Landesliga 2

FSV Gerlingen am Boden zerstört

Enttäuschung pur nach dem Schlusspfiff: Florian Brüser, Kapitän des FSV Gerlingen.

Enttäuschung pur nach dem Schlusspfiff: Florian Brüser, Kapitän des FSV Gerlingen.

Foto: Lothar Linke

Hohenlimburg.   Mehr als 100 Gerlinger haben sich auf den Weg nach Hohenlimburg zum Spitzenspiel der Landesliga gemacht. Doch am Ende bleiben nur lange Gesichter.

Die ganz Wucht an Emotionen, die der Fußball entfesseln kann, waren beim Landesliga-Spitzenspiel im Kirchenberg-Stadion von Hohenlimburg komprimiert auf ein paar Minuten und auf ein paar Quadratmeter Rasen.

Spätestens als Marcel Laube vom FSV Gerlingen in der fünften Minute der Nachspielzeit mit einem Foulelfmeter am Hohenlimburger Torwart Alexander Klur gescheitert war und den 1:1-Ausgleieich vergeben hatte, rückte der Zeiger auf der Drama-Skala in den dunkelroten Bereich.

Gerlinger Heimspiel in Hohenlimburg

Was den irrwitzigen Verlauf angeht, stand dieses Spitzenspiel vor 450 enthusiastischen Zuschauern, davon einer locker dreistelligen Zahl aus Gerlingen, den Champions-League-Halbfinals der vergangenen Woche in nichts nach.

Und die Folgen könnten ähnlich gravierend sein für den Sieger und den Verlierer. Ist das Titelrennen jetzt entschieden? Nicht unbedingt. Fakt ist aber: Hohenlimburg hat nach dem 1:0 (0:0)-Sieg alle Trümpfe in der Hand im Kampf um den Westfalenliga-Aufstieg. Sprich: Drei Punkte Vorsprung.

Marcel Laube weinte hemmungslos. Mal in den Armen seiner Kameraden, mal allein. FSV-Kapitän Florian Brüser verbarg sein Gesicht unter dem Trikot, viele Spieler lagen rücklings auf dem Rasen.

Klur wird Hohenlimburger Held

Vorwürfe? Null. Vielmehr erntete Marcel Laube weithin Respekt dafür, dass er diese gewaltige Verantwortung vom Elfmeterpunkt auf sich geladen hatte. SV-Torwart Alexander Klur war blitzschnell unten beim flach geschossenen Elfer. Klur, der nach der Halbzeitpause beinahe nicht mehr aufs Feld zurückgekehrt wäre.

In der 44. Minute hatte ihn der Gerlinger Lukas Rademacher mit gestrecktem Fuß am Knöchel getroffen, der Stutzen des Keepers war blutrot. „Ich habe ihn nicht gesehen, habe nur nach oben auf den Ball geschaut,“ bedauerte der Gerlinger.

FSV-Trainer Dirk Hennecke, der abgekämpft erschien, als habe er selbst mitgespielt, aber auch in dieser grenzwertigen Situation souverän blieb, sah das Positive: „Ich kann wieder nur extrem stolz auf die Mannschaft sein, was sie hier geleistet hat.“ sagte Er verglich beide Teams mit „zwei Schwergewichts-Boxern, die zunächst wenig Risiko gehen, und auf den einen Fehler des anderen warten.“

Erste Halbzeit verläuft chancenarm

Die erste Halbzeit verlief nahezu ohne Höhepunkte, die Top-Teams begegneten sich ebenbürtig. Und was das Risiko angeht - das musste Dirk Hennecke ab der 60. Minute ins Spiel werfen und nach und nach erhöhen. Denn da lag seine Mannschaft zurück.

Hohenlimburgs Jan Kauermann hatte einen seiner Monster-Einwürfe, die schon zuvor wie Flanken ins Zentrum gesegelt waren, erstmalig an den Mann gebracht. An Vincenzo Porrello. Der köpfte nach exakt einer Stunde zum 1:0 ein.

Gerlingen ließ nichts unversucht. Dirk Hennecke brachte Philipp Bredebach, Tim Weber, Christoph Tautz, beorderte Abwehrchef Florian Brüser dauerhaft nach vorn und beließ es bei Michel Schöler und Hendrik Boßert in der Abwehr.

Hochrisiko, das aber die erhofften Chancen hervor brachte, und die in der unglaublichen Schlussphase. Weber hatte Pech, Florian Brüsers „sicheres“ Tor wurde auf der Linie abgewehrt. Als das Gerlinger Spielglück an diesem Tag nicht mehr Einzug zu halten schien, ertönte der Elfmeterpfiff....

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