Pass in die Gasse #187

Wettkampf am Computer: Das ist doch kein Sport!

Foto: Sascha Kertzscher

E-Sport wir vom DOSB nicht als Sportart anerkannt. Dabei ist Sport immer das Resultat nicht nur physischer, sondern auch psychischer Leistungen.

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Was ist Sport und was nicht? Es ist immer wieder spannend zu sehen, wer die Beantwortung dieser Frage für sich beansprucht. Immer vorne mit dabei, wenn es um die Bewahrung des sportlichen Geistes geht: der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB).

Seit den 2010er Jahren kämpft dieser mächtige Dachverband mit harten Bandagen gegen die Anerkennung von E-Sport als Sportart. E-Sport, der via Computerspiel ausgefochtene Wettkampf, ist inzwischen mehr als nur wildes Geklicke dickbäuchiger PC-Kids. Die, die es wirklich können, avancieren zu Superstars, Finals füllen Stadien, Preisgelder gibt es in Millionenhöhe. Fußball-Simulationen wie die der Spielreihen „FIFA“ oder „Pro Evolution Soccer“ führen dazu, dass Bundesliga-Clubs wie Schalke 04 eigene Abteilungen gründeten. Wer in diesen Sphären vor dem Bildschirm als Spieler Platz nimmt, ist nicht nur top bezahlter Profi, sondern gehört zur spielenden Elite einer ganzen Generation.

„Das ist doch kein Sport!“, regen sich alteingesessene Gemüter da gerne auf. Es sind dieselben Gemüter, die generell gegen alles Neue wettern. Sportlicher Wettkampf definiert sich schon seit dem Altertum als das Resultat nicht nur physischer, sondern auch psychischer Leistungen. Denn wo ist Schach körperlicher, wo Schießen olympischer, wo Darts sportlicher? Und nebenbei erwähnt sind die Verbände, die E-Sport aufgrund fehlender Gemeinnützigkeit als Sportart ablehnen, übrigens dieselben, die Ringen als olympische Disziplin verbannten. Unsportlicher geht es nicht.

In seiner Kolumne „Pass in die Gasse“ befasst sich der freie Journalist Heiko Rothenpieler mit aktuellen Geschehnissen und Entwicklungen in der Welt des „großen“ und kleinen Fußballs.

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