Jubiläum

Seit 100 Jahren ist der VfL Bergheide in Bewegung

100 Jahre VfL Bergheide, Handballer in den 1960er Jahren.

100 Jahre VfL Bergheide, Handballer in den 1960er Jahren.

Foto: VfL Bergheide

Oberhausen.  Der VfL Bergheide feiert am 31. August sein 100-jähriges Bestehen und blickt auf eine bewegte Vergangenheit voller Höhen und Tiefen zurück

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Nach dem Ersten Weltkrieg wollten viele Menschen in Deutschland einen Neuanfang. So traf sich im September 1919 in Sterkrade eine Gruppe sportbegeisterter Männer und gründete innerhalb des Jungmänner-Vereins St. Bernadus eine Sportabteilung. Nach Gründung der DJK (Deutsche Jugendkraft) im Jahre 1921 schloss sich die Abteilung dem Sportverband unter dem Namen DJK Bergheide an. Der Vereinsname leitete sich aus dem Gebiet um die Bernaduskirche ab, welches damals Tackenberg-Sandbergheide hieß.

Die Anfänge auf einem früheren Acker

In den ersten Jahren wurde auf einem früheren Acker an der Münster- und jetzigen Dorstener Straße Faustball gespielt und der Seitenstreifen der Straße diente als 100 Meter Laufstrecke. Der 1906 erstellte Wasserturm am Tackenberg warf seinen Schatten auf das Spielfeld und wurde zum Wahrzeichen des Vereins. Der Turm wurde zwar 1958 abgerissen, aber im Logo des VfL lebt er weiter.

Die erste Mannschaft bestritt erstmalig 1922 Wettkämpfe und wurde wiederholt DJK-Gaumeister. Um den Spielbetrieb auszuweiten, wurde bald das Schlagballspiel dazu genommen. Die ersten Schlagballspiele wurden am Volkspark ausgetragen. 1924 stellte der Vereinswirt Keller das hinter der Wirtschaft gelegene Grundstück dem Verein zur Verfügung. Hier wurde nun auch Leichtathletik betrieben – auf hausbackene Art, mit dürftigen Hilfsmitteln.

Ab 1926 verlor das Faustball- und Schlagballspiel an Zugkraft, während nun das Handballspiel an Interesse gewann. So wurde dann ab 1928 Handball gespielt. Von der GHH wurde ein Gelände an der früheren Heinrichstraße dem Verein überlassen.

Eine Kiesgrube wird zum Sportplatz

Die Väter der im Verein Sport treibenden Jugendlichen verwandelten innerhalb kurzer Zeit eine Kiesgrube in einen Sportplatz, welcher den landläufigen Anforderungen entsprach. Als Umkleideraum diente eine ehemalige Zollbaracke aus dem Ruhrorter Hafen, die an der Tackenberg-, Heinrich-, der jetzigen Dinnendahlstraße, errichtet wurde.

Handball und Leichtathletik konnten auf dem neuen Platz systematischer betrieben werden. Beide Abteilungen spielten im Gau eine anerkannte Rolle. 1933 wurde die DJK im Rahmen der Gleichschaltung durch die damaligen Machthaber verboten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland in vier Besatzungszonen aufgeteilt und unterstand bis 1948 einer Militärregierung. Um den Spielbetrieb wieder aufzunehmen, war die Zustimmung der örtlichen Militärverwaltung erforderlich. Diese erfolgte dann bereits im Juli 1945.

Zu einem ersten Gespräch trafen sich am 29. August 1945 15 Ehemalige, um den Verein wieder zu beleben. Da die DJK als selbstständiger Sportverband nicht wieder in Erscheinung trat, wurde am 1. November 1945 beschlossen, den Verein in VfL (Verein für Leibesübungen) Bergheide umzubenennen und Aufnahme in den Handballverband Niederrhein zu beantragen. Erfolge gab es schon bald. In den Jahren 1948 und 1954 gewannen die Handballer die Kreismeisterschaft.

Der Wandel zum Breitensportverein

Ein Verein muss sich fortwährend überprüfen und erneuern, wenn er bestehen will. So wandelte der VfL Bergheide sich zum Breitensportverein, welcher sich besonders dem Gesundheitssport verschrieben hat. Maßgeblichen Anteil an diesem Wandel hat Wilhelm Dickhoff, welcher mittlerweile seit mehr als 40 Jahre den Verein als 1. Vorsitzender führt. Er betrieb den Wandel zusammen mit seinen Vorstandskollegen hartnäckig und zielstrebig.

Heute bietet der Verein 32 verschiedene, gesundheitsorientierte Sportangebote in 14 Gruppen für „Sie und Ihn“ über die ganze Woche verteilt an. Längst hat man erkannt, dass Bewegung für den modernen Menschen unverzichtbar ist und in jedem Alter gegen die so genanten Zivilisationskrankheiten hervorragend hilft.

Wissenschaftliche Studien beweisen, dass schon zwei Stunden Sport pro Woche das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen um das Fünffache senkt. Hier setzt das Konzept des VfL Bergheide an. Er bietet seinen fast 300 Mitgliedern für sieben Euro im Monat die Chance, sich umfassend sportlich zu betätigen. Dieses Angebot wird dankbar angenommen. Viele Mitglieder betätigen sich bereits seit 30 oder gar 50 Jahren in den Sportgruppen.

Neben dem Sportangebot schätzt man hier auch die sozialen Kontakte und für viele ist der Verein einfach ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens geworden. Jährlich werden zusätzlich ein Vereinssportfest, ein Stundenlauf und eine Laufreise angeboten.

Beachtliche sportliche Leistungen

Neben dem Gesundheitsaspekt gibt es natürlich auch für viele Mitglieder durchaus den Ehrgeiz, messbare sportliche Leistungen zu erzielen. Diesen bietet der Verein zum Beispiel die Möglichkeit, das Deutsche Sportabzeichen zu erwerben. Hierfür müssen Prüfungen in Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination abgelegt werden.

Seit Jahren ist der VfL Bergheide bei den Abnahmen Spitzenreiter unter den Oberhausener Vereinen. Viele Mitglieder wiederholen die Übungen jährlich und können sich mit 35 oder sogar 45 Auszeichnungen schmücken. Durch die Lauf- und Walkinggruppen kommen auch viele Mitglieder automatisch dazu, sich bei diversen Laufveranstaltungen zu beteiligen. Hier kann der Verein besonders in den höheren Altersklassen immer wieder beachtliche Erfolge vorweisen.

Neben den vielen Volksläufen stehen die Aktiven auch immer wieder bei Marathonläufen im In- und Ausland am Start. Selbst die Ultrastrecken bis zu 100 Kilometern und zwölf oder 24 Stundenläufe wurden von Mitgliedern bereits mehrfach erfolgreich bewältigt. Der größte bisherige Erfolg in der Vereinsgeschichte war 2017 der zweite Platz von Bernhard Thülig bei den Deutschen Marathonmeisterschaften in der Altersklasse M80 in Frankfurt.

Zuversichtlich Richtung Zukunft

In diesem Jahr besteht der VfL Bergheide jetzt seit 100 Jahren. Eine lange Zeit mit vielen Höhen und Tiefen. Man hat aber gemeinsam alle Klippen erfolgreich überwunden, denn für den Verein steht der Zusammenhalt und das menschliche Miteinander immer im Vordergrund. So schaut man nun auf eine stolze Vergangenheit zurück und gleichzeitig zuversichtlich in die Zukunft. Denn ein solcher Verein wird sicher auch weiterhin dringend benötigt.

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