Kreisliga C Ost Iserlohn

Schiedsrichter wird nach dem Spiel geschlagen und beleidigt

Ein Platzverweis ist der Grund für den Ausraster.

Ein Platzverweis ist der Grund für den Ausraster.

Foto: Patrick Seeger / dpa

Schwitten.  Eigentlich verlief das Spiel zwischen Menden Türk II und SV Oesbern III ganz ruhig. Bis nach dem Schlusspfiff ein Spieler ausflippt.

Beim Fußballspiel in der Kreisliga C Ost zwischen Menden Türk II und SV Oesbern III (4:1) soll der Schiedsrichter nach dem Spiel angegriffen worden sein.

Die Partie war schon beendet. Trotz dreier Matchstrafen war die Atmosphäre auf dem Platz normal. Doch abseits des Spielfeldes soll sich das geändert haben. Als Schiedsrichter Reinhard Lehmann in der Kabine am Turnerweg den Spielbericht ausfüllte, soll ein Spieler von Menden Türk II, der zuvor des Feldes verwiesen worden ist, in der Kabine den Schiedsrichter aufgesucht haben.

„Habe Leberhaken bekommen“

„Er hat zu mir gemeint: Trotz deiner guten Leistung haben wir das Spiel heute gewonnen“, schildert Lehmann die Situation. Nach weiteren Beleidigungen hat Lehmann, nach eigener Aussage, den Spieler, der in der Nachspielzeit wegen Meckerns des Feldes verwiesen wurde, gebeten, die Kabine zu verlassen. Doch dieser Bitte soll der Spieler nicht nachgekommen sein. „Er hat mir einen Leberhaken verpasst“, erklärte Lehmann.

Zu den Zeugen des Vorfalls soll auch der Sohn des Schiedsrichters gehört haben. „Ja, das stimmt. Wenn er den Spieler nicht aus der Kabine geschubst hätte, wer weiß, was der noch gemacht hätte“, bestätigt Lehmann den Vorfall.

Seit zehn Jahren Schiedsrichter

Der Unparteiische, der seit zehn Jahren pfeift und Mitglied im Kreisvorstand des FLVW Iserlohn ist, kann die Reaktion des Spielers absolut nicht nachvollziehen. „Wegen so einer Lappalie. Es war doch nur eine gelb-rote Karte, die er in der Nachspielzeit bekam. Sowas passiert doch fast jede Woche. Das ist doch bloß ein Spiel Sperre“, ist der Iserlohner fassungslos.

Bereits auf dem Spielfeld kam es laut Zeugen zu einer ungewöhnlichen Szene. Nachdem bereits zuvor ein Spieler der Mendener Türken des Feldes verwiesen wurde, schickte die Mannschaft einen Ersatzspieler aufs Feld und spielte zunächst mit elf Akteuren weiter.

Nach Platzverweis mit elf Spielern weitergespielt

„Ich habe das gar nicht richtig realisiert, dass sie nach dem Platzverweis mit einem Spieler mehr gespielt haben. Nachdem ich nachgezählt hatte, wurde der Spieler wieder runtergenommen. Die haben gesagt, dass sie eigentlich einen Spielerwechsel vornehmen wollten, aber der Spieler zu früh auf den Platz gegangen wäre“, schildert Lehmann die Situation aus seiner Sicht.

„Das haben wir auch wahrgenommen. Plötzlich haben die einige Minuten mit elf Spielern gespielt, obwohl einer vom Feld verwiesen wurde“, erkannte auch Agim Mazreku, Trainer des Gegners SV Oesbern III.

Der Oesberner hat von den Vorfällen nach dem Spiel nichts mitbekommen, kann den Vorfall aber nicht verstehen. „Der Schiedsrichter hat das Spiel sehr gut gepfiffen. Ich habe noch zu meinen Jungs gesagt, dass ich es lange nicht mehr erlebt habe, dass ein Schiedsrichter ein Spiel so gut geleitet hatte. Auch unser Platzverweis war absolut in Ordnung“, ergänzt Mazreku, der von der Reaktion des Spielers überrascht war.

„Das ist doch nicht normal. Bei so einem Verhalten überlegt man sich als Trainer, ob man gegen solche Mannschaften noch einmal antritt.“

Küpeli verärgert über Ausraster

Äußerst unangenehm ist das Geschehene Halil Küpeli. Der Vorsitzende von Menden Türk musste sich vor drei Wochen schon dafür entschuldigen, dass Spieler der ersten Mannschaft im sozialen Netzwerk Facebook ein Foto gepostet haben, auf dem sie den türkischen Militärgruß zeigten.

„Ich möchte eigentlich, dass in unserem Verein Respekt und Fair Play gelebt werden. Wir werden den Spieler für diese Aktion bestrafen, sowas darf nicht vorkommen. Eigentlich ist er ein ruhiger Junge, ich verstehe nicht, warum er so reagiert hat. Nachher hat er sich auch beim Schiedsrichter entschuldigt und ihm die Hand gegeben.“

Für Schiedsrichter Reinhard Lehmann hat der Vorfall Konsequenzen. „Ich habe erst einmal alle Spiele abgesagt und weiß noch nicht, ob ich noch einmal pfeifen werde“, sagt der Unparteiische, der noch entscheiden wird, ob er zivilrechtliche Schritte gegen den Spieler einleitet.

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