Kreisliga A

Wie der SC LWL II den Corona-Blues besiegt

Corona macht erfinderisch:  Mit einem mannschaftsinternen Fitnesswettbewerb entgegnen die Fußballer des SC LWL II der Spielpause. 

Corona macht erfinderisch:  Mit einem mannschaftsinternen Fitnesswettbewerb entgegnen die Fußballer des SC LWL II der Spielpause. 

Foto: Simon Florath / WP

Listernohl.  Die Herausforderung steht: Mit einem fünfwöchigen Wettkampf bleibt der Kreisligist fit - und tut was für den Mannschaftsgeist.

Es werden lange Wochen und Monate für die Fußballer im Kreis Olpe. Nachdem der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen den Spielbetrieb für den Rest des Jahres eingestellt hat und nun für mindestens acht weitere Wochen kein Ball rollen wird, sind Ideen gefragt, um fit zu bleiben. Wie es gehen kann, zeigen die Fußballer des A-Kreisligisten SC LWL II. Sie stellen sich ihrer eigenen Fitness-Challenge.

„Heute musste ich mal pausieren, der Muskelkater...“, sagt Simon Florath, Vize-Kapitän des SC LWL II und lacht, als er gefragt wird, ob er schon seinen Teil zu der Herausforderung beigetragen hätte. Der zweiten Mannschaft der Spielgemeinschaft geht es wie allen Teams im Kreis: Sie dürfen weder trainieren, noch spielen. Also sind Alternativen gefragt.

Idee kam von der Mannschaft

„Wir haben uns zusammengesetzt und überlegt, was man machen kann. Wenn wir jetzt bis Ende Januar oder Februar nichts machen, dann kommen wir doch alle mit zehn Kilo Übergewicht aus der Pause heraus“, befürchtet der LWLer. Die erste Idee kam von Trainer Ignazio Giamporcaro, der vorschlug, dass die Spieler laufen, ihm die Daten schicken und wer es versäumt, zahlt in die Mannschaftskasse. „Das war die nahe liegende Idee, aber das ist ja nicht unbedingt förderlich für die Motivation“, erklärt Simon Florath.

Da kam dem Mitglied des Mannschaftsrates ein Gespräch mit einem Bekannten in den Hinterkopf. „Der spielt in einer anderen Mannschaft und hat mir erzählt, dass sie während des ersten Lockdowns eine Fitness-Challenge ins Leben gerufen hätten“, fährt Florath fort. Die Idee stellte er in der Runde vor und stieß auf offene Ohren.

Laufen zählt mehr als Radfahren

Fünf Wochen lang heißt es nun: Kilometer machen. Zu Fuß oder auf dem Rad. Die Mannschaft wurde in drei Gruppen á acht Spieler aufgeteilt, die nun für ihre Gruppe gemeinsam Punkte sammeln. „Natürlich nur individuell. Gemeinsam können wir ja gerade nichts machen“, betont Simon Florath. Dass die gemeinsame Aktion fünf Wochen dauert, hat seinen Grund. „Sie endet praktisch an dem Tag, an dem wir unser letztes Spiel in diesem Jahr gehabt hätten, kurz vor Weihnachten“, erläutert der junge LWL-Spieler, der auch im Vorstand der Spielgemeinschaft im Ressort Marketing und Medien engagiert ist.

Die Gewichtung der Aktivitäten fällt unterschiedlich aus. So werden mit dem Fahrrad gefahrene Kilometer durch den Faktor drei geteilt. „Weil man auf dem Fahrrad ja nun einmal deutlich mehr Kilometer schafft als beim Laufen“, begründet Florath die Umrechnung.

Tracking-App als Kontrolle

Danach würde sich dann die reguläre Winterpause anschließen, in der die Attendorner eh nicht trainiert hätten. Sollte alles optimal laufen, würden sie dann wieder in die „normale“ Rückrundenvorbereitung starten.

Die absolvierten Kilometer müssen mit einer Tracking-App festgehalten und im Anschluss als Screenshot an den Trainer geschickt werden. „Er hat den Überblick, wer wie viele Kilometer absolviert hat und welche Gruppe vorne liegt“, weiß Florath. Seit Montag wird gezählt und an den ersten Tagen waren die Kreisligakicker bereits fleißig. „Alle sind hochmotiviert und haben bereits sehr gut losgelegt“, freut sich Florath. Dabei haben sich auch einige Spieler hervorgetan, denen man dieses Engagement gar nicht zugetraut hätte. „Unsere Torhüter haben sich auch schon reingehängt. Und das obwohl sie ja auch einer Position spielen, auf der man nicht soviele Meter machen muss“, sagt Florath schmunzelnd.

Verlierer muss an den Grill

Eindrücke und Zwischenstände der Challenge wollen die LWLer auf ihren Kanälen in den sozialen Netzwerken veröffentlichen. Wie es sich für einen sportlichen Wettbewerb gehört, gibt es natürlich auch was zu gewinnen - oder besser gesagt zu verlieren. „Die Verlierermannschaft muss am Saisonende einen Grillabend für die gesamte Mannschaft ausrichten. Dabei zahlt sie alles aus eigener Tasche und muss die anderen bewirten“, erklärt Florath, dass allein die Aussicht auf die Grillparty für die Mannschaft Ansporn genug sein sollte.

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