Nach 26 Jahren

Der KSB ohne Wilfried Schauerte? Kaum zu glauben

Wilfried Schauerte am Montag zu Besuch in unserer Olper Redaktion.

Wilfried Schauerte am Montag zu Besuch in unserer Olper Redaktion.

Foto: Lothar Linke

Olpe.  „Ich glaub’s ja nicht. Ich werde 74,“ rief Wilfried Schauerte am Ende unseres Gesprächs.

Was ebenfalls schwer zu glauben ist, und das für einen weitaus größeren Personenkreis: Ab kommenden Montag wird Wilfried Schauerte nicht mehr Vorsitzender des Kreissportbundes Olpe sein.

Der Dünscheder hat sich entschlossen, keine weitere Amtszeit anzuhängen. Womit eine 26-jährige Ära zu Ende geht. Wilfried Schauerte gehört in unserer Region zu den Ehrenamtlichen größeren Kalibers. Er war 25 Jahre lang Geschäftsführer des Stadtsportverbandes Attendorn und elf Jahre Vorsitzender der Sportfreunde Dünschede - um nur zwei weitere seiner prägenden Ämter zu nennen. Mit Rüdiger König, inzwischen 30 Jahre an der Spitze des Attendorner Sports, habe er „ein sehr gutes Team“ gebildet, sagt er: „Wir haben im Sport in Attendorn vieles bewegt.“

Bedenkzeit gleich null

Befürchtet er nicht, nach so vielen Jahren des Engagements in ein Loch zu fallen? „Bestimmt nicht,“ antwortete er beim Besuch in unserer Redaktion wie aus der Pistole geschossen, „ich habe vier Enkel, drei davon wohnen in der Nähe, und sind oft bei uns zu Besuch.“ Aber den KSB, den werde er zumindest „noch begleiten“, kündigt er an. Nur aktiv mitmischen, das wird er nicht mehr.

Wenn seine Amtszeit auch einem Marathon gleicht, so war ihr Start eher ein Sprint. Die Bedenkzeit? Ging gegen Null. Eines Tages erreichte ihn der Anruf des damaligen FLVW-Kreisvorsitzenden und Kreissportbeauftragten Leo Stickeler: Wir brauchen einen neuen Vorsitzenden für den Kreissportbund. Der Gunter Hechler hört auf. „Herr Stickeler drängte,“ erinnerte sich Schauerte.

Was zu erledigen war, erledigte der Auserwählte schnell: „Ich habe mich dann bei meinem Dienstherren rückversichert, dass ich dieses Amt annehmen darf,“ so Schauerte. Der Dienstherr im Attendorner Rathaus war damals: Frank Beckehoff. Seinerzeit Stadtdirektor, heute Landrat. Der gab Wilfried Schauerte, seines Zeichens Leiter des Amtes für Kultur und Sport in Attendorn, sein Okay.

Das Wasser, in das Schauerte sprang, empfand er nicht als zu kalt.“ Meine erste Amtshandlung war, in der Schützenhalle Sporke eine Laudatio auf meinen Vorgänger zu halten,“ schmunzelte er, „der Gunter Hechler wurde fünfzig.“

„Bin ein Teamplayer“

Dass er sich gut zurecht fand, verdanke er in erster Linie Gerd Opitz. Schauerte: „Der leider zu früh verstorbene Kassierer war schon lange beim Kreissportbund.“ Von dessen Erfahrung profitierte der frisch gekürte KSB-Vorsitzende in seinen Anfangsjahren.

Wilfried Schauerte sieht sich als Teamplayer. „Ich bin keiner, der einsame Entscheidungen trifft.“ Beim Kreissportbund seien sämtliche Beschlüsse im Team gefasst worden. „anders geht es nicht.“

Nichtdestotrotz vertritt er die Meinung: „Verbands- und Vereinsarbeit sind sehr unterschiedlich. Im Verein sollte einer den Hut aufhaben in einem Vorstand, einer, der die Richtung angibt. Aber den einen Vorsitzenden gibt es kaum noch.“

So wie er elf Jahre lang einer bei den Sportfreunden Dünschede war und sein Schwager Edmund Hesse danach. „Er hat das auch lange gemacht, und der Erfolg hat ihm Recht gegeben. Dünschede stieg damals in die Landesliga auf.“

Als eine Erfolgsgeschichte sieht Wilfried Schauerte heute auch die Jugendspielgemeinschaft Dünschede/Helden, die seit 30 Jahren existiert und zu den ältesten im Kreis gehört. „Der Glücksfall war damals Bruno Droste, Schulleiter in Helden. Er hatte die Idee.“ Die sei zunächst nicht auf Gegenliebe gestoßen, vor dem Hintergrund der damaligen Rivalität beider Repetaler Vereine. Dass sich Gleiches zwischen Helden und Dünschede mal im Seniorenbereich fortsetzt, schließt Schauerte nicht aus: „Es werden sicher Gespräche geführt werden müssen. Die Jugendlichen sind einfach nicht mehr da.“

Auf das, was der KSB in den letzten 26 Jahren erreicht hat, blickt Schauerte nicht ohne Stolz. Er erinnert sich an die „heißen Diskussionen“, als es um die Einführung der Hauptamtlichkeit in „seinem“ Verband ging, die an im Jahr 2000 auch kam. Mehr noch hat Schauerte erfahren, welche Kraft der Sport hat, und das auch in gesellschaftlichen Fragen. Er denkt an die jüngere Vergangenheit. „Als die Flüchtlinge kamen, sind viele von ihnen in die Sportvereine gegangen. Der Sport ist ein Motor der Integration.“

Er sagt voraus: „Der KSB wird auch in Zukunft einen gut aufgestellten Vorstand haben, der auf eine gut funktionierende Geschäftsstelle zurückgreifen kann.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben