FSV Gerlingen

Spitzenspiel ist ein reines Nervenspiel

Euphorie in Schwarz und Weiß: Optisch und akustisch sind die Gerlinger Fans stark vertreten.

Euphorie in Schwarz und Weiß: Optisch und akustisch sind die Gerlinger Fans stark vertreten.

Foto: Lothar Linke

Gerlingen.   Es war eine Kulisse, die an die Fußball-Oberliga erinnerte.

Auf der Tribüne erregten die Fans des SV Hohenlimburg 10 und des FSV Gerlingen mit riesigen Fahnen Aufmerksamkeit. Das Repertoire der gängigen Stadion-Hymnen ballte sich unter dem großen Dach des Kirchenbergstadions in Hohenlimburg und hallte über das weite Gelände.

Aber es war nicht eine Partie der 5. Liga, die da unmittelbar bevor stand. Sondern eine Landesliga-Begegnung. 7. Liga also.

Allerdings war es ein Spitzenspiel des Ersten gegen den Zweiten, und das verloren die Gerlinger mit 0:1 (0:0). Die Folge: Sie laufen nun drei Punkte hinter den Hohenlimburgern her und haben nur noch zwei Schüsse frei.

Das Geschehen auf dem Rasen wurde immer mehr zu einem Nervenspiel. „Wer hier weniger Pudding in den Beinen hat, gewinnt,“ sagte Trainer Dirk Hennecke nachher, „wir haben mutig gespielt und wir hätten hier einen Punkt verdient gehabt.“

Die Bedeutung dieses Tages wurde dem Betrachter schon lange vor dem Anpfiff vor Augen geführt. Groß war der Andrang der Schlachtenbummler aus dem Kreis Olpe, ein Strom in schwarz und weiß, der sich vom Klubheim „Zehner-Treff“ die Treppen hinab zum Stadion ergoss.

Auf Augenhöhe

Die Euphorie war groß auf FSV-Seiten. Verständlich, denn seitdem die Gerlinger im Sommer 2016 in die Landesliga gestürmt waren, war am Bieberg stets der Blick nach unten gerichtet. In der Saison 2017/18 ließ der FSV in der Abschlusstabelle die Abstiegsplätze um sechs Punkte hinter sich. Knapp war’s 2016/17: Da schrammte der FSV nur um einen Punkt an der Bezirksliga vorbei.

Und jetzt diese total andere Situation. Nun, da die Westfalenliga so nah war, waren die Gerlinger entschlossen, die letzten Stufen dorthin auch erfolgreich zu nehmen.

Es sah gut aus. „Ich hatte ein Supergefühl, das sage ich ganz ehrlich“, verriet Dirk Hennecke und meinte damit seine Gemütslage während des Spitzenspiels. „Dass Hohenlimburg fußballerisch stärker sein würde als wir, das wussten wir. Aber wir waren absolut auf Augenhöhe, haben in die Zweikämpfe gefunden waren voll im Spiel drin,“ blickte er auf die mehr als 100 Minuten zurück - beide Halbzeiten bekamen eine lange Nachspielzeit obendrauf.

Moos: Ein Vizemeister steigt auf

Und diese Extra-Minuten, gerade die jenseits der neunzigsten, werden alle, die sie miterlebt haben, noch lange in Erinnerung behalten. „Uns hat das Glück auch verlasen.Dieses Quentchen, was uns fehlt“, resümierte Trainer Dirk Hennecke und spielt auf zwei Großchancen plus den verschossenen Elfmeter von Marcel Laube in der 95. Minute an: „Der Marcel tut mir so leid. Aber das passiert in der Champions League, und das passiert auch uns.“

Wie geht’s weiter? Die Meisterschaft ist in weite Ferne gerückt. „Wir wollen versuchen, jetzt jedes Spiel zu gewinnen,“ sagt Dirk Hennecke. Dann wäre Platz zwei auf jeden Fall sicher. Und die Aufstiegsrelegation. „Einer der vier Vizemeister steigt auf,“ informierte Landesliga-Staffelleiter Ernst Moos am Montag auf Anfrage. Die Runde würde im „Halbfinal-Modus“ ausgetragen. Termine: 30. Mai und 2. Juni.

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