2. Handball-Bundesliga

Aufholjagd des TuS Ferndorf in Coburg nicht belohnt

Der eingewechselte Magnus Neitsch überwindet hier den starken Coburger Torwart Jan Kulhanek._

Der eingewechselte Magnus Neitsch überwindet hier den starken Coburger Torwart Jan Kulhanek._

Foto: Henning Rosenbusch

Nach Sieben-Tore-Rückstand macht es der TuS Ferndorf in Coburg noch spannend. Zum Happyend reicht es aber trotz der acht Weber-Treffer nicht.

Coburg. Viel hat nicht gefehlt und dem TuS Ferndorf wäre am Samstagabend eine kleine Überraschung gelungen. Nach einer schwachen ersten Halbzeit steigerte sich der Handball-Zweitligist beim HSC 2000 Coburg enorm, kam bis auf zwei Tore heran, das Ruder konnte der TuS am Ende dann aber doch nicht herumreißen. So stand am Ende eine 24:29 (7:12)-Niederlage. „In Summe hat die Leistung nicht gereicht“, fasste Trainer Michael Lerscht die 60 Minuten in der mit gut 2000 Zuschauern besetzten HUK Coburg- Arena zusammen, „doch sollten wir an die gute zweite Halbzeit anknüpfen.“

In der Tat kostete die Nordsiegerländer im fünften Vergleich mit den Oberfranken seit dem Ferndorfer Wiederaufstieg eine sehr mäßige Angriffsleistung über weite Strecken der ersten Hälfte ein besseres Abschneiden. „Da waren wir nicht entschlossen und beweglich genug, um Löcher in die Deckung zu reißen“, sagte Michael Lerscht. Coburg hatte vor dem sehr starken Torwart Jan Kulhanek eine „Wand“ aufgebaut, an der die meisten TuS-Versuche regelrecht abprallten. Ein Lied davon konnte insbesondere und ausgerechnet der Ex-Coburger Patrick Weber singen, dessen drei Versuche entweder abgeblockt wurden oder die in der zweiten Etage landeten.

Nach 0:5-Toren in Folge, die im 2:6-Rückstand mündeten (14.), rief Michael Lerscht seine Schüler zum ersten Mal zusammen, doch die Auszeit bewirkte trotz diverser Wechsel im Rückraum kaum etwas. Überhastet, technische Fehler, kein Druck auf die Deckung – als aus diesem Negativbündel ein 5:12 resultierte (27.), drohte Ferndorf in ein Debakel zu schlittern. Jonas Faulenbach, für den bis dahin torlosen Patrick Weber gekommen, verkürzte auf 6:12, ehe Lucas Schneider mit seinem Treffer zum 7:12 nach Ballgewinn und dem bis dahin flüssigsten Angriff in den Pausenrückstand mit 7:12 noch in Grenzen hielt. Schadensbegrenzung nennt man das wohl.

Acht Tore: Weber legt Respekt ab

Auch der Start in die zweite Halbzeit verhieß nichts Gutes, legte Coburg durch Christoph Neuhold und Lukas Wucherpfennig schnell zum 14:7 nach, transportierte der Favorit dieses Sieben-Tore-Polster bis zum 18:11 nach knapp 40 Minuten. Was blieb den Gästen anderes übrig, als jetzt die Flucht nach vorne zu suchen? Barfuß oder Lackschuh? Ferndorf wählte die „positive“ Variante, startete ein bemerkenswertes Comeback, agierte nun plötzlich viel zielstrebiger und mutiger – allen voran Patrick Weber, der seine Scheu an ehemaliger Wirkungsstätte nun ablegte, wie das Brezelbacken ein Hochgeschwindigkeitstor nach dem anderen ablieferte. Zusammen mit dem für Julian Schneider nun auf der Linksaußenposition agierenden Magnus Neitsch robbte sich Ferndorf immer näher heran, weil auch der nach der Fingerverletzung von Thomas Rink komplett gesprengte Innenblock in anderer Besetzung gemeinsam mit den Deckungs-„Halben“ Jonas Faulenbach und Jonas Müller gut funktionierte, Coburgs Offensive zu mehr Fehlern zwang.

Als Patrick Weber auf 21:23 verkürzte, war es neun Minuten vor Schluss so knapp wie zuletzt beim 4:6. Bis zum 22:24 (Weber, wer sonst?) hielt den TuS müder werdende Coburger unter Strom. „Da haben wir den Gegner zum Nachdenken gebracht“, so Michael Lerscht. Dass es zur in der Luft liegenden Wende nicht reichte, lag zum einen an mehreren unglücklichen Schiedsrichter-Entscheidungen in Folge, aber auch an einem Ballverlust und einem versandeten Gegenstoß des TuS Ferndorf.

Mit den Toren von Lukas Wucherpfennig und Max Jaeger zum 26:22 war die Partie dann gelaufen, hatte sich der im fünften Heimspiel zum fünften Mal siegreiche Aufstiegsmitfavorit dann doch durchgesetzt.

HSC: Kulhanek, Poltrum - Jäger (4), Wucherpfennig (3), Spross, Kelm (1), Billek (3/2), Timm (1), Zettermann (9), Lilienfelds, Varvne (3), Schröder (1), Neuhold (4).

TuS: Hottgenroth, Durica - Faulenbach (3), Basic, L. Schneider (2), Michel (3), Neitsch (3), Wicklein, J. Schneider (4/1), Rüdiger, L. Andersson (1), Müller, Weber (8/2), Rink.

Schiedsrichter: Weisse/Pusch.

Zusch.: 2019.

Zeitstrafen: HSC 2, TuS 5.

Spielfilm: 1:2 (5.), 6:2 (14.), 9:3 (18.), 11:4 (25.), 12:7 (30.), 14:7 (32.), 18:11 (38.), 20:14 (41.), 21:18 (47.), 23:21 (51.), 27:22 (57.), 29:24 (60.).

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