Feldhockey EM

Lukas Windfeder fiebert Halbfinale gegen Belgien entgegen

Lukas Windfeder (2.v.l.) feiert sein Tor gegen die Niederlande zum zwischenzeitlichen 2:2. Deutschland hat den Einzug ins Halbfinale geschafft und trifft dort am Donnerstagabend auf Gastgeber Belgien.

Lukas Windfeder (2.v.l.) feiert sein Tor gegen die Niederlande zum zwischenzeitlichen 2:2. Deutschland hat den Einzug ins Halbfinale geschafft und trifft dort am Donnerstagabend auf Gastgeber Belgien.

Foto: Frank Uijlenbroek / dpa

Mülheim/Antwerpen.  Die Pflicht hat die deutsche Nationalmannschaft, zu der auch vier Mülheimer zählen, erfüllt. Jetzt kommt es zum Duell mit Weltmeister Belgien.

„Das sind die Spiele, für die wir trainieren“, sagt Lukas Windfeder mit Blick auf das EM-Halbfinale gegen Belgien am Donnerstag (20.30 Uhr). Der Gastgeber und amtierende Weltmeister wird für einen stimmungsvollen Abend in Antwerpen sorgen. „Ein ausverkauftes Stadion, Flutlicht – das Set-up für dieses Spiel könnte nicht geiler sein“, fiebert Windfeder dem Aufeinandertreffen mit den Belgiern entgegen.

Bisher hat die deutsche Elf, zu der neben Windfeder auch Timm Herzbruch, Ferdinand Weinke und Malte Hellwig vom deutschen Meister HTC Uhlenhorst gehören, ein sehr gutes Turnier gespielt. „Schon vor dem Turnier war uns klar, dass die Spiele gegen Schottland und Irland über den Einzug in das Halbfinale entscheiden, und es dann gegen die Niederlande um Platz eins gehen könnte“, so Windfeder.

Kleiner Kader hebt die Qualität

Die Aufgaben gegen die Teams von der britischen Insel lösten Windfeder und Co. souverän. 9:0 gegen die Schotten, 5:0 gegen die Iren. Und beim 2:3 gegen die Niederlande zeigte die Mannschaft, dass sie auch gegen die absoluten Topmannschaften mithalten kann.

Nach der durchwachsenen Pro League war das keine Selbstverständlichkeit, Lukas Windfeder weiß aber auch, dass es nun bessere Voraussetzungen für ein erfolgreiches Turnier gab. „Während der Pro League haben wir immer mit einem anderen Kader gespielt, mussten die Belastung steuern und Verletzungen kompensieren. Jetzt arbeiten wir über einen längeren Zeitraum konsequent mit einem kleineren Kader“, verrät der Verteidiger, der bei der Europameisterschaft auf einer für ihn ungewohnten Position spielt.

Windfeder spielt als Außenverteidiger

Denn normalerweise agiert Windfeder in der Innenverteidigung, nun beorderte Bundestrainer Kermas den Uhlenhorster auf die Außenverteidigerposition. „Wir haben sehr viele gute Innenverteidiger. Ich nehme meine neue Rolle gerne an und versuche das, was der Trainer von mir erwartet, bestmöglich umzusetzen“, so Windfeder. Die Ergebnisse geben dem Trainer und den Spielern recht – in zwei der drei Spiele blieb die deutsche Mannschaft ohne Gegentreffer.

Außerhalb des Platzes hat Windfeder längst eine tragende Rolle übernommen. Mit bereits zwei gespielten Europameisterschaften gehört er zu den erfahreneren Spielern im Kader. „Natürlich versuche ich zu helfen und die Jungs auch ein wenig zu pushen“, verrät der 24-Jährige, der bereits zwei Tore nach Strafecken erzielen konnte.

Belgien ist das Maß der Dinge

Mit Belgien erwartet er nun eine „sehr starke Mannschaft, die physisch sehr gut ist, aber auch über sehr gute Ballkontrolle verfügt. Sie können in allen Bereichen einen sehr hohen Standard bedienen.“ Das soll die deutsche Mannschaft aber nicht abschrecken. „Wir gucken uns den Gegner nochmal an, aber in erster Linie konzentrieren wir uns auf unsere Stärken“, sagt Windfeder. In den Testspielen vor der EM zeigte Deutschland beim 2:2 und 1:2 jeweils gute Leistungen.

Am spielfreien Mittwoch hatte der Uhlenhorster zunächst noch andere Dinge zu erledigen. Ein Videodreh mit dem Hauptsponsor stand für ihn und HTCU-Teamkollege Malte Hellwig auf dem Programm. Über den sagt Windfeder: „Seine Nachnominierung hat er sich mit einer starken Saison verdient.“

Anschließend stand ein freies Mittagessen mit der Option eines Stadtbummels an. Auch das Spiel der Para-Mannschaft besuchten Windfeder und Co. Danach richtete sich der Fokus voll auf das Spiel gegen Belgien. Dort will die deutsche Mannschaft der Spielverderber für die Gastgeber sein. „Wenn unsere Teamperformance stimmt, haben wir eine Chance“, weiß Lukas Windfeder. Er fiebert dem Moment, in dem das Flutlicht angeht, schon entgegen.

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