Tennis

BTC-Sportwart Glowacz: „Versuchen, den Titel zu verteidigen“

TC Buschhausens Sportwart Alexander Glowacz (l.) und der 1. Vorsitzende Thomas Winck mit dem DM-Pokal auf der Baustelle für die neue Anlage des BTC an der Dachsstraße.

TC Buschhausens Sportwart Alexander Glowacz (l.) und der 1. Vorsitzende Thomas Winck mit dem DM-Pokal auf der Baustelle für die neue Anlage des BTC an der Dachsstraße.

Foto: BTC

Oberhausen.  BTC-Sportwart Alexander Glowacz blickt auf der Baustelle der neuen Anlage auf die Meistersaison der Herren 30 in der Tennis-Bundesliga zurück.

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Im Sommer hat der Buschhausener TC mit dem 7:2-Finalsieg in der Tennis-Bundesliga der Herren 30 gegen den STK Garching und dem damit verbundenen Titel des Deutschen Meisters Oberhausener Tennis-Geschichte geschrieben. Sportwart und Mannschaftsführer Alexander Glowacz stand dieser Zeitung rück-, aber auch vorausblickend Rede und Antwort.

Wird der BTC kommende Saison versuchen, den DM-Titel zu verteidigen?

Alexander Glowacz: Viele Leute haben gesagt: Wenn erstmal ein Finale erreicht oder sogar der Titel geholt wurde, springen die Sponsoren sowieso ab und die Mannschaft löst sich auf. Das ist bei uns nicht der Fall. Wir

versuchen, unseren Titel zu verteidigen.

Wer sind kommende Saison die Favoriten neben Euch?

Das ist heute schwer zu sagen. Natürlich ist Espelkamp wieder einer der Topfavoriten, aber auch Leverkusen hat diese Saison gezeigt wie stark sie sein können wenn, sie in Bestbesetzung spielen. Die beiden Aufsteiger sind schwer einzuschätzen, aber auch wir waren in dieser Saison ein Aufsteiger. Wir werden wieder in erster Linie auf uns gucken und alles andere wird sich zeigen. Diese Saison waren wir die Jäger, kommende Saison sind wir die Gejagten.

Wird es personelle Veränderungen geben?

Ich denke, dass wir größtenteils zusammenbleiben. Vielleicht wird es punktuell Veränderungen geben. Einige Spieler sind beruflich auf der Profitour eingebunden und standen uns diese Saison nur eingeschränkt zur Verfügung. Für uns ist es wichtig, am Spieltag die Spieler vor Ort zusammen und nicht im Vorfeld die beste Mannschaft auf dem Papier zu haben. Gegen Espelkamp passte diesmal alles, aber gegen Leverkusen, im Spiel um die Tabellenspitze, mussten wir gleich auf mehrere Spieler verzichten. Kleinigkeiten können über den Ausgang sowie das Spielergebnis entscheiden. Da wieder nur 14 Spieler gemeldet werden dürfen, werden wir uns natürlich diesbezüglich Gedanken machen. Die Stimmung in der Mannschaft war überragend trotz vieler unterschiedlicher Nationen und Eigenschaften. Die Mannschaft war eine geschlossene Einheit und stets für einander da. Unsere Erwartungen wurden komplett übertroffen. Daher möchten wir so wenig wie möglich am Kader ändern.

Auf welches Spiel freut Ihr Euch am meisten?

Es wird ein neues Nachbarschaftsduell mit dem Aufsteiger Dorsten geben. Da kommen bestimmt viele Zuschauer auch aus Dorsten mit auf unsere neue Anlage an die Dachsstraße. Unser persönliches Highlight ist sicherlich das Auswärtsspiel in Hamburg. Das ist vergleichbar mit dem Abenteuer Berlin in dieser Saison. Knapp 40 Mitglieder sind während der Sommerferien mit in die Hauptstadt gereist und haben für einen passenden Rahmen gesorgt.

Was sagen Sie zum starken Zuschauerinteresse bei den Heimspielen?

Überragend! Wir hatten immer eine grandiose Stimmung, dafür fehlten uns lange die Worte. Wir sind wahnsinnig stolz darauf, dass wir unsere Zuschauerzahlen stetig bis zum Finale steigern konnten. Zum ersten Heimspiel kamen circa 250 Zuschauer, zum Finale schließlich 500. Das Tennis-Interesse in Oberhausen und

Umgebung ist vorhanden, das hat uns diese Saison eindrucksvoll bewiesen. Wir hatten teilweise Temperaturen von 40 Grad, aber die Leute kamen trotzdem und unterstützten uns. Ich möchte mich an dieser Stelle im Namen meiner Mannschaft und des gesamten Vereins noch einmal bei allen Zuschauern, Fans und Tennisbegeisterten recht herzlich bedanken. Wir hatten viele Stammgäste, Gäste aus anderen Oberhausener Vereinen, alte Weggefährten sowie viele Jugendliche auf der Anlage. Aber nicht nur die großartigen Zuschauer, auch die Spieler selbst sorgten für diese Stimmung. Sie nahmen die Unterstützung dankend an und präsentierten sich voll motiviert und sehr nah an den Fans. Keiner hatte im Vorfeld damit gerechnet, während der Saison so viele Autogramme schreiben und Bälle signieren zu dürfen. Die gesamte Mannschaft wurde von den Zuschauern angenommen und gefeiert bis zur Deutschen Meisterschaft. Aber nicht nur die Heimspiele waren gut besucht, auch in Köln und Berlin wurden wir zahlreich unterstützt.

Ihre Mannschaftspräsentationen vor den Heimspielen fanden schnell großen Anklang und füllten die Tribüne schon vor Spielbeginn. Wie sind Sie darauf gekommen oder ist das Standard in der Liga?

Leider war es nicht Standard, zumindest haben wir es auswärts nicht erlebt. Ich habe es vorher bei einer anderen Bundesligapartie gesehen und fand es einfach klasse. Es sorgt nicht nur für gute Stimmung, den Mitgliedern und Zuschauern werden auch Mannschaft und Spieler näher gebracht. Die meisten Spieler waren neu und noch unbekannt, durch die jeweilige Vorstellung mit Namen wussten die Zuschauer anschließend, wen sie denn überhaupt anfeuern sollen. Aber auch die Spieler selbst genossen den Moment ihrer Präsentation. Natürlich ist die Aktion noch ausbaufähig. Aber ich denke, auch hier konnten wir uns von Spiel zu Spiel steigern. Kleine Fehler wie vergessene Spielernamen, die Vorstellung der Schiedsrichter, Versprecher sowie technische Probleme kamen auch mal vor. Vielleicht hat es auch etwas Eindruck bei unseren Gegnern hinterlassen, schließlich wurden unsere Spieler von den Zuschauern bei jeder Vorstellung frenetisch gefeiert.

Es wurde den Spielern und Zuschauern einiges geboten, auch abseits des Platzes.

Wir haben uns große Mühe gegeben, dass auch neben dem Sportlichen alles bestens organisiert war. Unser eigens dafür eingerichtetes Orga-Team hat diese Saison Großes geleistet. Auch kulinarisch wurde den Spielern, Schiedsrichtern und Gästen viel geboten. Dafür auch noch mal der Dank an unseren Clubwirt Michael. Das Spieler-Buffet war top und nicht annähernd zu vergleichen mit unseren Auswärtsspielen. Sogar die Schiedsrichter sagten mir, dass unsere Rahmenbedingungen vorbildlich waren. Großen Anteil hatten darüber hinaus die vielen weiteren Helfer die sich unter anderem um die Platzpflege während der Spiele gekümmert hatten, organisiert und koordiniert durch unsere 2. Jugendwartin Brigitte Reuen. Bei der DTB-

Sitzung in Frankfurt wurde unsere Organisation und die Finalatmosphäre als „vorbildlich für die Liga“ bezeichnet. Eine Anerkennung und Auszeichnung von großer Bedeutung für uns und den gesamten Verein.

Während der Siegerehrung gab es ein kräftiges Gewitter und eine Unterbrechung.

Wir hatten knapp 40 Grad am Finaltag und das Unwetter war angekündigt. Nach dem 5:1 in den Einzeln brauchten wir keine Doppel mehr zu spielen, so dass lediglich die Siegerehrung vom Unwetter unterbrochen wurde, nicht aber das sportliche Geschehen. Wäre es noch zu den Doppeln gekommen, hätten wir in die Halle ausweichen müssen, was natürlich keiner wollte. An dieser Stelle auch noch einmal ein Dankeschön an unseren Kooperationspartnerverein Turnerbund Osterfeld, der uns seine Tennishalle zur Verfügung gestellt hätte. Wir hatten kurz überlegt, die Siegerehrung ins Clubhaus zu verlagern, aber der Platz wäre zu klein gewesen, denn trotz Starkregens waren noch sehr viele Gäste anwesend. Nach kurzer Pause setzen wir die Siegerehrung auf dem Centercourt fort. Dass nicht nur der Wettspielleiter der Liga, Oliver Weber, sondern auch der Referent für Wettkampfsport vom DTB, Peter Becker, zur Pokalübergabe angereist waren, zeigt das Interesse des Verbandes an der Herren 30-Bundesliga. Im Vorjahr war dies wohl nicht der Fall und stieß auf Kritik seitens der Vereine. Daher auch von meiner Seite ein Kompliment an den DTB und seine Repräsentanten, die im BTC vor Ort waren.

Gibt es auch negative Erinnerungen an die Saison?

Die schlechte und unzureichende Parkplatzsituation, verschärft durch zahlreiche Baustellen um den Verein herum. Am Finaltag wurden zahlreiche Bußgelder verhängt, eine Situation die mit etwas mehr Fingerspitzengefühl sicherlich besser hätte gelöst werden können. Ebenfalls bedauerlich waren die zwei Einbrüche im Clubhaus und auf dem Vereinsgelände vor den Spieltagen. Nicht nur der entstandene Schaden war sehr ärgerlich, wir wurden zudem auch gezwungen, unsere wöchentlichen Vorbereitungen für die Heimspiele kurzfristig am Spieltag zu organisieren. Das war natürlich sehr stressig und stellte uns zeitlich vor großen Herausforderungen.

Sie wurden in Frankfurt zum neuen Ligasprecher gewählt, was haben Sie da zu tun?

In den letzten Jahren wurde dieses Amt durch den vor der Saison verstorbenen Volker Hoppe ausgeübt. Der Ligasprecher ist das Bindeglied und erster Ansprechpartner zwischen dem Verband und den Vereinen. Er repräsentiert die Interessen und Wünsche der Vereine gegenüber dem DTB. Die erste Änderung im Vergleich zur abgelaufenen Saison ist die Verschiebung der Startzeit der Bundesligaspiele um eine Stunde von 12 Uhr auf 13 Uhr. Ich denke, das ist hilfreich für die Organisation der Heimspiele und wirkt sich auch positiv auf die Zuschauerzahlen aus.

Zur neuen Saison bekommt der BTC eine komplett neue Tennisanlage. Wie ist der aktuelle Stand der Dinge?

Der gesamte Verein freut sich auf die neue Anlage. Sie wird größer, moderner und alles ist halt neu. Aber wir verlassen die Erlenstraße nur sehr ungern. Der jetzige Standort war sportlich wie gesellschaftlich unsere Heimat. Jeder verbindet seine eigenen, persönlichen Erinnerungen mit dem Standort. Das wahrscheinlich letzte offizielle Ligaspiel war das Finale und der Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Ich denke, einen besseren und würdigeren Abschied vom Standort Erlenstraße kann es kaum geben. Vielleicht gelingt es uns ja, die neue Heimspielstätte des Vereins an der Dachsstraße vergleichbar erfolgreich einzuweihen. Zum Zeitplan kann ich aktuell nur sagen, dass eifrig gebaut wird. Wir hoffen auf eine zeitnahe Fertigstellung, so dass die Saison 2020 nach Plan beginnen kann. Wir sind diesbezüglich im regelmäßigen Austausch mit den zuständigen Personen und Firmen. Aufgrund der frühen Sommerferien beginnt der reguläre Medenspielbetrieb kommende Saison aber bereits etwas früher und das Wetter macht es den Arbeitern nicht einfach oder teilweise sogar unmöglich zu arbeiten.

Möchten Sie zum Abschluss noch weiteren Leuten danken?

Natürlich geht ein riesen Dankeschön an unsere Sponsoren und Kooperationspartner. Nur mit deren Hilfe und Unterstützung war dieses Projekt Bundesliga sowie Meisterschaft überhaupt erst möglich. Unserem 1. Vorsitzenden Thomas Winck, meiner 2. Sportwartin Sandra Kuhlkamp sowie ihrer Familie, Dirk Kottkamp, dem gesamten Orga- und Physioteam sowie der Jugendabteilung gehört ebenfalls mein großer Dank, deren Begeisterung und Engagement war vorbildlich. Und selbstverständlich meiner Mannschaft, den 14 Jungs aus sieben Nationen, die diese Saison zu einer unvergesslichen gemacht haben und das nicht nur sportlich. In Gedanken bleiben auch unsere beiden verstorbenen Ehrenmitglieder Wolf Winck und Peter Haschke. Sie waren wichtige Säulen und Gesichter des Vereins und ich bin mir sicher, dass speziell der Peter diesen Meisterpokal mit Stolz in seinen Händen gehalten hätte. Zudem möchte ich mich auch für die gute Zusammenarbeit mit der NRZ/WAZ und deren Mitarbeitern bedanken. Die Zeitung hat durch ihre ausführliche und regelmäßige Berichterstattung von Beginn an der Bundesliga der Herren 30, dem BTC und dem Tennissport an sich in Oberhausen wieder einen neuen Stellenwert zugesprochen und neuen Glanz verliehen.

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