Kabinengeflüster

Bittere Diagnose für Siegens Satoshie Horie

Sportfreunde Siegens Spieler Satoshi Horie hat sich einen Kreuzbandriss zugezogen und fällt lange aus.

Sportfreunde Siegens Spieler Satoshi Horie hat sich einen Kreuzbandriss zugezogen und fällt lange aus.

Foto: Rene Traut

Das 5:0 bei der Hammer SpVg soll bei Fußball-Oberligist Sportfreunde Siegen die Trendwende einleiten. Es gibt aber auch eine Hiobsbotschaft.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Fußball-Oberliga

Bei den Siegener Sportfreunden geht die Trainersuche weiter. Man habe viele Gespräche geführt, versicherten die Verantwortlichen unisono und nur leicht schulterzuckend. Genauso gleichmütig reagieren sie auf die erteilten Absagen diverser Kandidaten. Und nebenbei: Gelacht hätte die „Findungskommission“, als sie in unserer Samstagausgabe mit dem Namen Tobias Danecker konfrontiert worden sei. Nun, so witzig war das gar nicht gemeint.

Und überhaupt: Was ist an Tobias Danecker so lächerlich? Aber man versicherte uns, dass an diesem Gerücht - wer immer es gestreut hat - nichts dran sei. Man hat sich anderweitig Abfuhren geholt und festgestellt, dass sich vom in Aussicht gestellten Salärs so leicht niemand hinterm Ofen hervorlocken lässt. Gleichzeitig unterstreicht Frank Dalwigk, mit Marco Beier amtierender Interims-Coach, dass er nicht gewillt sei, seine zu Beginn der Tätigkeit angebotene „Laufzeit“ auszuweiten.

„Höchstens bis zur Winterpause“, hatte der 62-Jährige, der aus dem zweijährigen „Jugendtrainer-Ruhestand“ auf die Kommandobrücke geholt wurde, angekündigt. Bis dahin sind es noch vier Spiele. Davon abgesehen: Was Dalwigk nach der Partie in Hamm von sich gab, hatte Hand und Fuß, zeugt von fußballerischem Durchblick. Die taktische Ausrichtung des Teams, das in Hamm gefestigt wirkte, habe das Duo gemeinsam „ausgeklüngelt“, trug aber auch die Handschrift des A-Lizenz-Inhabers. Da wurde nicht wild drauflos gestürmt, vielmehr durch „Fußballarbeit“ spielerischer Fluss erzeugt.

Noch drei Mal in der Fremde

Apropos vier Spiele bis zur Winterpause: Die Sportfreunde müssen davon glücklicherweise drei Mal auswärts antreten und nur ein Mal zu Hause. Sonntag geht es zum SC Paderborn, dessen U21 gerade in Kaan-Marienborn abgewatscht worden ist. Nach dem letzten Heimspiel des Jahres gegen den SV Schermbeck am 1. Dezember geht es noch nach Herne und zum Rückrundenstart zum Holzwickeder SC. Da die bisher verbuchten vier Siege in der Fremde eingefahren wurden und im Leimbachstadion in sieben Auftritten überwiegend Pleiten, Pech und Pannen zu registrieren waren, kann dieser Jahresausklang durchaus noch Positives für Siegen bereit halten.

Starker Manfredas Ruzgis

Aber es gibt bei aller Freude über eine mögliche Trendwende auch wieder eine Hiobsbotschaft: Wie eine MRT-Untersuchung ergab, hat sich Satoshie Horie im Heimspiel gegen RW Ahlen einen Kreuzbandriss zugezogen. Der Defensivspieler hatte sich gegen das Spitzenteam bereits nach zwölf Minuten verletzt und war für Fuad Dodic ausgewechselt worden. Eine mindestens halbjährige Zwangspause dürfte die Folge für den 28-Jährigen sein.

Werfen wir noch mal einen Blick nach Hamm, wo wir einen „Lautsprecher der Liga“ namens Rene Lewejohann als Trainer der Gastgeber angekündigt hatten. So in sich gekehrt, ja, regelrecht erschüttert wie am Sonntag kennen wir den früheren Siegener und Käner Angreifer aus seinem dreieinhalbjährigen Aufenthalt unterm Krönchen nicht. Die einmal mehr nicht erbrachte Leistung des Tabellenletzten gab „Lewe“ am Sonntag Rätsel auf, ließ ihn ins Grübeln kommen. „Daran habe ich jetzt erstmal zu knacken“, so seine Worte nach dem deprimierenden 0:5. Allzu glücklich scheint ihn sein Engagement bei der Spielvereinigung derzeit nicht zu machen.

Den Elfmeter herausgeholt und verwandelt, auch das zweite Tor geschossen: Der beste Mann des TuS Erndtebrück beim 2:2 gegen Westfalia Herne war Mittelstürmer Manfredas Ruzgis. Ärgerlich, denn Herne-Trainer Christian Knappmann, der ja durchaus mal ein ganz ähnlicher Spielertyp war, hatte sich extra gegen den Toptorschützen einen taktischen Plan gemacht. Erhan Duyar spielte nämlich als Libero hinter Felix Fuchs und Maurice Haar. Knappmann erklärte: „Wir wollten unsere Mann-Zuordnungen beibehalten. Wegen der Qualität von Ruzgis wollte ich an dieser Stelle aber noch eine Verstärkung – also hat Duyar als Libero hinter der Viererkette gespielt.“

Fußball-Bezirksliga

Gut 120 Zuschauer erlebten am Sonntag ein Spiel, das es in der Bezirksliga noch nie gegeben hat: 1. FC Türk Geisweid gegen TSV Weißtal. Am Ende einer teilweise nickelig geführten Partie siegte der Spitzenreiter mit 1:0 – und wieder einmal hatte der Kapitän höchstpersönlich, Daniel Singhateh, für die Entscheidung gesorgt. Es war bereits sein fünftes Saisontor. Der Aufsteiger hatte sich aber sehr gut verkauft, seine beste Saisonleistung gezeigt und hätte sogar führen können, doch ausgerechnet Top-Stürmer Pascal Jüngst, mit Weißtals Lars Schardt – er fehlte gesperrt – mit jeweils zwölf Treffern die Nummer eins unter den Liga-Torjägern – versagten die Nerven, vergab er drei hochkarätige Chancen.

Fußball-Kreisliga A

Schaut man zurück in den Mai, so hielt die SG Mudersbach/Brachbach erst am letzten Spieltag die Klasse. Sieben Monate später grüßt die Mannschaft von der Landesgrenze von der Tabellenspitze und darf sich nach dem 2:0-Sieg gegen den ärgsten Verfolger VfL Klafeld-Geisweid berechtigte Hoffnungen auf die Bezirksliga machen.

„Im Moment läuft bei uns alles zusammen. Die Jungs haben die Spielidee unseres Trainers Timo Schlabach verinnerlicht und setzen sie um“, begründet Sportlicher Leiter Christian Scheurer den Höhenflug. Die SG-Stärke musste auch Klafelds Spielertrainer Steffen Öhm anerkennen: „Ich kenne Timo lange und weiß, welche Art Fußball er spielen lassen will. Man muss es ihm hoch anrechnen, dass er mit seiner Mannschaft eine 180 Grad-Wende geschafft hat. Dazu kommt vielleicht auch noch der Heimvorteil.“

Wohin die Reise geht, mag Christian Scheurer noch nicht zu prognostizieren: „Die Bezirksliga wäre ein absolutes Traumziel, aber auch ein Abenteuer. Wir müssen jetzt die letzten Spiele in diesem Jahr nochmal Vollgas geben. Dann schauen wir, dass wir in der Rückrunde den Platz an der Sonne verteidigen. Aber jetzt genießen wir erst einmal die Ausgangssituation.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben