Bezirksliga 5

Wie das Wetter, so das Derby

Etwas aus dem Gleichgewicht bringt der Attendorner Jerome König (rechts) den LWL-Spieler Louis Sabisch beim verregneten Stadtderby im Hansastadion.

Etwas aus dem Gleichgewicht bringt der Attendorner Jerome König (rechts) den LWL-Spieler Louis Sabisch beim verregneten Stadtderby im Hansastadion.

Foto: Lothar Linke

Attendorn.  Abwechslungsreich war alles im Hansastadion. Das Stadtduell zwischen dem SV 04 Attendorn und dem SC LWL 05 sowieso - und das Wetter nicht minder.

Ob das Attendorner Stadtderby so schlecht war wie das Wetter, sei dahin gestellt. Einige Augenzeugen waren nachher dieser Ansicht. Mit Sicherheit war das Spiel so wild wie der Himmel überm Hansastadion. Das zeigt der Endstand von 4:4 (2:2) zwischen dem SV 04 Attendorn und dem SC LWL 05 in der Fußball-Bezirksliga. Der Rasen war nicht nur die Bühne für einen dramatischen Film, sondern auch für allerlei Kapriolen, die das Wetter so bereit hält.

Über weite Strecken prasselte es auf die 23 Akteure hernieder. Die Fröhlicheren unter den völlig Durchnässten waren die Gäste des SC LWL. Sie waren nach 1:2- und 2:3-Rückständen zwei Mal zurück gekommen. Das beeindruckte deshalb, weil mit LWL eine sehr junge Mannschaft auf dem Naturrasen stand. „Da war eine Truppe, die ein Durchschnittsalter von 21 Jahren hat, gegen eine ausgebuffte Attendorner Mannschaft. Ich bin zufrieden,“ so Trainer Frank Keseberg.

Frühe LWL-Führung durch Inal

Den 0:1-Rückstand durch Kadir Inal nach nur sechs Minuten und auch das frühe, verletzungsbedingte Ausscheiden von David Heide in der 8. Minute steckte der SV 04 gut weg. Jerome König per Freistoß und Marvin Annen auf Flanke von Jerome König, drehten den Stand innerhalb von neun Minuten. Bastian Klein glich vor der Pause noch aus.

Für ein Unentschieden, so verriet Keseberg, hätte er vor dem Spiel unterschrieben. Dennoch benannte der Gästetrainer auch die Kehrseite der Medaille: Die Zahl der Gegentore. „Das darf normalerweise nicht sein,“ sagte er „das waren Dinger, da haben wir gepennt. Die waren zu verteidigen, was wir im Normalfall auch tun. Wenn man auswärts vier Tore schießt, will man gewinnen.“

Das will man auch, wenn man zu Hause vier Mal trifft. Bayram Celik, Trainer des SV 04, war nachher kritisch: „Das einzig Gute war, dass wir noch das 4:4 gemacht haben,“ spielte er auf den Ausgleich durch den eingewechselten Johannes Litter an. Ansonsten bemängelte er nicht nur den frühen Rückstand, sondern auch die Gegentore. „Beim 2:2 steht er nach dem Einwurf völlig blank.“ Auch der Doppelschlag von Oliver Wieczorek, der binnen vier Minuten aus einem 2:3 eine 4:3-Führung drehte, ärgerte Celik: „Bei aller Liebe, beim 3:3 laufen wir in einen Konter, beim 3:4 spielen wir denen den Ball in den Fuß. Und die sagen danke“.

Was die Gemüter erhitzte war ein Foul von Marvin Engelbertz gegen Bastian Klein in der Schlussphase. Der kam, wie LWL-Vorsitzender Dirk Klein sagte, mit einer „Prellung“ davon. Und der SV 04-Spieler mit Gelb, obwohl aus den Reihen von LWL die Forderung nach der Roten Karte kam. Celik zeigte Größe mit der Aussage: „Ganz ehrlich: Wäre es umgekehrt gewesen, ich hätte sie auch gefordert.“

Für LWL geht es gegen Salchendorf weiter, die Elf, die am Samstag in Rüblinghausen mit 0:4 verlor. Vor den Augen von Frank Keseberg. Der widersprach nicht der Annahme, dass diese VfR-Leistung ein Vorbild sein müsse für seine Mannschaft: „Das war kämpferisch absolut top!“

SV 04 Attendorn: Kalpakis, Langenberg, Glöckner, Gürsoy, Heide (8. Marvin Annen, 63. Köser), Heimes, Lenninger (67. Engelbertz), Selimanjin (78. Johannes Litter), Gaertner, König, Kasel.

SC LWL 05: Rüsche, Calvin Klein, Inal, Bastian Klein (88. Viegener), Marlon Klein, Aspelmeyer (52. Wieczorek), Hesmer, Kolisch, Neumann, Arens (85. Emirhan Coskunsu), Mirik (32. Sabisch).

Tore: 0:1 Inal (4.), 1:1 König (21.), 2:1 Annen (30.), 2:2 Bastian Klein (33.), 3:2 König (61.), 3:3 Wieczorek (70.), 3:4 Wieczorek (74.), 4:4 Johannes Litter (78.). - Schiedsrichter: Peter Rau. - Zuschauer: 220.

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