Bundesliga

Massimo Mariotti hofft auf Klassenerhalt des VfB Stuttgart

Massimo Mariotti (links, hier mit Ex-BVB-Spieler Mitchy Batshuay)

Massimo Mariotti (links, hier mit Ex-BVB-Spieler Mitchy Batshuay)

Foto: Kirchner/David Inderlied

Menden/Stuttgart.   15 Jahre lang war Massimo Mariotti bei Borussia Dortmund das Mädchen für alles. Am Donnerstag bangt er mit dem VfB Stuttgart in der Relegation.

Die Saison des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart verlief alles andere als erfolgreich. Am Donnerstag müssen die Schwaben in der Relegation um den Klassenerhalt gegen Union Berlin antreten. Mittendrin ist auch ein Mendener- Massimo Mariotti.

Langsam steigt die Nervosität. „Es ist gerade sehr spannend, alle sind sehr aufgeregt“, bemerkt Mariotti. Seit August ist der Mendener als Integrationsbeauftragter bei den Schwaben tätig. Die Chancen für seinen VfB sieht er ausgeglichen.

„Die stehen vot solchen Spielen immer bei 50:50. Natürlich ist Stuttgart als Erstligist der Favorit, aber man weiß ja nie. Wenn du im Hinspiel einen schlechten Tag hast, wird es eng. In Berlin an der alten Försterei wird es ein sehr schwieriges Spiel werden. In den vergangenen Jahren hat sich immer der Bundesligist durchgesetzt, aber das ist auch keine Selbstverständlichkeit“, betont Mariotti.

Von der Champions League in den Abstiegskampf

Nach 15 Jahren bei Borussia Dortmund ist der VfB Stuttgart eine ganz besondere Herausforderung. „Hier ist alles natürlich etwas kleiner als es bei Borussia Dortmund war. Es ist ein sehr familiäres Umfeld. Die Arbeit macht Spaß. Sportlich ist es natürlich auch ein Unterschied, hier geht es gerade um den Klassenerhalt und nicht um die Champions League“, betont Mariotti.

Sollten die Stuttgarter in die zweite Liga absteigen, hätte das für Mariotti keine Auswirkungen. „Meine Position ist nicht abhängig davon, ob wir in der ersten oder zweiten Liga spielen“, versichert der Mendener, der sich in Stuttgart wohlfühlt.

„Wir haben hier 50.000 Zuschauer bei jedem Heimspiel, die voll hinter der Mannschaft stehen, auch in der aktuellen Situation“, betont Mariotti, der bei den Heimspielen immer im Stadion sitzt. Einen Unterschied gibt es zu seiner Zeit bei Borussia Dortmund.

„Ich muss nicht mehr bei allen Spielen dabei sein. Auswärts bin ich nur selten dabei. Die Trainer haben festgelegt, dass das nicht nötig sei“, erklärt der 57-Jährige. „Mein Job ist also ein ganz normaler Beruf von Montag bis Freitag“, schmunzelt Mariotti.

Alltag für die Profis einfacher gestalten

Zu seinen Aufgaben gehört, ähnlich wie bei Borussia Dortmund auch, die Betreuung von Spielern. Mariotti sitzt im Nachwuchsleistungszentrum des VfB und ist Ansprechpartner für alles. Von Behördengängen bis zur Suche einer Wohnung oder eines Kita-Platzes- Mariotti kümmert sich um alles.

Selbst als Trainer musste er schon einspringen. „Ich habe ja die A-Lizenz, darf also trainieren. Thomas Hitzlsperger fragte mich, ob ich ein Einzeltraining mit einem Spieler machen könnte. Das habe ich natürlich gerne übernommen“, erklärt der gebürtige Schweizer, der immer noch den Kontakt in seine Mendener Heimat pflegt.

„Ich versuche alle zwei bis drei Wochen vorbeizukommen. Wie gesagt, habe ich ja an den Wochenenden Zeit, an denen keine Heimspiele stattfinden“, sagt Mariotti.

Noch regelmäßig Kontakt zu Ex-Spielern

Wie wichtig die Arbeit Mariottis ist zeigt sich darin, dass auch Freundschaften zwischen dem Sprachtalent (Mariotti spricht deutsch, italienisch, französisch, englisch und etwas spanisch) und den Spielern entstehen.

So hat der Mendener auch heute noch Kontakt zu Spielern wir Pierre-Emerick Aubameyang, Henrikh Mkhitaryan, Sokratis oder auch Trainer Thomas Tuchel. „Dass ist das schöne an meinem Beruf. Auch wenn die Spieler nicht mehr beim Verein spielen, sind sie trotzdem nicht weg. Mit vielen telefoniere ich noch regelmäßig“, sagt Mariotti, der ebenso wie der gesamte Verein den Relegationsspielen entgegenfiebert.

„Im Fußball ist alles möglich, das hat man ja auch im Titelkampf gesehen. Als der BVB neun Punkte Vorsprung hatte, dachte auch jeder, Beobachter dass sie schon Meister wären.“

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