Fußball-Landesliga

1:0 des VfL Bad Berleburg: Sogar von Edertal kommt Applaus

Hier köpft Bad Berleburgs Tarek Benyagoub (2. von rechts, vorne) knapp neben das Tor, während im Hintergrund der Torschütze des einzigen Tors lauert. Niklas Linde (Nr. 4) macht es nämlich kurze Zeit später besser und versenkt den Ball per Kopf zum Siegtreffer der Odebornstädter.

Hier köpft Bad Berleburgs Tarek Benyagoub (2. von rechts, vorne) knapp neben das Tor, während im Hintergrund der Torschütze des einzigen Tors lauert. Niklas Linde (Nr. 4) macht es nämlich kurze Zeit später besser und versenkt den Ball per Kopf zum Siegtreffer der Odebornstädter.

Foto: Peter Kehrle

Bad Berleburg.  Der VfL Bad Berleburg spielt nicht so stark wie zuletzt, schlägt den SV Hüsten aber mit 1:0 – und hat schon mehr Punkte als in der Vorsaison.

Der VfL Bad Berleburg hat seine Erfolgsserie in der Fußball-Landesliga weiter ausgebaut. Nach dem 1:0 (1:0)-Sieg am 7. Spieltag gegen den SV Hüsten (14.) sind die Odebornstädter nun schon seit fünf Spielen ungeschlagen. Nur bei ihrem ersten Saison-Auftritt am zweiten Spieltag hatten sie mit 0:2 gegen den Aufsteiger FC Arpe-Wormbach (8.) verloren – gemessen an der damaligen Leistung wiegt die aktuelle Form der Stöppel-Elf umso beeindruckender.

Die Mannschaft von Trainer Martin Uvira verbesserte sich mit dem Sieg gegen die Sauerländer auf den fünften Tabellenplatz. So hoch stand der VfL nicht mehr im Klassement seit dem Finale der Erfolgssaison 2018/19, die nach einer überragenden Rückrunde mit dem fünften Rang gekrönt wurde.

Den vierten Sieg im sechsten Auftritt fuhr Bad Berleburg durch einen Kopfball-Treffer von Niklas Linde in der 32. Minute ein. Steven Lichy hatte von der linken Seite einen Freistoß weit zum zweiten Pfosten getreten. VfL-Trainer Uvira ahnte, während der Ball von Lichy zu Linde in der Luft unterwegs war, wie diese Szene enden könnte. „Ich habe das schon gesehen, wie Niklas angelaufen ist“, freute sich Uvira nach dem Abpfiff, „das war genau seine Körpersprache.“ Sein Innenverteidiger sei ohnehin stark beim Kopfball und habe das in dieser Szene „gut gemacht“.

Badura erneut sicherer Rückhalt

Auf dem Weg in die Pause gab es einen Sonder-Applaus von der Tribüne für Linde. Zum Vorspiel hatten die Sportfreunde Edertal II bei der Zweitvertretung des VfL gastiert (1:1). Spieler und Anhänger der Raumländer und Berghäuser beklatschten Linde, der einst bei den Sportfreunden gespielt hatte, und hielten einen Edertal-Schal hoch. Applaus von den Sportfreunden am „Stöppel“ für einen VfL-Kicker: Das hat man wegen der Rivalität beider Klubs auch noch nicht allzu oft erlebt.

Bis der Sieg von Bad Berleburg schließlich in trockenen Tüchern war bedurfte es jedoch noch eines schweren Stücks Arbeit. „Wir haben nicht gut gespielt“, betonte Uvira knapp. In der zweiten Halbzeit bewahrte Schlussmann Christian Badura seine Mannschaft bei Chancen von Steffen Kern und Christopher Gierse vor dem Ausgleich. Kurz vor dem Abpfiff fing Badura den Ball mit hohem körperlichen Einsatz über dem Kopf von Burak Yagli ab. Die Hüstener Spieler, Ersatzleute und Betreuer sprangen auf forderten laut Elfmeter – vergeblich.

„Wir haben heute Glück gehabt“, analysierte Uvira, meinte damit aber nicht Baduras Engagement in jener Schlussszene. In der achten Minute war ein Schuss von Hüsten an den Pfosten geknallt, doch der Nachschuss landete auf dem Tornetz. Selbst präsentierte sich der VfL lange nicht in der Form vom Mittwoch, als er beim 0:2 in der zweiten Kreispokalrunde gegen den Oberligisten TuS Erndtebrück in der zweiten Halbzeit lange die bessere Mannschaft gewesen war.

Uvira wollte die Leistung gegen Hüsten jedoch nicht im Zusammenhang mit der Partie vier Tage zuvor sehen, trotzdem wirkte das Spiel von beiden Mannschaften zerfahren. „Wir haben viele Bälle verloren, gerade in der zweiten Hälfte“, ärgerte sich Uvira. Zeitweise wechselten sich Konter der beiden Mannschaft von Spielzug zu Spielzug ab. Bezeichnend auch für den VfL-Auftritt: Immer wieder rannte Tarek Benyagoub auf der linken Außenbahn ins Abseits. In der 18. Minute traf der Hilchenbacher nach einer Lichy-Flanke sogar ins Hüsterner Netz. Schiedsrichter Christian Liedtke (TuS Neuenrade) pfiff – kein Tor, sondern Abseits.

Erste Chancen bleiben ungenutzt

Yannik Lückel, der seit dem Sommer als Nachfolger von Badura die Kapitänsbinde in Bad Berleburg trägt, ermahnte seine Mitspieler Mitte der ersten Halbzeit: „Wir sind mit dem Kopf noch nicht im Spiel.“ Doch auch er musste machtlos zusehen, wie Lichy mit einem Schuss aus spitzem Winkel (37.) oder Linde bei einem weiteren Kopfball (40.) das Spielgerät nicht am Hüstener Keeper Bastian Horch vorbei brachten.

Bad Berleburg hat nun schon Mitte Oktober mehr Punkte auf dem Konto als in der gesamten vergangenen Saison, an deren Ende der VfL nur wegen des Abbruchs aufgrund der Corona-Krise in der Landesliga bleiben durfte.

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