Fußball-Oberliga

1. FC Kaan-Marienborn: Das nächste Torfestival

Drei Torschützen unter sich (von links): Kohsuke Tsuda, Kapitän Daniel Waldrich und Mats Scheld, der gerade zum 5:0 getroffen hat

Drei Torschützen unter sich (von links): Kohsuke Tsuda, Kapitän Daniel Waldrich und Mats Scheld, der gerade zum 5:0 getroffen hat

Foto: lutz großmann

Fußball-Oberligist 1. FC Kaan-Marienborn hat auch im vierten Heimspiel für reichlich Tore gesorgt. Diesmal muss der TuS Haltern dran glauben.

Kaan-Marienborn. Beginnen wir diesen Spielbericht mit einer nicht ganz ernst gemeinten Statistik: Der 1. FC Kaan-Marienborn hat seinen bisherigen Treffer-Durchschnitt in den Heimspielen dieser Saison nicht halten können. Gab es in den ersten drei Oberliga-Partien insgesamt 18 Käner Treffer zu vermelden, so gaben die Platzherren diesmal mit fünf Toren zufrieden. Im Ernst: Das Team von Tobias Wurm zeigte zum wiederholten Mal beste Fußball-Unterhaltung, deklassierte den Regionalliga-Rückzieher TuS Haltern mit 5:0 (2:0) und legte genau die Reaktion an den Tag, die Wurm nach der enttäuschenden Leistung eine Woche im mit 0:1 verlorenen Stadtderby bei den Sportfreunden Siegen eingefordert hatte: „Ich hatte das aber auch erwartet.“

Ein eigenes Tor, drei Treffer vorbereitet

Mit einer Veränderung in der Start-Elf im Vergleich zur Vorwoche – Kisolo Deo Biskup für Tobias Hombach – ging Kaan-Marienborn das Spiel an und sah sich einer extrem defensiv eingestellter Halterner Mannschaft gegenüber, die sich sehr weit zurückzog und zwei dichte Riegel bildete. Da war an diesem schönen Oktober-Nachmittag Geduld gefragt und forderte Tobias Wurm von der Seitenlinie immer wieder, das Spiel in die Breite zu ziehen und den Gegner aus seinem Schneckenhaus zu locken.

Die erste Chance gehörte trotzdem den personell runderneuerten Gästen, bei denen neun Spieler zum Kader gehörten, die in der Vorsaison noch in der Bezirksliga-Reserve gekickt haben: Kevin Lehmann zwang Kaans Torwart Julian Bibleka bei seinem 18 m-Direktschuss zu einer Parade (8.). Es sollte übrigens die einzige bleiben.

Nachdem Dawid Krieger bei der ersten Käner Gelegenheit die Vorlage von Daniel Waldrich noch nicht unterbringen konnte (19.), eröffneten immer dominantere Platzherren ihren Torreigen nach 28 Minuten: Der wieder enorm fleißige und kaum vom Ball zu trennende Dawid Krieger legte auf Lukas Duda ab, der von der linken Seite zum 1:0 ins lange Eck traf. Vorausgegangen war einer jener Ballgewinne in der neutralen Zone, die Kaan-Marienborn jetzt immer häufiger gelangen und die Haltern richtig weh taten.

Mit dem Führungstor im Rücken blieb das Wurm-Team am Drücker und hatte Pech, dass vor Lukas Dudas vermeintlichem 2:0, als er mehrere Halterner Abwehrspieler umkurvt hatte, Dawid Krieger ganz knapp in Abseitsposition gestanden hatte (32.). Glück hatten die Gäste auch, als der Kopfball von Abwehrspieler Nico Pulver nicht ins, sondern neben das eigene Tor flog (33.).

Doppelschlag von Lukas Duda

Die Käner Überlegenheit sollte sich aber noch vor der Pause in Zahlen ausdrücken: Zum idealen Zeitpunkt gelang das 2:0 durch einen Kopfball aus wenigen Metern von Lukas Duda. 50 Prozent Anteil an diesem Treffer gebührten jedoch Daniel Waldrich, der den Ball in Höhe der Torauslinie noch in den Fünfmeterraum bugsiert hatte.

Von einem Aufbäumen des Ex-Regionalligisten nach dem Seitenwechsel war wenig zu sehen. Ein Fehler von Lukas Duda, dem der Ball durch die Beine rutschte, hätte jedoch beinahe das Anschlusstor ermöglicht, doch Jan-Niklas Kaiser konnte das Geschenk nicht zum 1:2 nutzen (55.). Es war einer von ganz wenigen Fehlern auf Seiten des 1. FC Kaan-Marienborn, der jenseits der 60. Minute, als bei den Gästen schon langsam die Kräfte schwanden, noch in der Lage war, etliche Raketen zu zünden – Tore, die die Zuschauer begeisterten.

So rauschte ein 16 m-Strahl von Daniel Waldrich zum 3:0 in den Winkel (68.), ein Ding Marke „Tor des Monats“. Der Kaan-Kapitän avancierte auch deshalb zum überragenden Mann, weil er auch das 4:0 von Kohsuke Tsuda (70.) und das 5:0 von Mats Scheld (75.) vorbereitete. Schelds Hammer aus 18 m landete unterm Tordach.

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