Gewalt im Jugendfußball

SG Saalhausen/Oberhundem greift Kreisvorstand an

Hat den FC Kirchhundem in seiner Funktion als Rechtsanwalt vertreten: Andreas Hesse

Hat den FC Kirchhundem in seiner Funktion als Rechtsanwalt vertreten: Andreas Hesse

Foto: Lothar Linke

Kirchhundem/Saalhausen.   Eigentlich ist der Fall um die Vorkommnisse zwischen den A-Junioren der SG Saalhausen/Oberhundem und FC Kirchhundem abgeschlossen. Eigentlich...

Die Geschehnisse rund um die A-Junioren der SG Saalhausen/Oberhundem und dem FC Kirchhundem während der Hallenstadtmeisterschaften in Lennestadt erhitzen weiterhin die Gemüter.

Nachdem das Verbandsjugendsportgericht in Kaiserau das Verfahren gegen den A-Jugendtrainer des FC Kirchhundem eingestellt hatte, hat nun die SG Oberhundem/Saalhausen öffentlich zu den Geschehnissen Stellung genommen und dabei Vorwürfe gegen den Kreisvorstand erhoben.

Was ist geschehen?

Am 19. Januar kam es bei den Hallenstadtmeisterschaften der A-Junioren zu unschönen Szenen im Kabinengang. Nach der Partie zwischen dem FC Kirchhundem und der SG Oberhundem/Saalhausen, in der beide Mannschaften den Mastersteilnehmer für die Gemeinde Kirchhundem ausspielten, kreuzten sich beide Mannschaften im Kabinengang.

Ein SG-Spieler soll eine leere Getränkeflasche in Richtung der Kirchhundemer geworfen haben. Daraufhin wurden zwei SG-Spieler von FC-Mitgliedern an die Wand gedrückt und bedroht. Soweit sind die Vorfälle bekannt und eingeräumt.

Offen ist die Frage, ob es sich bei einem der Beteiligten um den Kirchhundemer Trainer gehandelt hat, oder um einen FC-Spieler.

Die erste Verhandlung

Das Bezirksjugendsportgericht in Sundern hat den Kirchhundemer Trainer nach den Zeugenaussagen für schuldig erklärt und zu einer Funktionssperre von neun Monaten verurteilt.

Ein kurzfristig vom FC Kirchhundem geladener Zeuge, der die Schuld auf sich nahm, konnte das Sportgericht nicht überzeugen. Der FC Kirchhundem ging in Berufung.

Die zweite Verhandlung

Das Verbandsjugendsportgericht in Kaiserau hob das erste Urteil wegen Verfahrensfehlern auf und stellte das Verfahren im beiderseitigen Einvernehmen ein. Dem FC Kirchhundem blieben die Verfahrenskosten.

Was bemängelt die SG?

Die SG Saalhausen/Oberhundem ist mit dem Urteil aus Kaiserau unzufrieden, da in ihren Augen der falsche Täter verurteilt wurde.

Dort heißt es wörtlich: „Hier wurden der beschuldigte Spieler und der beschuldigte Trainer verurteilt und wegen Tätlichkeit gesperrt. Das Sportgericht befand die Aussagen unserer Zeugen glaubhaft, während die Zeugen der Verteidigung in ihren Aussagen weit auseinander gingen, mitunter konträr zueinander.

Als unglaubwürdig wurde die Selbstbeschuldigung eines Spielers eingestuft, der die Tat anstelle des Trainers begangen haben wollte.“

Der Spieler konnte in Kaiserau nicht persönlich befragt werden, da seine Eltern die Teilnahme an der Sitzung untersagten und nur eine schriftliche Stellungnahme abgegeben wurde. Auch, dass FCK-Vorsitzender Hartmut Baßenhoff (gleichzeitig Vorsitzender des Kreisfußballausschusses) und Rechtsanwalt Andreas Hesse (gleichzeitig Vorsitzender des Kreissportgerichts) involviert waren, stieß den SG-Verantwortlichen bitter auf.

„Der Vertrauensverlust in die beteiligen Funktionsträger des Kreisfußballausschusses und der Kreisspruchkammer sind immens und die für diese Ämter maßgebliche Neutralität kann aus unserer Sicht nicht mehr glaubhaft vermittelt werden. Den Ämtern wurde erheblicher Schaden zugefügt.“ Die komplette Stellungnahme gibt es hier.

Das sagen die Beschuldigten

Hartmut Baßenhoff erklärt: „Ich war in meiner Funktion als Vorsitzender des FC Kirchhundem vor Ort und habe entsprechend die Interessen des Vereins vertreten. Das ist ja auch logisch, schließlich wurden unsere Spieler beschuldigt.

Da wir in Kaiserau keine Verfahrensfehler begehen wollten, haben wir uns Rechtsbeistand geholt. Da Andreas Hesses Spezialgebiet das Sportrecht ist, gab es keinen besseren Vertreter. Er war in seiner Funktion als Rechtsanwalt anwesend und nicht als Vorsitzender des Kreissportgerichts. Das muss man schon voneinander trennen.

Dass unser A-Jugendtrainer während des Tatzeitpunktes gar nicht im Kabinengang war, sondern noch in der Halle, um dort unsere Sachen zusammenzupacken, können Zeugen belegen. Ich weiß nicht, warum die SG so darauf beharrt, dass er der Täter gewesen sein soll. Ich verstehe auch nicht, warum die SG diese Stellungnahme herausgibt, schließlich haben sie dem Urteil in Kaiserau zugestimmt. Es wurde im beiderseitigen Einverständnis entschieden.“

Andreas Hesse wollte die Stellungnahme nicht kommentieren.

Leserkommentare (2) Kommentar schreiben