SpVg Olpe

Für Alex Santana nimmt ein verflixtes Jahr ein gutes Ende

Alex Santana im Februar kurz nach seiner OP mit Krücken im Kreuzbergstadion

Alex Santana im Februar kurz nach seiner OP mit Krücken im Kreuzbergstadion

Foto: Michael Meckel

Olpe.  Eine lange Leidenszeit liegt hinter Alexander Santana, dem Abwehrspieler des Fußball-Landesligisten SpVg Olpe.

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Viele Monate plagte sich der 22-Jährige mit einer Patella-Sehnenentzündung und einem angerissenen Meniskus herum. Trotz starker Schmerzen versuchte er mitzuhelfen, den Abstieg der SpVg Olpe aus der Westfalenliga abzuwenden.

Letztlich ohne Erfolg. Nach der 0:2-Niederlage im Landesliga-Saisonauftaktspiel 2018/19 musste Santana den Kampf gegen die Schmerzen aufgeben und sich im Februar 2019 einer Operation unterziehen. „Ich hoffe, dass ich demnächst wieder ohne Knieprobleme Fußball spielen kann“, sagte Santana in einem Interview mit unserer Zeitung kurz nach der OP.

Das ist gelungen, wenn auch nicht immer so, wie es ursprünglich geplant war. „Rund zehn Wochen habe ich nach der OP sportlich gar nichts gemacht. Dann habe ich extra etwa länger gewartet, um sicher zu sein, dass auch nichts passiert. Danach habe ich langsam wieder mit dem Laufen angefangen. Am Anfang wurde das Knie leider immer wieder dick, aber das ist normal“, berichtet Santana von seinen ersten Comeback-Versuchen.

Mühen sind von Erfolg gekrönt

Dazu sei er drei- bis viermal beim Physiotherapeuten und viel im Fitnessstudio gewesen. „Ich habe alles für die Kraft getan, damit wieder Muskeln aufgebaut werden.“ Nach zehn bis zwölf Wochen habe er dann begonnen, die Kondition wieder auf Vordermann zu bringen. „Ich habe gelaufen, aber zunächst nur auf der Tartanbahn, weil es da weicher ist. Und es gab in den ersten zwei bis drei Wochen nur Geradeaus-Läufe.“

Letztlich waren die Mühen von Erfolg gekrönt. In der Vorbereitung auf die Saison 2019/20 stand Santana wieder auf dem grünen Rasen. Santana: „Eigentlich war vorgesehen, dass ich mit dem ganz normalen Vorbereitungstraining wieder anfange. Das hat aber leider nicht so ganz geklappt wie geplant. Alles verzögerte sich. Das Knie wurde leider immer wieder etwas dick. Ich wollte mir aber sowieso etwas mehr Zeit nehmen, damit alles richtig verheilt. Die ersten richtigen Ball- und Koordinationsübungen habe ich dann nach dem ersten oder zweiten Saisonspiel gemacht.“

Vor allem Co-Trainer Raphael van der Wielen habe mit ihm Übungen gemacht. Alex Santana gibt zu: „Der Anfang war doch schwerer, als gedacht. Es war schwer, die Bewegung wieder reinzukriegen. Ich hatte sehr oft, auch nach kleinen Einheiten, Muskelkater, weil halt keine Muskeln mehr da waren. Aber von Woche zu Woche wurde es schließlich besser.“

Dann war es soweit. Beim 3:0-Sieg über Werdohl am 22. September stand Santana erstmals seit über einem Jahr wieder im Kader. Diesmal sogar eher als vorgesehen.

Zurück am 6. Dezember

„Eigentlich war geplant, in diesem Jahr gar nicht mehr zu spielen. Aber dann lief es mit dem Knie doch besser als gedacht. Dann habe ich mit dem Mannschaftstraining angefangen. Meinen ersten Einsatz hatte ich dann über 30 Minuten im Pokalspiel in Elben. Nach so einer langen Pause ist es dann doch erst etwas ungewohnt. Es war keine Angst, mehr Respekt. Man ist doch etwas vorsichtiger“, so Alex Santana.

Das erste Spiel von Beginn an absolvierte Santana dann im Oktober beim 6:2-Sieg im Pokal beim Bezirksligisten LWL, da schon unter dem neuen Trainer Ottmar Griffel. Santana: „Ich habe da auf der Sechs angefangen. Da musste ich mich schon etwas neu orientieren, weil ich ursprünglich ja immer Innenverteidiger gespielt habe. In der zweiten Halbzeit habe ich dann in der Innenverteidigung gespielt. Das ging schon sehr gut.“

Mit dem Knie hat Santana inzwischen keine Probleme mehr, musste zuletzt aber doch aussetzen. „Leider habe ich mir Ende Oktober beim 2:4 in Menden eine Zerrung zugezogen. Deshalb kann ich im Moment nicht spielen. Das hat aber nichts mit dem Knie zu tun. Da ist alles in Ordnung. Seit Dienstag letzter Woche bin ich wieder im Training“, freut sich Alex Santana.

Anfang ist schwerer als gedacht

Doch das das Training wird jetzt erstmal bis Anfang Dezember unterbrochen. Denn für Alex Santana wird in dieser Woche ein Traum wahr. Zusammen mit seiner Freundin befindet er sich seit dem gestrigen Montag im Urlaub in seiner Heimat Dominikanische Republik. „Zum ersten Mal seit acht Jahren sehe ich meine Oma und auch meinen Onkel wieder. Darüber freue ich mich natürlich sehr“, strahlt Alex Santana.

Santanas Oma wohnt in Higüey, der Hauptstadt Provinz La Altagracia, im Osten der Dominikanischen Republik. In der Provinz La Altagracia ist auch die Tourismusregion Punta Cana, in der sich das Hotel von Alex Santana befindet.

Am Nikolaustag, am 6. Dezember, ist Alexander Santana wieder zurück in Deutschland. Dann stehen noch zwei Landesligaspiele für die Spielvereinigung Olpe im Jahr 2019 auf dem Plan.

Rat: Lieber länger pausieren

Es war ein Jahr, das für Alex Santana sehr ereignisreich war. Und an dessen Ende er noch einen guten Rat – garniert mit einem Klassiker fürs Phrasenschwein - an alle hat. „Wenn ich das nochmal vorkommen würde, würde ich auf jeden Fall frühzeitig mit dem Fußball eine Pause machen. Auf keinen Fall sollte man versuchen, mit Tabletten zu spielen. Das lindert zwar den Schmerz, aber die eigentliche Verletzung ist halt immer noch da.“

Lieber solle man zwei, drei Wochen oder noch länger pausieren, so Alexander Santanas Erfahrung. „Im Westfalenliga-Abstiegskampf 2018 habe ich mir gedacht, die paar Spiele hältst du auch noch durch,“ verrät er, „aber es war mein Fehler, dass ich halt immer weiter gemacht habe. Vielleicht wäre ich dann um die Operation herumgekommen.“

Sein Fazit: „Hinterher ist man immer schlauer.“

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