Wortwechsel

Knoche blickt beim FC Lennestadt auf erfolgreiche Ära zurück

Matthias Knoche prägt die erfolgreichste Ära der Lennestädter Vereinsgeschichte.

Matthias Knoche prägt die erfolgreichste Ära der Lennestädter Vereinsgeschichte.

Foto: Michael Meckel

Lennestadt.   Eine Ära findet am Freitag ihr Ende. Matthias Knoche, Vorsitzender des FC Lennestadt stellt sich nicht mehr zur Wahl.

Am morgigen Freitag geht eine Ära zu Ende. Nach 18 Jahren kandidiert Matthias Knoche auf der Jahreshauptversammlung des FC Lennestadt nicht mehr für den Posten des 1. Vorsitzenden. Insgesamt war Knoche 25 Jahre im FCL-Vorstand, denn zuvor war er fünf Jahre Beisitzer und zwei Jahre 2. Vorsitzender. Wir sprachen mit Matthias Knoche über die erlebnis- und arbeitsreiche Zeit.

Warum hören Sie nach 18 Jahren als Vorsitzender des FC Lennestadt auf, Herr Knoche?
Matthias Knoche: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel. Der Verein ist sehr gut aufgestellt. Sowohl strukturell, als auch sportlich. Jetzt ist es aber Zeit, dass neue Impulse gesetzt und neue Ideen in den Verein gebracht werden. Ich bin mir sicher, dass das meinem Nachfolger sehr gut gelingen wird.

Der FC Lennestadt ohne Matthias Knoche. Das kann man sich fast gar nicht vorstellen…
Ich bin ja nicht weg. Der FC Lennestadt ist mein Verein und wird es immer bleiben. Ich bin aber jetzt sehr froh, dass ich nach den vielen Jahren mal ohne Stress auf den Sportplatz gehen und mir ein Fußballspiel ansehen kann.


Im vergangenen Jahr musste der Kunstrasen neu gebaut werden: Matthias Knoche, Torben Jäkel, Klaus Steinbach, Frank Ahlemeyer und Andreas Eickelmann (von links) übernahmen das Kommando. Wie viel Zeit haben Sie in den ganzen Jahren für den FC Lennestadt aufgebracht?
Das ist schlecht zu sagen. Es gab eigentlich keinen Tag, an dem ich nicht mit dem FC Lennestadt beschäftigt war. Da ging schon viel Zeit drauf. Natürlich leidet auch das Privatleben.

Können Sie sich noch an Ihre Anfänge als Vorsitzender erinnern?
Ja natürlich. Ich war vorher ja 2. Vorsitzender. Etwa ein Vierteljahr vor der Jahreshauptversammlung 2001 offenbarte uns der damalige Vorsitzende, Heinz-Dieter Schulte, in einer Vorstandssitzung in der Stadtschenke, dass er nicht mehr kandidieren werde. Ungläubige Blicke.

Und jetzt? Heinz-Dieter Schulte sagte, dass er sich nur einen Nachfolger vorstellen könne: Der Jimmy muss es machen. Die Vorstandskollegen schlossen sich der Meinung an. Nach kurzer Bedenkzeit und Rücksprache mit meiner Familie habe ich mich dann dazu entschlossen, zu kandidieren. Im Hotel Schneider-Bickmann wurde ich dann zum 1. Vorsitzenden gewählt. Dass daraus 18 Jahre werden, hätte ich nie gedacht.


Gab es einen Gegenkandidaten?
Das nicht, aber Skepsis gab es schon. Ich war ja erst 33 Jahre und insgesamt war der Vorstand, unter anderem damals schon mit Torben Jäkel als Geschäftsführer, noch sehr jung.

Wie war die sportliche Situation damals?
In der Saison 2001/02 waren wir sportlich am Tiefpunkt angelangt. Uns drohte der Abstieg in die Kreisliga B. Wir hatten am vorletzten Spieltag zuhause nur 1:1 gegen Rahrbachtal gespielt. Wenn Langenei/Kickenbach gegen Oberhundem nicht 5:2 gewonnen hätte, wären wir abgestiegen. Trainer der Langeneier war übrigens unser heutiger Sportlicher Leiter Andreas Friedrichs.

Und strukturell?
Wir hatten nichts, als wir unsere Sportplätze in Meggen und Altenhundem aufgeben mussten. Gut, dass der Schul-Sportplatz „auf’m Ohl“ da war. Zunächst gab es aber noch kein Klubhaus. Die Mannschaften mussten sich in der Turnhalle auf’m Ohl umziehen. Aber dann konnten wir das Klubhaus bauen.

Geholfen haben uns bei den Planungen besonders der damalige Bürgermeister Alfons Heimes und mein Vater, der damals 2. Bürgermeister war. Es folgte der erste Kunstrasenplatz, später die Tribüne und letztes Jahr der neue Kunstrasenplatz. So ist aus einem einfachen Sportplatz das Henselstadion entstanden. Seitdem der Platz da ist, ist der FC Lennestadt ein echter Verein geworden.

Vorher war es Meggen und Altenhundem. Über diese Entwicklung bin ich besonders stolz.

Und auch sportlich ging es bergauf…
Ja das stimmt. 2005 haben wir den Bezirksliga-Aufstieg durch ein 0:0 am letzten Spieltag zuhause gegen Helden knapp verpasst. Dadurch stieg Finnentrop/Bamenohl mit einem Punkt Vorsprung auf. Ein Jahr später haben wir es dann geschafft.

Zwei Jahre später folgte dann schon der erste Aufstieg in die Landesliga, 2012 dann der zweite. Dann kamen die Westfalenliga-Aufstiege 2016 und 2018. Alle Trainer in dieser Zeit, von Wolfgang Würden über Edgar Vielhaber, Spiry Vormweg, Michael Kurzeja, Benedikt Gabriel und besonders Jürgen Winkel waren Glücksgriffe. Man kann vor allen, die an den Erfolgen mitgewirkt haben, nur den Hut ziehen.


Leider sieht es im Moment nicht sehr gut aus. Dem FCL droht der zweite Westfalenliga-Abstieg nach 2017.
Sicher werden wir alles versuchen, den Klassenerhalt zu packen. Aber wir müssen realistisch sein: Die Westfalenliga ist eine eigene Welt. Das ist schon ein großer Schluck aus der Pulle. Wenn man da bestehen will, muss man jede Woche 120 Prozent geben.

Fehler werden da gnadenlos bestraft. Die Mannschaften im Ruhrgebiet haben einen größeren Umkreis, Spieler zu holen. Unser Fokus wird weiter auf der Jugendarbeit. Da macht unser Jugendvorsitzender Frank Ahlemeyer mit seinem Team einen Riesenjob.

Von den Aufstiegen abgesehen. Was gab es sonst noch für Highlights in Ihrer Amtszeit?
Absolutes Highlight war natürlich das Westfalenpokalspiel im November 2011 gegen Preußen Münster. Es war bitterkalt und trotzdem waren über 2000 Zuschauer da. Wir waren damals noch Bezirksligist und haben Drittligist Münster in die Verlängerung gezwungen.

Mit etwas Glück hätten wir sogar gewinnen können. Bei dem Spiel sind wir allerdings organisatorisch auch an unsere Grenzen gelangt. Es gab unglaublich viele Auflagen. Dann war da unter anderem noch das Westfalenpokalspiel 2016 gegen den SC Paderborn und das A-Jugend-Westfalenpokalspiel Anfang 2016 gegen Schalke 04.

Ein weiterer Höhepunkt war auch das 100-jährige Jubiläum 2009 mit dem Spiel der Sportfreunde Siegen gegen die U23 von Schalke 04


Worauf sind sie im Rückblick besonders stolz?
Das kann man nicht sagen. Es ist die Mischung aus allem. Ich bin mächtig stolz, dass ich diesem überragenden Verein 18 Jahre lang vorstehen durfte. Ich betone aber, dass das alles ohne ein gutes Team nicht möglich gewesen wäre.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen bedanken, die mir in den vielen Jahren geholfen und ihre Freizeit geopfert haben, damit der FC Lennestadt ein über die Kreisgrenzen bekannter Verein wurde.

Ein besonderer Dank geht auch an meinen Arbeitgeber Metallbau Poggel, der mich in den 18 Jahren immer unterstützt hat, sowie allen Gönnern und Sponsoren. Besonders erwähnen möchte ich unseren Hauptsponsor, der Firma Hensel, und unseren Co-Sponsor Gartencenter Kremer.

Ich bin sehr glücklich darüber, dass viele meiner Mitstreiter angekündigt haben, am Freitag zu meiner Abschiedsversammlung zu kommen.

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