Siegen. Aussage gegen Aussage - weil sich nicht ermitteln lässt, wer das Fußballspiel geleitet hat, kommt der Beschuldigte schadlos davon.

„Im Zweifel für den Anklagten“ - dies galt am Mittwochabend für das Kreissportgericht (KSG) Siegen-Wittgenstein in einem der beiden Sportgerichtsfälle, die in der Kreisgeschäftsstelle in Weidenau zur Verhandlung auf dem Programm standen.

Im besagten Fall war der Spielleiter der C-Liga-Partie zwischen dem SV Setzen III und Anadolu Türk Spor Neunkirchen am 29. Oktober beschuldigt worden, er habe Setzener Spieler beleidigt. Da kein neutraler, ausgebildeter Schiedsrichter angesetzt worden war, musste ein Vertreter von einem der beiden Vereine die Partie in Obersetzen leiten. „In solch einem Fall hat der Gastverein nach den Durchführungsbestimmungen das erste Vorschlagsrecht“, so KSG-Vorsitzender Maik Otto (FC Eiserfeld). Den stellten die Neunkirchener, doch wurde vergessen, sein Name in den offiziellen Spielbericht einzutragen. „Das ist aber Pflicht“, erklärte Maik Otto.

In der Sitzung stellte sich heraus, dass der von Anadolu Türk Spor Neunkirchen mitgebrachte Spielleiter nicht dieselbe Person war, die vom SV Setzen der Beleidigungen beschuldigt worden war. „Hier stand dann Aussage gegen Aussage“, so Maik Otto. Ihm und seinen Beisitzern blieb deshalb nichts anderes übrig, als den Anadolu-Mann von den Vorwürfen freizusprechen. Wegen „Nichterfüllung der Durchführungsbestimmungen“ wurde Anadolu Türk Spor Neunkirchen zu einer Geldstrafe in Höhe von 50 Euro und wegen „Nichtabgabe einer verlangten Meldung des Staffelleiters“ zu 30 Euro verurteilt.

Der zweite, an diesem Abend anstehende KSG-Fall zu den Vorkommnissen beim Spiel FC Wahlbach II gegen TuS Eisern II wurde auf Dienstag, 12. Dezember, vertagt.