SG Finnentrop/Bamenohl

Phillip Hennes: „Wir gehen ohne Druck in das Spiel“

Wie gefährlich der Finnentrop/Bamenohler Kapitän ist, erfährt unter anderem Lokalrivale FC Lennestadt. In den beiden Derbys erzielt Phillip Hennes (2. von rechts, dahinter Mike Schrage) vier Tore.

Wie gefährlich der Finnentrop/Bamenohler Kapitän ist, erfährt unter anderem Lokalrivale FC Lennestadt. In den beiden Derbys erzielt Phillip Hennes (2. von rechts, dahinter Mike Schrage) vier Tore.

Foto: Michael Meckel

Finnentrop/Bamenohl.  Am Sonntag um 14.30 Uhr ist das Topspiel der Fußball-Westfalenliga zwischen Spitzenreiter SG Finnentrop/Bamenohl und dem Zweiten DSC Wanne-Eickel.

Der (Fußball)-Kreis Olpe fiebert dem kommenden Sonntag entgegen. Um 14.30 Uhr wird in der H&R-Arena in Bamenohl das Topspiel der Fußball-Westfalenliga zwischen Spitzenreiter SG Finnentrop/Bamenohl und dem Tabellenzweiten DSC Wanne-Eickel angepfiffen. Zum ersten Mal seit RW Lennestadt 1994 winkt einer Mannschaft aus dem Kreis Olpe der Aufstieg in die Fußball-Oberliga. Wir sprachen vor dem Gipfeltreffen mit SG-Kapitän Phillip Hennes.

Frage: Jetzt ist es perfekt. Am Sonntag gibt es den Showdown gegen Wanne-Eickel. Wie sehr kribbelt es bei Ihnen schon?

Phillip Hennes: Ja eine gewisse Anspannung ist jetzt schon da, aber wir können ohne jeden Druck in das Spiel gehen, ich denke das wird uns auch zu Gute kommen.

Sie haben fünf Punkte Vorsprung. Ist bei einem Sieg der Aufstieg der SG Finnentrop/Bamenohl zu gut wie perfekt?

Definitiv nicht, dafür ist es viel zu früh, ich erinnere da nur an Sinsen im letzten Jahr. Das kann auch mal ganz schnell bergab gehen aus den unterschiedlichsten Gründen.

Träumen Sie schon manchmal von der Oberliga? Schließlich könnten Sie bei einem Aufstieg echte Sportgeschichte im Kreis Olpe schreiben?

Na klar, träumen darf man immer. Das wäre ein Riesenerfolg für den Verein und jeden einzelnen von uns. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg.

Wie sehr schmerzen noch die Punktverluste gegen Gerlingen und Erkenschwick?

Gegen Erkenschwick war meiner Meinung nach mehr drin, aber da waren wir zu harmlos vor dem Tor. Gegen Gerlingen hatten wir es nicht verdient. Da haben wir einfach zu wenig investiert und jeder hat sich auf den Anderen verlassen.

Unabhängig vom aktuellen Tabellenstand. Die Bilanz der SG Finnentrop/Bamenohl im Jahr 2019 ist phänomenal. In 27 Spielen gab es saisonübergreifend 20 Siege und nur zwei Niederlagen. Die SG holte dabei 65 von 81 möglichen Punkten. Dazu kommt der Triumph im Kreispokal. Wie ist so eine Serie möglich?

Ich denke, wir als Mannschaft wissen, wo wir herkommen. Wir haben einfach alle Bock, zu zocken und gehen so auch Sonntag für Sonntag mit der nötigen Lockerheit in die Spiele. Hinzu kommt natürlich auch, dass wir uns als Mannschaft enorm entwickelt haben, unterm Strich steht dann so eine Serie.

Und auch bei Ihnen persönlich läuft es wie geschmiert. Mit zwölf Treffern führen Sie die Torschützenliste an. Erleben wir den besten Phillip Hennes, den es je gab?

Das sollen andere beurteilen. Ich denke, ich habe mich wie die ganze Mannschaft in den letzten Jahren auch weiterentwickelt. An dieser Stelle nochmal ein Dankeschön an Matthias Kremer. Wenn er mich nicht 2011 nach Bamenohl zurückgeholt hätte, dann hätte ich die Erfolge und die fußballerische Entwicklung wohl nie genießen dürfen.

Warum läuft es bei Ihnen persönlich in dieser Saison so besonders gut?

Ich glaube, das liegt daran, dass ich im Gegensatz zum letzten Jahr bislang von kleineren Verletzungen und Erkältungen verschont geblieben bin. Da merkt man natürlich einen Unterschied, wenn man fast jede Woche voll trainiert und Sonntag für Sonntag auf dem Platz stehen kann.

Mal ganz ehrlich unter uns: Gab es Anfragen anderer Vereine?

Nein.

Was ist -neben der Klasse des Kapitäns – sonst noch das Erfolgsgeheimnis der SG Finnentrop/Bamenohl?

Unser richtig starker Kader, siehe am vergangenen Sonntag. Drei Mann, die ansonsten in der Startelf stehen, kommen rein, kombinieren perfekt und sorgen für das wichtige 2:0. Jeder muss sich Woche für Woche im Training beweisen. Das macht uns auch Woche für Woche stärker.

Macht es Sie stolz, Kapitän dieser Mannschaft zu sein?

Auf jeden Fall. Ich denke, bei so einer Truppe kann man das auch sein.

Ihr Bruder Christopher ist als Innenverteidiger ein weiterer Erfolgsgarant der SG. Er hat auch schon drei Tore erzielt, darunter das wichtige 2:1 per Elfmeter in letzter Minute am 20. Oktober im Topspiel beim damaligen Zweiten SV Hohenlimburg. Was zeichnet Ihren Bruder besonders aus und was unterscheidet Christopher von Phillip Hennes?

Christopher hat ein überragendes Aufbauspiel, was bei unserem Spielsystem enorm wichtig ist. Darüber hinaus ist er natürlich ein sehr nervenstarker Elfmeterschütze. Ich glaube, im Seniorenbereich hat er noch keinen verschossen. Das unterscheidet uns natürlich auch. Er hat hinten seine Qualitäten und ich eher vorne.

Wie ist das, wenn man mit seinem Bruder zusammen erfolgreich Fußball spielt? Gibt es auch privat viele Diskussionen über die Spiele?

Klar, eigentlich ist es jedes Mal Thema, wenn wir uns sehen.

Zurück zur Westfalenliga. Sie bestreiten inzwischen Ihre vierte Westfalenliga-Saison. Wie sehr hat sich die Liga seit Ihrem ersten Aufstieg 2015 verändert?

Auf jeden Fall schon mal so sehr, dass die Gegner mittlerweile Respekt vor der SG haben. Wir sind zumindest nicht mehr für alle die „Bauern“, wobei das auch immer schön war.

Zum Schluss drei Tipps: Wie geht am Sonntag das Gipfeltreffen aus, wieviel Westfalenligisten gibt es nächste Saison im Kreis Olpe und wieviel Tore hat Phillip Hennes am Saisonende erzielt?

Die drei Punkte bleiben bei uns. Zwei auf jeden Fall. So viele, dass es zum Aufstieg reicht, wäre grandios.

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