Auftakttraining

SC Drolshagen startet die Mission Landesliga mit Vorfreude

Trainer Holger Burgmann (rechts) und der Sportliche Leiter Tobias Stahlhacke (links) mit den Neuzugängen des SCD, von links: Kosta Mergas, Eduard Redel, Eike Stute-Sönneken und Tobias Brüser.

Trainer Holger Burgmann (rechts) und der Sportliche Leiter Tobias Stahlhacke (links) mit den Neuzugängen des SCD, von links: Kosta Mergas, Eduard Redel, Eike Stute-Sönneken und Tobias Brüser.

Foto: Lothar Linke

Drolshagen.  Es ist ein neues Gefühl. Fährt man hinauf zum guten alten Buscheid, dann wartet erstmals ein Herrenfußball-Landesligist dort oben auf dem Gipfel:

Es ist - natürlich - der SC Drolshagen. Hier, wo vor fünf Wochen hunderte von Fans nach der Rückkehr vom entscheidenden Spiel in Salchendorf eine Riesenwelle der Aufstiegs-Begeisterung entfesselten, war an diesem Sonntag Morgen im Juli so still, dass das Zwitschern der Vögel zu hören war, als der SC Drolshagen zum Auftakttraining schritt und damit den ersten Fuß ins Neuland setzte, den ersten ins Abenteuer Landesliga.

„Die Vorfreude ist riesengroß,“ brachte es Tobias Stahlhacke, der Sportliche Leiter, auf den Punkt. Und das nicht nur im Verein, sondern in der Stadt.

Auch in diesem Jahr lasse sich beim Blick auf die Neuzugänge die Philosophie des Vereins ablesen. „Wir streben weiter an, junge Spieler hierhin zu holen, aus dem näheren Umfeld, die sich auf Dauer mit dem SC Drolshagen identifizierenkönnen,“ umschreibt es Holger Burgmann. Das ist dem Klub in der Vorsaison zweifellos gelungen, die Neuen haben sich sehr gut integriert und ihren Beitrag zum Aufstieg geleistet. Ausbildung heißt das Konzept.

Auch Erfahrung willkommen

Dennoch schaue man auch nach erfahrenen Spielern. Anlass ist die schwere und langfristige Verletzung von Sebastian Wasem. Er wird sich aufgrund seiner Trainerlizenz jetzt noch nicht operieren lassen, sondern erst im September. Burgmann befürchtet: „Er wir in dieser Landesligasaison wohl nicht mehr zum Einsatz kommen. Von daher würde uns der eine oder andre Erfahrene sicherlich gut tun bei den jungen Böcken.“

Auf der anderen Seite erwies sich der SC Drolshagen für die Jungen als Lernphase, und das wird in der höheren Liga noch verstärkt der Fall sein. In der Zentrale sieht Holger Burgmann seine Mannschaft gut besetzt. Er nennt Philipp van Gerven, der nach seiner langen Verletzung immer stärker geworden war, dazu Sinan Kesen und Jan Gummersbach - „sie haben alle die Qualität, auf dieser Position zu spielen,“ ist sich der SCD-Trainer sicher, „Wir sind da sehr flexibel.“

Und im Angriff? Kaum zu glauben, aber wahr, da herrschte vor einem Jahr beim ersten Training noch Ungewissheit. „Ich weiß noch, wie wir hier gesessen und uns gefragt haben: Wer schießt eigentlich die Tore?“ erinnerte sich Holger Burgmann noch recht gut an Anfang Juli 2018.

Schwer auszurechnen

Die Saison gab dann die Antwort: „Ich denke, das ist uns dann mit Eike Pfeiffer, Johannes Knorn, Olli Weuste und Jan Gummersbach gelungen.“ Heute gilt das Fazit: Der SC Drolshagen war schwerer auszurechnen in der Offensive, als der eine oder andrer Klub der Bezirksliga 5. Wenn man das Verletzungspech hinzurechnet, käme man unter dem Strich dann doch zu dem Schluss, dass da gute gute Qualität auf dem Platz gestanden hat.

Und das, so Holger Burgmann, „ohne große Namen“; ausgenommen sicherlich Sebastian Wasem und Torwart Jannis Rothstein, der schon beim 1. FC Köln und Wuppertaler SV gespielt, aber dem SCD fast die gesamte Saison wegen Bandscheiben-Problemen gefehlt hat. „Das zeigt, dass die Mannschaft taktisch sehr gut agiert hat. Und darauf bauen wir in der neuen Saison auf. Ich bin der Meinung, dass wir die Liga halten können. Wir gehen da sehr optimistisch heran. Wir hatten in der letzten Saison von der Physis her schon eine gute Mannschaft, das werden wir auch in diesem Jahr wieder hinbekommen.“

Neuland für alle im Verein

Ansonsten müsse man „erstmal alles auf sich einwirken lassen“, sagt Holger Burgmann, „das wird Neuland für uns alle.“ Die Mannschaft steht als Aufsteiger nicht unter Druck. Was in der Endphase der letzten Saison durchaus anders war. Holger Burgmann: „Da merkte man der Mannschaft ja schon an, dass sie in den letzten sieben, acht, neun Spieltagen was in der Hand hatte, was sie verlieren kann. Da haben wir qualitativ nicht mehr so stark gespielt - dann in Salchendorf, als es wirklich drauf ankam, haben wir unser bestes Rückrundenspiel gemacht. Da hat die Mannschaft ihre nochmal all’ ihre Qualitäten gezeigt.“

Wird in der kommenden Saison die Spielweise verändert? „Wir müssen sicherlich mit unserer ganzen Art zu spielen flexibler werden,“ antwortete Holger Burgmann, „das habe ich im letzten Jahr schon gesagt, als mir einige Sachen nicht so gut gefallen haben. Aber ich war im ersten Jahr hier, da kann man nicht an allen Stellschrauben so drehen, dass nachher alles passt. Es braucht seine Zeit.“

Ausgeglichene Liga

Der Grundstein ist gelegt. Dennoch wird man sich mal mit der Situation konfrontiert sehen, mit der einen oder anderen Niederlage in Folge umgehen zu müssen. „Die Spieler sollen sich entwickeln, da bauen wir auch nicht einen so starken Druck auf,“ kündigte Holger Burgmann an, „wir wollen uns so fokussieren, dass wir am Ende den Klassenerhalt schaffen.“

Prognosen dahingehend, wie die Landesliga 2019/20 sich entwickeln wird, sind schwer. Der große Titelfavorit ist nicht auszumachen, und wer im Keller steht, auch nicht. „Da Aussagen zu treffen, wäre hypothetisch. Hättest du letzten Jahr gesagt, ,Drolshagen steigt auf’, hättest du auch gehört: Vergiss es mal.“ Es könne alles passieren. Im Fall Hohenlimburg hat sich die Favoritenrolle bestätigt, „aber Hünsborn hat mit Andy Waffenschmidt auch eine überragende Saison gespielt, womit ich nicht unbedingt gerechnet habe bei den jungen Spielern, die sie hatten. Ich will mich gar nicht festlegen, wer oben steht, wir schauen erstmal auf uns.“

Die Neuen im Kurzportät

Der SC Drolshagen hat keinen Abgang zu verzeichnen. Seine Neuzugänge des SC Drolshagen stellt Trainer Holger Burgmann im Kurzporträt vor:

Eduard Redel: „Der Torwart kommt vom SV Dahl/Friedrichsthal. Wir wissen nicht, wie es mit Jannis Rothstein weitergeht, er wird wieder mittrainieren, ist aber auch eingebunden als Torwarttrainer. Wir haben da immer noch eine Option, falls sich Tom Gummersbach verletzen sollte.“ Was die Torwartposition angeht, sagt Holger Burgmann klar: „Für mich mich steht erstmal der Tom Gummersbach ganz vorne. Er hat eine überragende Serie gespielt, uns in einigen Spielen gerettet. Er wird erstmal die Nummer eins bleiben, daran rüttele ich nicht. Ich glaube auch nicht, das Eduard hierhin kommt und dann sofort den Anspruch stellt, sofort Nummer eins zu werden.“

Tobias Brüser, zuletzt Grün-Weiß Elben: „Einer, der schon einige Spieler hier kennt, wie Philipp van Gerven, Johannes Knorn, Mike Schwarz. Er ist in der zentralen Position einsetzbar, auch im vorderen Bereich. Wir haben ja im letzten Jahr 4-3-2-1 gespielt, also spiegelverkehrt im Mittelfeld. Von daher sind wir auf den auf den zwei Halbpositionen, auf der Zehn, beziehungsweise auf der Sechs, die dann immer variieren, flexibler.

Eike Stute-Sönnecken: „Kommt von der SG Rhode/Biggetal wohnt in der Nähe von Bleche, hat also eine kurze Anfahrt. Ein junger und athletischer Spieler, sehr schnell. Sicherlich einer, der für die Außenbahn in Frage kommt, sowohl defensiv als auch offensiv einsetzbar.“

Marek Fraczek und Leon Bieker: „Sie kommen aus der eigenen Jugend, schauen wir mal, wie die beiden sich etablieren. Für sie ist es ja auch Neuland.“

Kosta Mergas: „Kam bereits zur Winterpause vom LTV Lüdenscheid, brach sich aber beim Hallenstadtpokal im Januar die Kniescheibe.“ Ist gewissermaßen ein Neuzugang.

Fatih Ulutas: 21 Jahre, kommt aus dem eigenen Verein, spielte zuletzt in der Zweiten.

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