Fußball

Mädchenfußball im Kreis Iserlohn kämpft weiter

Die Zahl der Fußballerinnen im Kreis Iserlohn lässt immer weiter nach. Gerade im Jugendbereich ist es immer schwieriger, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten.

Die Zahl der Fußballerinnen im Kreis Iserlohn lässt immer weiter nach. Gerade im Jugendbereich ist es immer schwieriger, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten.

Foto: Dietmar Reker

Platte Heide.  Koordinatorin beim Fußballkreis, Maria Schnurbus, rechnet mit schweren Zeiten. Der Verband muss etwas ändern, um die Juniorinnen zu unterstützen.

Die Frauenfußball-Weltmeisterschaft geht auf die Zielgerade. Das Turnier in Frankreich rückt die weiblichen Kickerinnen wieder in den Fokus. Doch an der Basis spürt man von dieser Aufmerksamkeit nichts. Die Sorgen in den Fußballkreisen sind groß. Maria Schnurbus, Koordinatorin für den Mädchenfußball im Fußballkreis Iserlohn, sieht schwere Zeiten auf die Mannschaften zukommen, wenn der Verband seine Richtlinien nicht anpasst.

Jungs oft im Fokus

„Nein, ich glaube die Frauen-WM ist gerade zu unpopulär, um einen positiven Effekt zu haben. Sie ist kaum präsent, im Vorfeld gab es keine Euphorie und unsere Frauen sind auch schon ausgeschieden. Ich glaube nicht, dass das zu einem Boom führen wird“, betont Maria Schnurbus im Hinblick auf die Frauen-Weltmeisterschaft. Die leise Hoffnung vieler Vereine, dass sich viele Mädchen von der WM anstecken lassen, um danach selbst gegen den Ball zu treten, wird sich wohl nicht erfüllen. Bis Sonntag können noch Mannschaften im Mädchenbereich gemeldet werden. „Wir kämpfen“, sagt die Ehrenamtspreisträgerin aus Platte Heide. Schon in den vergangenen Jahren nahm die Zahl der Mädchenmannschaften kontinuierlich ab. Warum es so schwierig ist, Mädchen für den Fußballsport zu begeistern, hat viele Gründe. „Es geht ja schon in den Schulen los. Meiner Meinung nach müsste es dort gezielte Mädchenfußball-Angebote geben, um das Interesse zu wecken. Aber oft stehen dann wieder die Jungs im Fokus. Bei den Grundschul- Stadtmeisterschaften haben insgesamt nur zwei Mädchen mitgespielt“, beobachtete Schnurbus.

Körperliche Unterlegenheit

Hinzu kommen die Regelungen des Verbandes, die auch nicht gerade dazu dienen, den Mädchenfußball zu fördern. Bis zur D-Jugend spielen Mädchen zumeist mit den Jungen zusammen, in gemischten Mannschaften. „Was wir nach wie vor nicht haben, sind reine Mädchenmannschaften, die in diesen Altersklassen im Jungsbereich mitspielen“, erklärt Schnurbus. Beim Spiel in Jungenmannschaften verlieren Mädchen schnell die Lust, wenn die körperliche Überlegenheit der Jungs zu groß wird. „Diejenigen, die wirklich Fußball spielen wollen, setzen sich dann auch durch. Aber man muss es auch wollen“, weiß Schnurbus. Unglücklich ist im Mädchenfußball auch die fehlende A-Jugend. Die Spielerinnen verlassen mit 16 Jahren die B-Juniorinnen und damit den Jugendbereich. Weiter geht es direkt bei den Seniorinnen, was körperlich für viele Mädchen keine leichte Situation ist und dazu führt, dass wieder viele Spielerinnen durch das Raster fallen. „Die Altersklasse müsste hochgesetzt werden, so dass es auch A-Juniorinnen gibt. Dazu müsste der Verband allerdings erst einmal seine Regelungen überarbeiten“, sagt die Platte Heiderin.

Um überhaupt noch einen Liga-Spielbetrieb aufrecht erhalten zu können, gibt es seit Jahren im Mädchenfußball eine Kooperation mit dem Kreis Lüdenscheid und dem Kreis Arnsberg. „Es wird trotzdem eng werden. Ich weiß nicht, ob wir alle Ligen besetzt bekommen“, schlägt Schnurbus Alarm. Ein kleiner Lichtblick ist immerhin,, „dass zumindest bei den B-Juniorinnen die Situation ganz gut aussieht.“ Ein Rezept, wie man die Situation wieder umkehren könnte, hat die Koordinatorin nicht. „Mir fallen auch keine Ideen mehr ein“, betont Schnurbus.

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