Sportgericht

Kai Schmücker erteilt Stammtischparolen eine Abfuhr

Kai Schmücker.

Kai Schmücker.

Menden.  Die Forderungen nach harten Strafen nach den Vorfällen zwischen Menden Türk II und SV Oesbern III sind da. Kai Schmücker kritisiert diese Stimmen.

Der tätliche Angriff eines Fußballers von Menden Türk II auf den Schiedsrichter nach dem C-Liga-Spiel gegen den SV Oesbern III hat für reichlich Gesprächsstoff in der heimischen Kicker-Szene gesorgt. Prompt kam auch wieder der Ruf nach deutlichen Strafen auf. Die WP-Sportredaktion sprach über den Vorfall mit Kai Schmücker, dem Vorsitzenden des Iserlohner Sportgerichtes über den Fall.

Kai Schmücker, wie sieht der Vorsitzende des Sportgerichts des heimischen Fußballkreises den Fall?
Kai Schmücker: Zunächst werde ich mich zu der speziellen Angelegenheit nicht äußern, da es ein schwebendes Verfahren ist. Aber allgemein sollte ganz deutlich festgehalten werden, dass wir uns als Sportgericht einzig und allein an die Rechts- und Verfahrensordnung des Verbandes halten.

Uns interessiert nicht, was in irgendwelchen Foren oder sonstiger Öffentlichkeit gefordert wird. Die Vereine haben einen Anspruch auf unsere Loyalität. Im normalen Leben möchte auch jeder nach dem Gesetz behandelt werden. Ich muss es auch einmal ganz deutlich sagen an dieser Stelle:

Was der Stammtisch fordert, interessiert uns nicht. Im übrigen wird ja auch gerne behauptet, dass das Sportgericht wegschauen würde. Dass wir zuletzt nach dem Spiel Hüingsen III gegen den MSV Iserlohn einen Iserlohner Spieler für 15 Spiele gesperrt haben, wird übersehen.

Wie ist denn der Ablauf bis zur Eröffnung eines Verfahrens?
Das ist relativ schnell beschrieben. Zunächst warten wir den Eingang des Spielberichtes und des Sonderberichtes des Schiedsrichters ab. Dann wird vom betroffenen Verein noch eine Stellungnahme eingefordert. Nach der Prüfung der Unterlagen wird entschieden, ob ein Verfahren eröffnet wird. Anschließend wird es terminiert.


Manchmal hat man das Gefühl, dass sich die Zahl der Vorfälle häuft. Woran liegt das Ihrer Meinung nach und kann man dem überhaupt gegensteuern?

Zunächst ist das auch wieder ein Teil der Wahrnehmung in der Öffentlichkeit, an der ich mich nicht beteiligen will. Aber ich sage auch, worüber reden wir? So lange wir Wochenende für Wochenende die Bilder aus der Bundesliga mit Rudelbildungen, Foulspielen und sonstigen sehen, wird sich nichts verändern. Am vergangenen Sonntag hat es doch die Szene beim Spiel Freiburg gegen Frankfurt gegeben, als der Freiburger Trainer Christian Streich umgestoßen wurde. Anschließend wurde das noch von den Beteiligten verniedlicht. Traurig.

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