Fußball

Wo der Sauerländer Philipp Hofmann endlich wieder jubelt

Insgesamt traf er bereits fünf Mal: Hier jubelt Philipp Hofmann nach seinem Tor zum 1:0 für den Karlsruher SC gegen den 1. FC Heidenheim.

Insgesamt traf er bereits fünf Mal: Hier jubelt Philipp Hofmann nach seinem Tor zum 1:0 für den Karlsruher SC gegen den 1. FC Heidenheim.

Foto: Imago

Karlsruhe.  Acht Vereine in fast acht Jahren – Philipp Hofmann sucht im Profi-Fußball eine Heimat. Warum die Suche des Sauerländers ein Ende haben könnte.

Nein, Philipp Hofmann suchte sich dieses Lied nicht auf Grund seiner fußballerischen Vita aus. Oder vielleicht doch? Ein kleines bisschen, eventuell? Denn tatsächlich trifft der Titel des Schlagers von Wolfgang Petry zu, um Hofmanns bisherige Karriere als Profi-Fußballer zu beschreiben. „Wahnsinn“ – dieses Lied sang der Sauerländer beim Teamabend des Zweitligisten Karlsruher SC im Sommer während des Trainingslagers in Österreich zum Einstand.

Wahnsinn – waren die vergangenen Jahre für den 26-Jährigen, der gebürtig aus Eslohe-Wenholthausen stammt. Der KSC ist schließlich der achte Klub, für den Hofmann seine Schuhe schnürt, seit er im Dezember 2011 beim FC Schalke 04 zum Profi wurde. Acht Vereine in fast acht Jahren – eine einzige schlüssige Erklärung für dieses Vereins-Hin-und-Her fällt allerdings selbst dem Mittelstürmer persönlich nicht ein.

Bei Horst Hrubesch hoch im Kurs

Schalkes einstiger Manager Horst Heldt bezeichnete den jungen Hofmann mal als, nun ja, nicht den Trainingsfleißigsten. Bei anderen Stationen dürfte seine Position für einen nur kurzen Verbleib gesorgt haben, schließlich waren kopfballstarke Strafraumstürmer zwar bei Horst Hrubesch in der U21-Nationalmannschaft hoch im Kurs, der Trend in den Klubs allerdings war in den vergangenen Jahren ein anderer. Die eine oder andere Verletzung bremste Hofmann außerdem aus. Nur eins war er nie: Ein Stinkstiefel, den man wieder loswerden wollte.

FC Schalke 04, SC Paderborn, FC Ingolstadt, 1. FC Kaiserslautern, Brentford FC, Greuther Fürth, Eintracht Braunschweig, Karlsruher SC – für diese Vereine ging (und geht) der Sauerländer auf Torejagd. „Vor allem die zwei Jahre mit Brentford in der zweiten englischen Liga waren eine super Erfahrung für mich“, sagt Hofmann im Gespräch mit dieser Zeitung. „Vielleicht kam der Wechsel nach England etwas zu früh, aber deswegen bereue ich ihn nicht.“

Mit der Karriere im Reinen

Ohnehin ist der sympathische Sauerländer mit sich und seiner Karriere im Reinen. Der Wechsel vom Drittligisten Braunschweig zum Zweitliga-Aufsteiger Karlsruhe, bei dem er einen Vertrag bis Juni 2021 unterschrieb, befeuerte seinen Ehrgeiz aufs Neue. Acht Spiele, sieben Startelf-Einsätze, fünf Tore und eine Vorlage – so liest sich Hofmanns Erfolgsbilanz bislang.

Im Badischen scheint der Sauerländer sein neues sportliches Glück gefunden zu haben. „Ich fühle mich so fit wie noch nie“, sagt er und nennt einen Grund für den Aufschwung. Der andere ist das Vertrauen, welches ihm KSC-Trainer Alois Schwartz und Sportdirektor Oliver Kreuzer vermitteln. „Sie haben sich sehr um mich bemüht“, erzählt Hofmann von Gesprächen, die ihm sehr imponierten. Andere Angebote aus der 2. Bundesliga habe er deshalb abgelehnt.

In Karlsruhe ergänzt sich Hofmann, Top-Torschütze im Team und einer der Top-Fünf der Liga, im Sturm mit Marvin Pourié. „Der Trainer lässt gerne mit zwei Spitzen spielen“, erzählt der 1,95-Meter-Hüne, der beim 1:1-Unentschieden gegen Heidenheim am vergangenen Wochenende die 1:0-Führung erzielte. Mittlerweile brachte Schwartz seinem Team aber auch ein neues System mit nur einer Spitze bei. Für Hofmann, der gegen Heidenheim begann, während Pourié erstmals auf die Bank musste, ist das kein Problem. „Es gibt keine Egos in der Mannschaft. Wir kommen stark über den Teamgeist“, erzählt er.

Durchmarsch wäre der Wahnsinn

Nach einem Start in die Saison mit zwei Siegen und der zwischenzeitlichen Tabellenführung träumten die Fans des KSC bereits von einer Neuauflage des Durchmarsches aus der dritten in die erste Liga, wie ihn der SC Paderborn in der vergangenen Saison vormachte. Einige Wochen später haben sich die Badener im Mittelfeld eingependelt. „Unser Ziel ist der Klassenerhalt“, sagt Philipp Hofmann. Das andere, also der direkte Durchmarsch des einstigen Erstligisten à la Paderborn, wäre ja auch – der Wahnsinn.

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