Oberliga-Fußball

1. FC Kaan und SF Siegen im Wandel der Zeit

Im Derby im September jubelten die Käner, hier nach dem entscheidenden Treffer per Elfmeter von Mats-Lukas Scheld (2.von links).

Foto: Reinhold Becher

Im Derby im September jubelten die Käner, hier nach dem entscheidenden Treffer per Elfmeter von Mats-Lukas Scheld (2.von links). Foto: Reinhold Becher

Siegen/Kaan-Marienborn.   Kurz vor dem Start in die Wintervorbereitung eine Situationsbeschreibung der Fußball-Oberligisten 1. FC Kaan-Marienborn und Sportfreunde Siegen,

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Der Zeitenwechsel im Siegener Fußball war absehbar. Keine Frage: Siegener Sportfreunde und 1. FC Kaan-Marienborn werden auch im neuen Jahr auf verschiedenen Wegen wandeln. Der eine - Kaan - kann zu größeren Töpfen eilen, der andere - Siegen - wird mit einem Mittelfeldplatz Vorlieb nehmen müssen.

Die Tabellenkonstellation nach dem ersten Halbjahr der ersten gemeinsam auf einem Liga-Level verbrachten Saison macht es deutlich. Der 1. FC aus dem Osten der Stadt strebt mit 30 Punkten als Spitzenreiter zu neuen Ufern, 13 Zähler dahinter sind die „Freunde“ froh, in Zeiten von Insolvenz und radikaler Verjüngung mit dem Abstieg nichts zu tun zu bekommen.

Wer mit Thorsten Nehrbauer, dem Käner Trainer redet, der wird das Wort „Regionalliga“ nicht zu hören bekommen. Das mag er sich in Anbetracht der komfortablen Situation vielleicht denken, doch als Ziel formuliert er es nicht: „Mein Aufgabe ist eine erkennbare fußballerische Weiterentwicklung“, wird der Ex-Profi aus dem Bergischen nicht müde, Aufstiegsträume hinter ausweichenden Formulierungen zu verstecken.

Nehrbauer: „Wir müssen sehen, dass wir nach der Vorbereitung zu 100 Prozent fit ins Rennen gehen können, um am 18. Februar in Paderborn zu bestehen.“

Die ersten Gehversuche von Semih Yigit in den letzten Spielen des alten Jahres, die absehbare Rückkehr der weiteren Verletzten, Jared Jörgens und Marius Jung, das sind die personellen Dinge, die Thorsten Nehrbauer vor dem Trainingsauftakt am Donnerstag umtreiben. „Das sind ja gefühlte Neuzugänge“, blickt er hoffnungsvoll auf das erwähnte Trio. Weitere Veränderungen: Derzeit daher eher ausgeschlossen.

Den Blick auf die fußballerische Entwicklung richtet auch Nehrbauers Siegener Pendant Dominik Dapprich. Der junge Coach als Kopf eines „Rudels“ blutjunger Spieler ist stolz darauf, dass sich die Sportfreunde-Mannschaft in vielen Spielen so positiv dargestellt hat. Dapprich: „Da die Abstiegsfrage praktisch entschieden ist, dürfte auch der Druck in dieser Saison nicht mehr so groß sein. Das könnte ein Vorteil für uns sein.“

Der eingeschlagene Weg - immerhin zwölf Kicker des Sportfreunde-Kaders entstammen dem eigenen Nachwuchs - sei in der derzeitigen Situation des Vereins der einzig machbare gewesen. „Insofern können wir mit dem Erreichten leben“, so der Alchener, „auch wenn es gern fünf, sechs Punkte mehr hätten sein können.“ Gewinnen mache halt mehr Spaß als Verlieren.

Der Spaß am Fußball aber war der Sportfreunde-Mannschaft in vielen Partien anzumerken. „Und das“, verspricht Dominik Dapprich, „soll sich auch im neuen Jahr nicht ändern.“

Und irgendwie kommt das Gespräch zwangsläufig auf die Rivalität innerhalb der Stadtgrenzen. „Ich gönne den Känern und speziell dem Thorsten den Erfolg“, lässt sich der 28-jährige Sportfreunde-Trainer ebenso wie der Vollbart tragende Kollege aus dem Breitenbachtal nicht in den Strudel von Animositäten, der zwischen beiden Lagern existiert, hineinziehen.

„Der 1. FC hat eine erfahrene Mannschaft - und die Ergebnisse stimmen“, blickt Dapprich zurück. Natürlich auch auf das Derby im September, das die Käner 1:0 gewannen. „Aber es gibt ja noch ein Rückspiel.“ Am 25. März...

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