berleburg hatte Anfang September die Einstellung seiner Mannschaft in der Fußball-Landesliga 2 kritisiert und die vornehmlich etablierten Spieler in die Pflicht genommen, endlich wieder Verantwortung auf dem Platz zu übernehmen.

Dass die harschen Worte innerhalb der Mannschaft Anklang fanden, zeigte der erste Liga-Erfolg gegen den SV Brilon vor zwei Wochen (1:0) sowie der souveräne 7:0-Sieg im Kreispokal beim B-Ligisten VfB Banfe. Auch Geisler resümiert rückblickend: „Der Trainer hatte damals vollkommen recht, die Leistung war wirklich katastrophal.“

Doch trotz des Aufwärtstrends von zwei Siegen in Folge warnt der Ex-Kapitän und dennoch unangefochtener Stammspieler des VfL vor dem Heimspiel gegen den VSV Wenden (15 Uhr, Stöppel Bad Berleburg) vor zu großem Übermut: „Ich kenne solche fragilen Situationen aus der Vergangenheit. Zwar haben wir jetzt zwei Spiele mit guten Leistungen gewonnen, eine Garantie, dass es auch so weitergeht, gibt es allerdings nicht“, so Geisler weiter.

VSV Wenden hat große Qualität

Und immerhin kommt mit dem VSV Wenden ein unangenehmer Gegner auf den Bad Berleburger Stöppel. Nicht etwa, weil die Sauerländer auf dem Fußballfeld rustikaler Natur sind, sondern eher weil das Team von Trainer Manuel Fernholz derzeit ein schlafender Riese ist, dessen fußballerische Qualität durch fünf Neuzugänge im Sommer ziemlich hoch einzuschätzen ist (siehe auch Zweitext). „Ich erwarte Wenden als sehr starken Gegner, der natürlich auch Ambitionen nach oben hat“, erklärt Uvira in Hinblick auf den kommenden Gegner. Dass besonders mit André Schilamow (1. FC Kaan-Marienborn) und Redouane El Alami (FSV Werdohl) zwei starke Offensivkräfte an den „Nocken“ wechselten, schärft das Profil der Wendener deutlich. Für den VfL Bad Berleburg bedeutet diese Herausforderung in erster Linie, die kompakte Mannschaftsleistung aus dem Brilon-Spiel mal mindestens zu wiederholen.

„Wir haben gegen Brilon sicherlich nicht die beste spielerische Leistung geboten, aber ich hatte endlich nochmal das Gefühl, dass alle Spieler mit der richtigen Einstellung gespielt haben“, bemerkt Uvira, der auch die Art und Weise lobte, wie sein Team in Banfe siegte.

Tarek Benyagoub drängt in die Startelf

Sorgen bereitet dem VfL-Trainer der etwaige Ausfall von Stürmer Ahmad Ibrahim, der sich für das Abschlusstraining am gestrigen Freitag wegen Krankheit abmeldete. „Wir werden sehen, ob er rechtzeitig wieder fit wird, aber es wäre schon wichtig für uns.“ Ob sich einer der Spieler aus der Stammelf des Pokalspiels für Sonntag empfohlen hat, wollte Uvira vorerst nicht konkret sagen. Denkbar wäre aber durchaus, dass Tarek Benyagoub zurück in die erste Elf drängt. Der technisch versierte Helberhäuser traf gegen Banfe doppelt und könnte mit seinem Tempo besonders auf den Außenpositionen von großem Nutzen sein: Denn dort hatte der VSV Wenden im bisherigen Saisonverlauf, wie auch in der vergangenen Runde, große Probleme mit schnellen Gegenspielern.

Über den Schlüssel zum zweiten Saisonsieg am morgigen Sonntag sind sich Geisler und Uvira weitgehend einig: „Wir müssen wieder dahin kommen, dass wir an unser Leistungsmaximum kommen und vielleicht auch darüber hinaus“, betont der VfL-Mittelfeldspieler. Uvira sieht das ähnlich und betont besonders die „notwendige Leidenschaft“. Bringt sein Team die am Sonntag auf den Platz, wird es vorerst keinen zweiten Appell geben.

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