Interview

Frank Stahl: „Ich bin von unserem Klassenerhalt überzeugt“

Vorstand FC Altenhof

Vorstand FC Altenhof

Foto: Privat

Altenhof.   Anfang April wurde Frank Stahl (52) erneut zum Vorsitzenden des FC Altenhof gewählt.

Das Amt bekleidet er seit fünf Jahren. Wir sprachen mit Frank Stahl.


Sie wurden kürzlich als Vorsitzender des FC Altenhof wiedergewählt. Aber nur für ein Jahr. Warum?
Frank Stahl: Unser Kassierer Thomas Wurm und ich hatten im Vorfeld signalisiert, dass wir unsere Ämter nicht mehr weiterführen möchten. Trotz vieler Gespräche und Versuche hat sich leider niemand gefunden, der entsprechende Verantwortung übernehmen wollte. Da wir beide den Verein und unsere Vorstandskollegen nicht im Stich lassen wollten, haben wir uns abgestimmt, für ein weiteres Jahr zu kandidieren.


Was ist fürs nächste Jahr geplant?
Unsere Sportanlage ist bis auf das Flutlicht in einem Top-Zustand. Wir sind im Jugend- und Altligabereich sehr gut aufgestellt. Auch personell gesehen sieht es nach den Vorstandswahlen gut aus. Aus diesem Grunde sehe ich das kommende Jahr eher als ein Übergangsjahr an. Für uns gilt es, die gewählten Personen so einzusetzen, dass jeder nach seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten Bereiche eigenverantwortlich übernimmt, um die Aufgaben auf viele Schultern zu verteilen.


Wie hat sich das Amt des Vorsitzenden seit 2014 generell verändert?
Generell wird es schwerer, Personen für ehrenamtliche Arbeit zu begeistern. Fällt dieses im Erfolgsfall in der Regel noch leichter, ist in den schwierigen Phasen dann meist nur noch der harte Kern dabei. Dabei besteht nicht nur unser Verein aus mehr als der 1. Mannschaft, die sicher das Aushängeschild eines Vereins ist. So nehmen bei uns in der nächsten Saison circa. 120 Aktive am Spielbetrieb mit 19 Mannschaften teil. Das ist für einen Verein mit 260 Mitgliedern eine stolze Zahl.


Wie viel Zeit „opfern“ Sie dem FC Altenhof von Ihrer Freizeit?
Man ist halt fast jeden Tag im Einsatz. Zu Landesliga- und Sportheimbauzeiten war das quasi ein zusätzlicher Halbtagsjob nach der normalen Arbeit. Hier möchte ich einem harten Kern an Mitstreitern danken, insbesondere Thomas Wurm, die ebenfalls seit vielen Jahren tolle Vorstandsarbeit leisten.

Warum haben Sie 2014 eigentlich den Vorsitz übernommen?
Das frage ich mich manchmal auch – aber Scherz beiseite. 2014 spielten wir noch in der Kreisliga und waren fest in einer langjährigen JSG gebunden. Nicht nur ich konnte damals nicht absehen, welche intensiven Jahre dem Verein bevorstanden. So habe ich damals nicht im Traum daran gedacht, dass wir in dieser Zeit zweimal aufsteigen, unseren Kunstrasen erneuern, ein neues Sportheim bauen, eine neue JSG bilden und drei Jahre Landesliga spielen um dann nach einem vermeidbaren Abstieg einen massiven Abgang an Spieler zu verarbeiten.


Was war der schönste und der bitterste Moment in Ihrer Amtszeit?
Die schönsten Momente waren der unerwartete Landesliga-Aufstieg und die Sportheimeinweihung nach über 4500 geleisteten Arbeitsstunden. Bitter war 2018 das vermutlich entscheidende Spiel gegen Hüsten, welches wir nach Drei-Tore-Vorsprung in den letzten 20 Minuten noch verloren haben.


Zur aktuellen Lage. Nach dem 1:1 gegen Niederschelden sind Sie Neunter mit vier Punkten Vorsprung auf Abstiegsplatz 14. Wie sehen Sie Lage im Abstiegskampf?
Wir haben uns wieder ein kleines Polster erarbeitet, sind aber noch nicht durch.


Hatten Sie nach dem Landesliga-Abstieg mit solch einer schwierigen Saison gerechnet?
Wir wussten zu Saisonbeginn nicht, wo wir sportlich gesehen stehen, nachdem wir elf Spieler verloren haben. Dennoch haben meine Vorstandskollegen und ich immer an die Mannschaft geglaubt.

Am Saisonende wird Sie Torjäger Bastian Schildt Richtung Hillmicke verlassen. Wie haben Sie das aufgenommen und wie wollen Sie diesen herben Verlust kompensieren?
Basti war einer der Erfolgsgaranten der letzten Jahre. Von daher schmerzt der Verlust sehr. Er hatte uns bereits letztes Jahr signalisiert, dass er sich ein Spielertraineramt vorstellen könne. Von daher kann ich seine Entscheidung nachvollziehen. Wir hoffen, die Lücke mit unseren offensiven Neuzugängen zu schließen.


Wie weit sind die Planungen für die nächste Saison fortgeschritten?
Mit aktuell acht Neuzugängen liegen wir klar im Soll, jedoch suchen wir insbesondere für den Defensivbereich noch nach Verstärkungen.


Gibt es Spieler, die nur im Fall des Klassenerhalts kommen – oder vielleicht auch bleiben?
Ich bin von unserem Klassenerhalt überzeugt und wir haben auch keinen Spieler dabei, der dieses Thema angesprochen hat.


Wie sehr ärgert es, wenn ein Spieler trotz Zusage wieder abspringt?
Das ist sehr bitter. Auch wir haben dieses leidige Thema in den letzten Jahren oft durchgemacht, als uns Spieler trotz Zusage auf den letzten Drücker verlassen oder abgesagt haben. Leider lässt das Fairplay immer mehr zu wünschen übrig.


Zum Schluss ein Tipp: Wie endet das Spiel am Gründonnerstag in Salchendorf?
Salchendorf war einer Topfavoriten vor der Saison. Von daher wäre ich auswärts mit einem Punkt sehr zufrieden. Das würde uns immens weiterhelfen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben