Hockey Bundesliga

HTC Uhlenhorst trennt sich von Trainer Moses Lodarmasse

Der Niederländer Moses Lodarmasse ist nicht länger Trainer der Damen des HTC Uhlenhorst.

Der Niederländer Moses Lodarmasse ist nicht länger Trainer der Damen des HTC Uhlenhorst.

Foto: Martin Möller / Martin Möller / Funke Foto Services

Mülheim.  Der Hockey-Bundesligist hat sich vom erst im Sommer verpflichteten Damentrainer Moses Lodarmasse getrennt. Ein Uhlenhorster Urgestein übernimmt.

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Nach nur elf Meisterschaftsspielen und Tabellenplatz neun haben sich der HTC Uhlenhorst und Damentrainer Moses Lodarmasse getrennt. In der nun anstehenden Hallensaison wird Daniel Kamphaus das Team betreuen.

Die Hinrunde lief für die Damen des HTC Uhlenhorst durchwachsen. Auf gute Leistungen folgten immer wieder Rückschläge, das von Moses Lodarmasse implementierte Spielsystem wollte nicht so richtig greifen. Das Team tat sich schwer, das Pressing der Niederländers umzusetzen. Damit hat es nun ein Ende, Lodarmasse ist nicht länger Trainer des Hockey-Bundesligisten.

Ex-Uhlenhorst-Trainer gibt sich selbstkritisch

„Es ist sehr schade, aber es hat auch nicht so geklappt, wie ich es mir vorgestellt habe. Letztendlich muss ich HTCU-Präsident Hanns-Peter Windfeder recht geben. Vielleicht war ich mit allem etwas überfordert“, sagt Lodarmasse. Damit bezieht er sich auf seine Doppelbelastung als Trainer der russischen Frauennationalmannschaft, außerdem war der Familienvater in seiner Kanzlei eingespannt.

„Wenn ich noch einmal eine Chance in der Bundesliga bekomme, würde ich das anders machen“, hat Lodarmasse aus seinem ersten Engagement in Deutschland gelernt. Schwierigkeiten habe es auch auf anderer Ebene gegeben. „Der Umgang ist in Deutschland ganz anders als in Holland. In den Niederlanden bezieht man die Co-Trainer und das Team mit ein. Das hat dort nichts mit einem schlechten Führungsstil zu tun“, erklärt Lodarmasse. Das hatte er auch am Uhlenhorst so vorgelebt, zunehmend aber auch deutlichere Vorgaben gemacht.

Mannschaft hat sich schwer getan

Auf dem Feld zeichnete sich dagegen kaum eine Veränderung ab. Von außen betrachtet wirkte es phasenweise so, als würde die Mannschaft das neue Konzept des Trainers nicht umsetzen können oder wollen. „Ich habe versucht zwischen dem alten und dem neuen System zu balancieren. Das würde ich jetzt anders machen“, gibt er sich selbstkritisch.

Hanns-Peter Windfeder, Präsident des HTC Uhlenhorst, führt ähnliche Gründe an: „Die Belastung bei Moses war größer, als er vielleicht im Vorfeld gedacht hatte. Dazu kam ja noch, dass er in Nijmegen wohnt und immer die langen Fahrtstrecken hatte. Es wäre mit Sicherheit auch von Vorteil gewesen, wenn er nicht nur beim Training und bei den Spielen vor Ort gewesen wäre.“

Uhlenhorst setzt auf ein Urgestein

Windfeder glaubt nicht, dass die Mannschaft die neuen Ideen des Trainers nicht annehmen wollte. „Natürlich haben es die einzelnen Spielerinnen unterschiedlich aufgenommen. Er konnte aber leider auch nicht die Zeit investieren, die vielleicht nötig gewesen wäre. Die Zeit, die er als Anspruch formuliert hat, konnte er selbst nicht aufbringen“, sagte Windfeder.

Einen Nachfolger haben die Uhlenhorster mit Daniel Kamphaus in den eigenen Reihen gefunden. Bereits in der vergangen Hallensaison betreute Kamphaus gemeinsam mit Benjamin Hinte die Mannschaft. Hinte wird künftig die zweite Mannschaft und die weibliche Jugend A betreuen.

Nachwuchstrainer ergänzt den Staff

„Wenn Daniel sich für eine Trainerkarriere entschieden hätte, wäre er schon lange unser Trainer. Er kennt die meisten Spielerinnen und kann sofort übernehmen. Auch auf dem Feld wird er die Mannschaft betreuen. Er ist ein Toptrainer“, erklärt der Präsident.

Der 34-Jährige wird schon am kommenden Wochenende zum ersten Mal an der Seitenlinie stehen, wenn die Uhlenhorster in heimischer Halle ein Vorbereitungsturnier gegen den Club Raffelberg und den Crefelder HTC bestreiten. Zum Trainerteam wird künftig auch Phil Neuheuser gehören, der bereits im Jugendbereich der Uhlenhorster erfolgreich arbeitet.

Moses Lodarmasse hätte in der Halle so oder so pausiert. Der Niederländer betont: „Der Kontakt zu einigen Spielerinnen ist noch da, wir haben ein gutes Verhältnis aufgebaut. Da ich in der Halle aber sowieso nicht verantwortlich gewesen wäre, ist es jetzt ein guter Moment, sich zu trennen. Ich gehe erhobenen Hauptes.“

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