Beachvolleyball

So antworten Victoria Bieneck/Isabel Schneider – ohne Worte

Isabel Schneider beim Besuch unserer Redaktion.

Isabel Schneider beim Besuch unserer Redaktion.

Foto: Verena Hallermann

Ottfingen.   In Kuala Lumpur soll für Victoria Bieneck/Isabel Schneider eine Durststrecke enden. Wie die Beachvolleyballerinnen zuvor ohne Worte antworteten.

Wie groß diese Sehnsucht mittlerweile ist, klingt bei jedem ihrer Worte mit. „Nach den guten Leistungen im letzten Sommer wollen wir stabiler auftreten und endlich auch bei internationalen Events wieder eine Medaille gewinnen“, sagte Victoria Bieneck. Sie ist gemeinsam mit Isabel Schneider als eins von vier deutschen Beachvolleyball-Nationalteams auf der World Tour des Weltverbandes FIVB unterwegs. Nach dem Saisonauftakt, einem Drei-Sterne-Turnier in Sydney (Australien), sowie dem ersten Vier-Sterne-Turnier in Xiamen (China) müssen Bieneck/Schneider weiter auf eine Medaille warten – was bald eine unschöne Folge haben könnte.

Ohne Worte: Isabel Schneider und Victoria Bieneck in einem besonderen Interview
Ohne Worte: Isabel Schneider und Victoria Bieneck in einem besonderen Interview

Denn Niclas Hildebrand, der Sportdirektor des Deutschen Volleyball-Verbandes, gab vor der ersten Standortbestimmung der Saison in Xiamen – es waren alle vier Nationalteams der Damen zum ersten Mal bei einem Turnier vertreten – für die Zukunft eine klare Linie vor: „Nur die ersten drei der Weltrangliste bekommen einen Platz im Hauptfeld, die Nummer vier muss sich durch die Qualifikation quälen“, sagte er. In Xiamen profitierten Laura Ludwig/Margareta Kozuch noch von einer Wildcard.

Schneider: „Trauen uns Halbfinale zu“

Ab Mittwoch gehen Bieneck/Schneider ebenso wie Karla Borger/Julia Sude und Ludwig/Kozuch direkt im Hauptfeld beim Drei-Sterne-Turnier in Kuala Lumpur (Malaysia) an den Start. Für Bieneck und die aus Ottfingen im Sauerland stammende Schneider bietet sich nach Rang neun in Sydney und dem enttäuschenden 17. Platz in Xiamen also schnell die nächste Chance, endlich wieder einen internationale Medaille zu gewinnen, Punkte für die noch bis zum 15. Juni 2020 dauernde Qualifikationsphase für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio zu sammeln – und Punkte für die Weltrangliste.

Aktuell sind die amtierenden Deutschen Meisterinnen Bieneck/Schneider die deutsche Nummer zwei hinter Borger/Sude, die in Xiamen als Neunte für das beste deutsche Ergebnis sorgten. „Wir haben im letzten Jahr viele Top-Teams geschlagen und trauen uns jederzeit ein Halbfinale zu”, sagte Isabel Schneider teils zurück und teil voraus blickend. Von allen FIVB-Starts kehrte das Duo 2018 mit einer Top-Ten-Platzierung zurück und etablierte sich in der Weltspitze.

Was fehlte, war der Sprung auf ein Siegerpodest und die damit fällige Medaille. Die vorerst letzte bei einem Turnier des Weltverbandes holten Bieneck/Schneider als Zweite beim Drei-Sterne-Turnier in Xiamen (China) Ende April 2017.

Medaillen-Durststrecke muss enden

„Victoria und Isabel haben sich hervorragend entwickelt, sie harmonieren sehr gut, haben auf der Welttour immer Top-Ten-Resultate abgeliefert und ihr Potenzial noch nicht ausgeschöpft“, sagte auch Niclas Hildebrand über das Duo, das jetzt im dritten Jahr zusammenspielt. Er traut Bieneck/Schneider den Start bei der WM in diesem Jahr in Hamburg natürlich zu, aber auch den Sprung als eins von zwei deutschen Damenteams zu den Olympischen Spiele in Tokio. Dafür muss allerdings viel zusammenpassen – und die Medaillen-Durststrecke allmählich enden.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben