Florian Friedrichs

„Wir werden bis zur letzten Sekunde kämpfen“

Florian Friedrichs, Kapitän und Torjäger des  FC Lennestadt

Florian Friedrichs, Kapitän und Torjäger des FC Lennestadt

Foto: Michael Meckel

Lennestadt.   Für den FC Lennestadt hat sich die Lage im Abstiegskampf durch den 3:1-Sieg des Vorletzten SV Horst-Emscher über Finnentrop/Bamenohl zugespitzt.

Der FC Lennestadt, der auf Relegationsplatz 14 steht, hat nur noch einen Punkt Vorsprung auf den direkten Abstiegsplatz 15 (Horst-Emscher). Zum ersten direkten Nichtabstiegsplatz 13 (BSV Schüren) hat der FCL aber auch nur einen Punkt Rückstand. Und im letzten Spiel kommt es im Henselstadion zur Partie FC Lennestadt gegen BSV Schüren. Es droht ein echtes Abstiegsfinale.

Doch zunächst geht es am Sonntag im letzten Auswärtsspiel der Saison zum Tabellensiebten Lüner SV (Anstoß: 15 Uhr, Schwansbeller Weg 7 a, 44532 Lünen).

Im Hinspiel gab es ein 2:2. Dabei hielt FCL-Torwart Steffen Dicke kurz vor Schluss einen Foulelfmeter. Wir sprachen mit FCL-Kapitän Florian Friedrichs über die Lage vor den beiden letzten Spielen in Lünen und zuhause gegen Schüren.

Hand aufs Herz! Hätten Sie mit einem Sieg von Horst-Emscher gegen die SG Finnentrop/Bamenohl gerechnet?
Florian Friedrichs: Die ganze Mannschaft hat natürlich auf einen Sieg der SG gehofft. Aber gerade in dieser Saison haben die Mannschaften im Abstiegskampf schon das ein oder andere kuriose Ergebnis erzielt.

Sind Sie ein wenig sauer auf Finnentrop/Bamenohl?
Im Gegenteil. Dass wir auch auf Ergebnisse anderer Mannschaften hoffen müssen, zeigt ja, dass wir wieder eine Menge falsch gemacht haben. Wir können nicht anderen die Schuld für unsere Lage geben.

Wie sehen Sie jetzt die Lage im Abstiegskampf?
Horst-Emscher ist immer noch hinter uns. Von daher hat sich erstmal nicht viel verändert. Wir müssen positiv an die beiden letzten Spiele gehen.


Eines steht auf jeden Fall fest: Am Sonntag In Lünen muss ein Sieg her oder setzen Sie alles auf die Karte „Finale gegen Schüren“?
Man muss davon ausgehen, dass Horst-Emscher auch nochmal punktet. Wir brauchen sechs Punkte aus den beiden Spielen, dann bleiben wir direkt drin.

Apropos Schüren: Sie haben in den letzten Jahren schon einige Entscheidungsspiele bestreiten müssen und haben Erfahrung. Könnte das im letzten Spiel – zumal im Henselstadion – ein kleiner Vorteil sein.
Es kann nie schaden, wenn man so eine Drucksituation schon einmal hatte. An einem guten Tag können wir zu Hause vielen Mannschaften wehtun.


Wo hat der FC Lennestadt wichtige, vielleicht am Ende entscheidende Punkte liegen lassen?
Wir haben bis auf das Heimspiel gegen Kirchhörde kein einziges direktes Duell gewonnen. Gegen eine Mannschaft wie Wickede, wo wir uns meiner Meinung nach mit messen müssen, waren wir zweimal chancenlos. Das ist dann einfach zu wenig.

Was sagen Sie generell zu der ereignisreichen Saison? Es fing ja schon mit der kuriosen Einteilung mit 17 Mannschaften an…
Die Staffeleinteilung können wir nicht beeinflussen. Vor der Saison war das sicherlich ein Witz. Man sollte aber auch den Rückzug von Marl nicht vergessen. Ohne den wären wir wahrscheinlich schon abgestiegen. So ehrlich müssen wir sein.

Was war der Unterschied zur ersten Westfalenliga-Saison 2016/17?
Letztendlich zählen nur die Punkte. Da sind wir momentan sogar noch schlechter. Darüber bin ich persönlich sehr enttäuscht.

Mal ganz provozierend gefragt: Ist der FC Lennestadt für die Landesliga zu stark und für die Westfalenliga zu schwach?
Ich kann verstehen, dass das für Außenstehende so aussieht. Aber es gibt Gründe, warum wir wieder nicht besser dastehen und die werden uns in der Westfalenliga zum Verhängnis. In der Landesliga fällt das durch individuelle Klasse nicht auf. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.

Sie persönlich selbst hatten auch aufgrund von Verletzungen eine schwere Saison. In einigen wichtigen Spielen waren Sie nicht dabei. Hätte der FCL ein paar mehr Punkte auf dem Konto, wenn Sie zum Beispiel gegen Sinsen und Meinerzhagen dabei gewesen wären?
Ich bin schon der Meinung, dass ich der Mannschaft noch entscheidend hätte helfen können. Sollte der erneute Abstieg eintreten, dann aber sicherlich nicht wegen den Spielen gegen Sinsen oder Meinerzhagen.

Im Sommer 2018 haben Sie die Kapitänsbinde von Moritz Thöne übernommen, der Co-Trainer wurde. Hat sich dadurch für Sie etwas geändert im Umgang mit Ihren Mitspielern oder auch den Trainern?
Mit den Spielern nicht direkt. Ich glaube, die Jungs wissen, dass sie immer kommen können, wenn was ist. Grundsätzlich führt man natürlich schon das ein oder andere Gespräch mehr, gerade mit den Trainern.

Zurück zur aktuellen sportlichen Lage. Wenn es mit dem Klassenerhalt nicht klappen sollte, winkt eine sehr attraktive Landesliga mit vielen Kreisderbys. Wäre das eine Art Trostpflaster?
Trost sicherlich nicht. Derbys sind reizvoll. Klar, mir persönlich macht die Westfalenliga aber mehr Spaß. Da wird viel mehr Fußball gespielt.


Was sagen Sie generell zum bisherigen Abschneiden der Vereine im Kreis Olpe in der fast abgelaufenen Spielzeit?
Grundsätzlich sollte man jeden Verein einzeln betrachten. Aber es gibt bisher keinen überkreislichen Absteiger und mit Gerlingen, Drolshagen und Ottfingen drei Mannschaften, die noch aufsteigen können. Außerdem haben viele eine gute Rolle gespielt. Das finde ich sehr positiv.

Zum Schluss ein Tipp: Wie viele Westfalenligisten aus dem Kreis Olpe gibt es in der Saison 2019/20 und warum?
Wir werden bis zur letzten Sekunde kämpfen, von daher mindestens zwei. Ich hätte aber auch nichts gegen ein Derby mehr und drücke dem FSV Gerlingen die Daumen. In der Relegation aufzusteigen ist auch nicht ganz so schlecht.

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