Triathlon

Timo Schaffeld: „Ich will meinen Titel verteidigen“

Hat keinen schlechten Ausblick: Timo Schaffeld nahm bei den Weltmeisterschaften der Triathleten im südfranzösischen Nizza teil.

Hat keinen schlechten Ausblick: Timo Schaffeld nahm bei den Weltmeisterschaften der Triathleten im südfranzösischen Nizza teil.

Foto: Nina Schaffeld

Nizza/Oberhausen.  Triathlet Timo Schaffeld hat bei der WM in Nizza Selbstvertrauen getankt. Nun beginnt die intensive Vorbereitung auf den Ironman Hawaii.

Am Tag danach war Ruhe angesagt. Timo Schaffeld, Hawaii-Gewinner im Triathlon auf der Ironman-Distanz und jetzt Vierter bei der WM in Nizza (wir berichteten), ging an den Strand. „Und da bin ich mittags doch tatsächlich eingenickt“, sagt er im Telefonat mit dieser Redaktion. Trotzdem macht er einen ausgeschlafenen Eindruck: Rang vier auf der Mitteldistanz mit 1,9 Kilometern Schwimmen, 90 Kilometern Radfahren und einem Halbmarathon zum Dessert haben ihn zuversichtlich gemacht. „Ich weiß jetzt, dass ich es auf Hawaii erneut packen kann. Ich sage: Jetzt erst recht, ich will meinen Titel verteidigen.“

Bis dahin sind es noch ein paar Wochen und die wird der Oberhausener wohl kaum am Strand verbringen. Montag war eine Ausnahme, seit gestern ist er mit einem wohlwollenden Trainingsplan unterwegs. Hauptsächlich auf dem Rad, dazwischen Läufe. Bis Donnerstag bleibt er noch in Nizza: „Ich trainiere nicht so hart, keine langen Einheiten, mal eine Stunde Laufen, mal zwei, drei auf dem Rad.“

„Ich habe gespürt, dass da noch mehr Luft war.“

Seinen Wettkampf in Nizza beurteilt er unterm Strich positiv. Nicht nur, weil er gemerkt hat, dass die Form da ist: „Ich habe gespürt, dass da noch mehr Luft war.“

Das Schwimmen brachte er gut hinter sich und landete recht weit vorn. Auf die Radstrecke hatte er sich besonders vorbereitet, denn die hatte es in sich: „Drei steile Rampen mit bis zu 15 Prozent und dann ein zehn Kilometer langer Anstieg mit fünf, sechs Prozent.“ Letzteren, den Col de Vence, bewältigte er gut. „Der Puls hatte noch Raum nach oben, getreten habe ich 270 bis 300 Watt und da war noch mehr drin.“ Die sehr guten 300 Watt hatte er oben auf dem Gipfel, Zeit verlor er in der Abfahrt. „Da sind die reinen Bergfahrer im Vorteil. Die Italiener oder Franzosen kennen das. Da haben sie mir drei Minuten aufgebrummt, die ich am Ende nicht mehr ganz aufgelaufen habe.“ Sagt’s und deutet damit an, dass er doch den Ehrgeiz hatte, richtig vorn dabei zu sein.

„Es hat mir Selbstvertrauen gegeben“

Aber er bewältigte die bergige Strecke mit seiner Cervelo-Zeitfahrmaschine, um sich eben besser auf Hawaii vorzubereiten. „Am Anfang waren 15 flache Kilometer und am Ende auch. Da habe ich gemerkt, dass ich richtig drücken kann“, freute er sich, dass Kraft und Ausdauer stimmten.

Er ging als Zwölfter seiner Altersklasse auf die Laufstrecke und kam als Vierter ins Ziel. „Es hat mir Selbstvertrauen gegeben, als ich merkte, dass ich noch welche einsammeln kann. Ich bin optimal gelaufen, fast auf die Minuten genau wie berechnet.“

Dies obwohl die Umstände nicht mehr die allerbesten waren. Die Altersklasse 18/24 startete als letzte des insgesamt 3200 Teilnehmer starken Feldes, dementsprechend abgeräumt waren die Verpflegungsposten. Aber das störte ihn letztendlich nicht mehr, so sehr war er zum Ende hin hochkonzentriert: „Auf den letzten drei Kilometern habe ich mir noch zwei Konkurrenten geschnappt.“

Zwischen Oberhausen und Hamburg

Mit der Rückkehr nach Deutschland am Donnerstag beginnt die intensive Phase der Vorbereitung auf den legendären Ultra auf Hawaii. Zwei Wochen wird er in Oberhausen und Hamburg, wo er studiert, die Belastungen auf die lange Distanz ausrichten: 3,6 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer auf dem Rad sowie ein Marathon erwarten ihn dort.

Das geht er dank Nizza nun sehr optimistisch an: „Dort sind 140 Kilometer flach, da kann ich die großen Gänge drücken und ich weiß jetzt, dass ich da Zeit gut machen kann. Ich will meinen Titel verteidigen und meine Zeit des Vorjahres bestätigen.“ Um das zu schaffen, wird er zwei Wochen vor dem Wettkampf auf die Insel fahren, um sich zu akklimatisieren.

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