Westfalenliga

FC Lennestadt erteilt Gerlingen Lehrstunde

Auch der mit einer Carbon-Maske spielende Steffen Scheppe (rechts, im Duell mit Adriano Dolcinelli) kann bei seinem Comeback das 0:3 von Aufsteiger FSV Gerlingen gegen den FC Lennestadt nicht verhindern.

Auch der mit einer Carbon-Maske spielende Steffen Scheppe (rechts, im Duell mit Adriano Dolcinelli) kann bei seinem Comeback das 0:3 von Aufsteiger FSV Gerlingen gegen den FC Lennestadt nicht verhindern.

Foto: Michael Meckel

Gerlingen.  Im ersten Westfalenliga-Spiel seiner Geschichte unterlag Aufsteiger FSV Gerlingen dem FC Lennestadt klar und verdient mit 0:3.

Dass es in der Fußball-Westfalenliga rauer zugeht und jeder Fehler sofort bestraft wird, das musste der FSV Gerlingen gleich am ersten Spieltag eindrucksvoll erfahren. Mit 0:3 (0:2) ging die Westfalenliga-Premiere des Aufsteigers gegen den FC Lennestadt verloren. Damit ist der FSV Gerlingen erstes Schlusslicht der Saison 2019/20. Dagegen fehlte dem FC Lennestadt am Ende ein Tor, um als Tabellenführer ins zweite Spiel am Samstag im Henselstadion gegen den zweiten Aufsteiger SV Hohenlimburg zu gehen.

„Das hatten wir uns natürlich etwas anders vorgestellt. Der Sieg des FC Lennestadt geht vollkommen in Ordnung. Man hat ganz klar gesehen, dass uns der FC Lennestadt im Zweikampfverhalten und vor allem in Sachen Cleverness mindestens ein Jahr voraus ist“, sagte Gerlingens Trainer Dirk Hennecke.

Dagegen strahlte FCL-Trainer Jürgen Winkel nach dem Spiel über bei de Ohren. „Ich bin tierisch stolz auf meine Mannschaft und ich bin sehr zufrieden. Es ist schön, dass wir so einen guten Start hingelegt haben und mit dem Sieg im Rücken in die nächsten schweren Spiele gehen können“, so Jürgen Winkel.

Zwei Tore nach Einwürfen

Den Schlüssel zum Erfolg legten die Gäste in der ersten Halbzeit. Nachdem Gerlingen in der ersten Minute eine gute Chance in Person von Louis Häner nicht verwerten konnte, übernahmen die Gäste immer mehr das Kommando. Und die Überlegenheit machte sich auch schnell in Zahlen bemerkbar. Die beiden ersten Tore für den FCL fielen praktisch nach dem selben Strickmuster. In der 19. Minute segelte der Ball nach einem langen Einwurf des starken Moritz Thöne durch den Gerlinger Fünfer. Am langen Pfosten stand Florian Friedrichs und nickte den Ball über die Linie. „Der Flo hat einfach ein Näschen dafür, wo er in solchen Situationen stehen muss“, freute sich Jürgen Winkel.

Elf Minuten später dasselbe Schauspiel noch einmal. Diesmal stand Marco Holterhoff am Fünfer ganz frei und köpfte den Ball zum 2:0 für die Gäste ins Netz. Dirk Hennecke ärgerte sich maßlos: „Das 0:2 war für uns der Genickbruch. Eigentlich weiß seit Jahren in ganz Deutschland jeder, wie gefährlich der FC Lennestadt bei langen Einwürfen von Moritz Thöne ist. Und wir fangen uns durch so dilettantische Fehler zwei Gegentore. Außer Max Humberg haben wir sowieso jedes Kopfballduell verloren. Das war schon eklatant.“

Nach der Pause kam Gerlingen mit drei neuen Spielern und mehr Schwung aus den Kabinen. Doch in der 60. Minute waren die Hoffnungen, noch einmal heranzukommen, geplatzt. Nach einer Kombination über Holterhoff, Bivolaku und Thöne stand Florian Friedrichs nach einer Rechtsflanke wieder frei und ließ FSV-Torwart Christoph Sauermann keine Chance. „Dass wir dass Tor ausgerechnet in einer Druckphase von uns kassiert haben, war schon ärgerlich“, schüttelte Dirk Hennecke den Kopf.

Der FC Lennestadt spulte danach seine Routine herunter. Doch in der 72. Minute wäre es beinahe noch einmal spannend geworden.

Schulte hält Handelfmeter

Da gab es einen Handelfmeter für Gerlingen. Doch Philipp Bredebach scheiterte an Kevin Schulte. „Das war gute Torwartschule“, lachte FCL-Vorsitzender Andreas Eickelmann, viele Jahre Torwarttrainer des FC Lennestadt. Und Trainer Trainer Jürgen Winkel atmete tief durch. „Es war wichtig, dass es beim 3:0 blieb. Immerhin waren noch gut 20 Minuten zu spielen. Da weiß man nie.“

Dagegen winkte Dirk Hennecke ab: „Ich glaube nicht, dass wir noch einmal heran gekommen wären.“ Drei Minuten später hatte Bredebach per Kopf eine, so Hennecke, „eigentlich noch bessere Chance als bei dem Elfmeter.“ Doch Bredebachs Kopfball aus zwei Metern flog am langen rechten Pfosten vorbei. So blieb es beim auch in der Höhe verdienten 3:0 für die Gäste.

„Wir sind endlich mal mit einem Sieg in eine Westfalenliga-Saison gestartet. Der Sieg war absolut verdient. Ich war aber schon ein wenig überrascht über die passiven Gerlinger in der ersten Halbzeit“, resümierte FCL-Vorsitzender Andreas Eickelmann die Partie. Jürgen Winkel blickte schon nach vorn: „Wir müssen uns trotz des klaren Sieges steigern. Und ich wünsche Dirk, dass auch Gerlingen bald den Rhythmus findet. Es muss ja nicht unbedingt im Rückspiel bei uns sein.“

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