Kanupolo EM

Mülheimerin Lotta Bendiek fährt mit Deutschland zu EM

Lotta Bendiek fährt mit der deutschen U21 Nationalmannschaft zur Europameisterschaft. Dort hütet sie das Tor.

Lotta Bendiek fährt mit der deutschen U21 Nationalmannschaft zur Europameisterschaft. Dort hütet sie das Tor.

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Mülheim/Duisburg.  Im portugiesischen Coimbra möchte die deutsche U21 ihren Titel verteidigen. Eine Mülheimerin ist nicht nur im Tor gefordert.

„Das ist eine ganz schöne Frickelarbeit“, sagt Lotta Bendiek. Die 17-jährige Mülheimerin, die für den Meidericher KC in der Kanupolo-Bundesliga spielt, bereitet sich auf die U21 Europameisterschaft im portugiesischen Coimbra vor. Das bedeutet aber nicht nur, dass sie körperlich in bester Verfassung sein muss.

Das Tor ist das Revier von Lotta Bendiek. Wenn die gegnerischen Mannschaften angreifen, ist sie die letzte Spielerin, die als Torhüterin einen Gegentreffer verhindern kann. Allerdings: Greift die eigenen Mannschaft mit, paddelt auch Bendiek nach vorne – als „fliegende“ Torhüterin kann sie dann auch Tore selbst erzielen. „Ich war die größte, deshalb stand ich wohl immer im Tor“, sagt Bendiek, die im Sommer ihr Abitur am Karl-Ziegler Gymnasium im Mülheim abgelegt hat.

Übernachtung in der Uni

So wird es auch bei der U21-Europameisterschaft in Portugal sein. Als einzige Torfrau steht sie dann im deutschen Kader, der nur sehr dünn besetzt ist. „Es fallen viele Kosten an, deshalb fahren nur die fünf Stammspieler und drei Ersatzspieler mit“, sagt die Mülheimerin. Die Flüge bekommen die Spielerinnen bezahlt, übernachtet wird in der Universität. Gespielt wird mit den eigenen Booten, die um die 1500 Euro kosten.

Und genau deshalb muss Lotta Bendiek noch einiges vorbereiten. Die Weste mit der deutschen Fahne und der Nummer acht hat sie gestellt bekommen – ihr blaues Boot muss noch eine andere Farbe bekommen. „Ich überklebe alles mit schwarzer Folie“, sagt Bendiek und frickelt an ihrem Boot herum. Auch der Helm muss schwarz sein, auf das Boot kommt auch noch eine Deutschlandfahne.

Angefangen hat der Teenager mit Kanurennsport. „Immer nur geradeausfahren, das ist mir schnell zu langweilig geworden“, erinnert sich Bendiek. Gemeinsam mit einem Freund ist sie dann zum Kanupolo gewechselt. Zunächst bei der DJK Ruhrwacht in Mülheim, seit dem Winter 2017/18 dann in Meiderich. Mit den Duisburger-Damen ist sie jüngst in die zweite Bundesliga abgestiegen.

Nach der EM beginnt das Studium

Jetzt liegt der Fokus aber ganz auf der Europameisterschaft. „Ich freue mich darauf, auf dem Niveau zu spielen“, sagt Bendiek, die ihre Stärken im Tor sieht, aber auch in der Offensive überzeugen kann. In der Abwehr habe sie dagegen ihre Schwierigkeiten. „Da fehlt mir dann etwas der Überblick. Als Torfrau bin ich aber auch eigentlich immer diejenige, die absichert und bei einem gegnerischen Angriff schnell zurück ins Tor paddelt“, sagt sie, die auch die Zweikämpfe mit dem Boot liebt.

Nach der EM – wenn die U21 ihren Titel verteidigt haben möchte – beginnt Lotta Bendiek ihr duales Studium der Elektro- und Informationstechnik. Und sie muss wieder ans Boot. Dann muss die schwarze Folie wieder ab. Auch das ist eine ganz schöne Frickelarbeit.

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