Fußball

Fällt die Aufstiegs-Relegation aus?

Gesunkene Chancen auf die Landesliga: Der SV Ottfingen (hier gegen FC Eiserfeld).

Gesunkene Chancen auf die Landesliga: Der SV Ottfingen (hier gegen FC Eiserfeld).

Foto: Lothar Linke

Kreis Olpe.   Noch am Dienstag Mittag stand Karl-Heinz Linke unter dem Eindruck der 3:4-Niederlage gegen den Kiersper SC und den Sturz von Platz eins auf zwei.

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Und als ob das nicht schon genug wäre, wurde der leidgeprüfte Sportliche Leiter des Fußball-Bezirksligisten SV Ottfingen mit einer weiteren unangenehmen Nachricht konfrontiert: Eine Aufstiegsrelegation der Vizemeister liegt in weiter Ferne. Und Vize wäre der SV Ottfingen, wenn die Saison jetzt zu Ende wäre. „Das ist für mich jetzt nochmal ein Stich ins Herz,“ gab Karl-Heinz Linke zu, schon mit dieser Zusatz-Chance gerechnet zu haben, „da bin ich komplett geplättet.“

Abhängig von der Regionalliga

Der Mann, der die Hoffnungen der überkreislichen Vize in spe so massiv dämpfte, ist Hans-Dieter Schnippe aus Rheine. Er gehört dem Verbands-Fußballaussschuss Westfalen an und ist der Spezialist für Relegationen aller Art. Ob nach oben oder nach unten.

Alles hängt von der Regionalliga ab. Und da steht es schlecht um Westfalen. Die vier Abstiegsplätze werden von drei westfälischen Vereinen belegt: Wattenscheid 09, SC Wiedenbrück und 1. FC Kaan-Marienborn. Lediglich Schlusslicht TV Herkenrath ist im Verband Nordrhein zuhause und würde im Abstiegsfall keinen Startplatz in der Oberliga Westfalen beanspruchen.

Die Lawine von oben würde sich von Liga zu Liga „nach unten“ fortpflanzen. Was heißt das für eine mögliche Relegation? Schnippe: „In der Bezirksliga wird es keine geben. Da haben wir überhaupt keine Aussichten.“

Selbst wenn die Zahl der westfälischen Regionalliga-Absteiger unter drei sinken würde, blieben die Aussichten für die Bezirksliga-Vizemeister schlecht, prognostiziert der Funktionär aus Rheine. Die Lage: Wattenscheid 09 steht zwei Punkte unterm Strich, Wiedenbrück drei (beide haben noch je fünf Spiele), die Käner, die noch sieben Spiele ausstehen haben, sind acht Punkte vom rettenden Platz entfernt.

In die Röhre schaut wohl auch der Vizemeister der Westfalenliga 2. Dort liegt die SG Finnentrop/Bamenohl ja noch heiß im Rennen. „Nach derzeitigem Stand haben auch hier die Zweitplatzierten keine Chance,“ sagt Hans-Dieter Schnippe und macht den Westfalenliga-Spitzenmannschaften nur wenig Hoffnung.

Denn wenn die Oberliga Westfalen drei Regionalligisten aufnehmen muss, dann würde es ziemlich voll dort und es wäre kein Platz mehr für einen dritten Aufsteiger aus den beiden Westfalenligen. Dann stiegen nur die zwei Meister zur Oberliga auf. Das wäre in der Staffel 2 aktuell der RSV Meinerzhagen. Schnippe: „Wer aufsteigen will, muss wohl Meister werden.“

Schwere Brocken an Ostern

Bei der SG Finnentrop/Bamenohl nimmt man es gelassen hin. „Ich habe mir das schon so gedacht,“ kommentierte André Ruhrmann, Sportlicher Leiter des Westfalenliga-Dritten, die Konstellation, „deshalb ist es gut, dass wir uns mit dem Thema noch nicht so intensiv auseinandergesetzt haben. Dann ist die Enttäuschung nicht so groß.“

Aber wie Ruhrmann die Mannschaft von Trainer Ralf Behle kennt, „bleiben die Sinne geschärft bis zum letzten Spieltag“. Was auch nötig ist. Denn das Osterfest legt den Finnentrop/Bamenohlern zwei ganz dicke Brocken ins Nest: Am Gründonnerstag geht die Reise zum Fünften SpVgg Erkenschwick und am Montag kommt der Vierte, der DSC Wanne-Eickel.

Doch die geminderte Bedeutung des 2. Platzes schlägt den Bamenohlern nicht auf die Motivation: „Den zweiten Platz wollen wir schon erreichen,“ bekräftigte Ruhrmann, „es gibt doch nichts Schöneres, als zu diesem Zeitpunkt der Saison noch eine Perspektive zu haben. Eine dankbare Situation.“

Ganz anders ist die Stimmung in Ottfingen. Durch das 3:4 gegen Kierspe am Sonntag flog die Tabellenführung von dannen. Verrückt: Obwohl der SVO alle drei Pflichtspiele gegen den SC Drolshagen gewonnen hat - zwei in der Liga, eines im Pokal - hinkt er einen Punkt hinter den Dräulzern her.

Kleiner Lichtblick

Und es können sogar vier Zähler Abstand werden, falls der SCD sein Nachholspiel gegen den SC LWL am 25. April gewinnen sollte. „Wenn es denn so käme, muss man auch sagen: Hut ab vor Drolshagen,“ sagt Linke, „die haben das mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung geschafft.“

Trotzdem hätte sich Karl-Heinz Linke, der ja sein Amt abgeben wird, nur allzu gern mit einem Aufstieg verabschiedet. Entsprechend tief enttäuscht war er am Sonntag Abend: „Ich bin dann auch relativ früh gegangen, um nicht noch irgendwie böses Blut zu machen,“ berichtete er.

Der SC Drolshagen, Tabellenführer der Fußball-Bezirksliga 5, blickt gespannt auf das Nachholspiel gegen den SC LWL 05 am 25. April. „Wenn wir das gewinnen, und wenn wir vier Punkte Vorsprung fünf Spieltage vor Schluss haben... dann können wir nicht mehr hergehen und sagen: Wir wollen Zweiter werden,“ spricht Tobias Stahlhacke, Sportlicher Leiter am Buscheid, Klartext. Dann habe der SC Drolshagen einen „Freischuss“, wie Stahlhacke es ausdrückt, „selbst wenn Ottfingen dann alles gewinnt, können wir immer noch ein Spiel verlieren.“

Es hänge vieles von der Personalsituation ab, verweist Tobias Stahlhacke auf einige Verletzte. „Trotzdem ist die Truppe gut aufgestellt“. Die Restprogramme der beiden Topteams Drolshagen und Ottfingen „halten sich die Waage“, wie Stahlhacke schätzt.

Und doch gibt es in all der Tristesse einen Lichtblick: Der Landesliga-Vizemeister hat möglicherweise eine Chance. Denn: In der zweigleisigen Westfalenliga spielen zurzeit 32 Mannschaften, das soll auch 2019/20 so sein, und dort würde sich nach aktueller Konstellation ein freier Platz auftun.

Die größte „Chance“ aller OE- Vereine auf Landesligaplatz zwei hat der FSV Gerlingen. Die wird er aber dankend ablehnen. Nachvollziehbar - als Tabellenführer mit sechs Punkten Vorsprung...

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