Landesliga

Hatzfeld entscheidet das Kreisduell

Mirko Mester (SC Drolshagen) klärt an der Strafraumgrenze.

Mirko Mester (SC Drolshagen) klärt an der Strafraumgrenze.

Foto: Lothar Linke

Drolshagen/Hünsborn.  Fußballerisch betrachtet startete das Erntefest-Wochenende nicht gut für den SC Drolshagen.

Mit 1:2 (0:0) verlor der Landesliga-Neuling das Kreisduell gegen Rot-Weiß Hünsborn. Premiere am Buscheid. Erstmals lud der SCD zur Pressekonferenz nach dem Spiel ein - und die hatte es gleich in sich. Holger Burgmann, Trainer des SC Drolshagen, ließ mächtig Dampf ab. Ziel seines Zorns war die neue Regelung, wonach auch Trainer mit Gelb oder Rot bestraft werden können. Ihn traf die Gelb-Rote in der 73. Minute. Gelb hatte er gesehen, nachdem er sich über eine Abseitsentscheidung aufgeregt hatte. Als er daraufhin eine leere Plastikflasche in sein Häuschen warf, gab es Gelb-Rot.

Kevin Beckers Kopfballstärke

„Eine absolute Katastrophe, diese Regel. So macht das an der Außenlinie keinen Spaß mehr,“ ließ er per Mikro verlauten, „wenn ich den Schiedsrichter beleidige oder verbal angehe, okay. Aber wegen sowas? Man muss auch für die Trainer Verständnis haben.“

In Führung gegangen war Hünsborn durch Kevin Becker, der in der 47. Minute seine enorme Kopfball-Gefährlichkeit unter Beweis gestellt und eine lange Flanke von Daniel Jung zur Hünsborner 1:0-Führung ins Tor gewuchtet hatte.

Was von diesem Kreisduell in Erinnerung bleiben wird, ist vor allem die verrückte Wendung des Spiels in der Schlussphase. Gerade hatte der SCD in der 78. Minute durch Oliver Weuste den ersehnten Ausgleich geschafft, da traf Hünsborn nur zwei Minuten drauf durch einen herrlichen Freistoß von Steffen Hatzfeld (80.) zum Siegtor. Drolshagen drückte auf das 2:2, Robin Burgmanns Kopfball in der 86. Minute fiel auf die Latte, aber kurz drauf rissen die Rot-Weißen die Arme hoch.

„Wir haben einen glücklichen Sieg eingefahren,“ resümierte RWH-Trainer Andreas Waffenschmidt, „für die Zuschauer war es kein schönes Spiel. Aber in unserer Situation zählen nur die drei Punkte.“

Lattenschuss nach zwei Minuten

Doch wer weiß, wie es gelaufen wäre, wäre die Szene in der 2. Minute um Zentimeter anders ausgegangen. Da wehte das erste große Raunen über den Sportplatz Buscheid. Oliver Weuste hatte Maß genommen, aber sein Mordsschuss aus 25 Metern klatschte an die Unterkante der Latte, und schlug von dort aus einen Meter vor der Torlinie auf. Schiedsrichter Fabian Kiehl aus Netphen lag richtig, als er weiterspielen ließ.

Beide Mannschaften versteckten sich trotz erheblicher personeller Probleme nicht. Das 0:0 zur Halbzeit musste nicht sein, beide hatten ihre Gelegenheiten. Näher am 1:0 war zunächst der SC Drolshagen. Jan Gummersbachs strammen Schuss parierte RWH-Torwart Marcel Hagenbäumer. Holger Burmann: „Wir wollten Nadelstiche setzen, das ist uns gelungen.“ Wie in der 36. Minute, als Hagenbäumer toll gegen Mike Schwarz reagierte.

Anderseits hätte auch Hünsborn durchaus zur Pause führen können. Wie durch Daniel Niklas, der eine feine Flanke von Kapitän Henrik Blecker ebenso haarscharf am Tor vorbei köpfte, wie in der 42. Minute der aufgerückte Kevin Becker nach Steffen Hatzfelds Ecke. Keine Punkte, dennoch lobte SCD-Trainer Burgmann seine Elf: „Die Mannschaft hat sich hervorragend präsentiert.“

Schon sehr bald sehen sich die beiden Gegner vom Freitag wieder: Am 26. September im Achtelfinale des DFB-Kreispokals, ebenfalls in Drolshagen.

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