Finnentrop/Bamenohl

Das Brett ist dick in Erkenschwick

In der Gruppe diskutieren Erkenschwicker, Finnentrop/Bamenohler und zwei Schiedsrichter einen Luftkampf im Fünfmeterraum zwischen SpVgg-Torwart Philipp Kunz und Tim Schrage (Nummer 9) aus. 

In der Gruppe diskutieren Erkenschwicker, Finnentrop/Bamenohler und zwei Schiedsrichter einen Luftkampf im Fünfmeterraum zwischen SpVgg-Torwart Philipp Kunz und Tim Schrage (Nummer 9) aus. 

Foto: Lothar Linke

Erkenschwick.  „Wir geh’n mit dir durch dünn und dick, Spielvereinigung Erkenschwick!“ So dröhnte es vor dem Gastspiel des Fußball-Westfalenligisten SG Finnentop/Bamenohl über den Stimberg.

Dick war das Brett, das die Finnentrop/Bamenohler beim 0:0 in Erkenschwick zu bohren hatten. „Hier war nicht mehr drin,“ befand Tim Schrage ehrlicherweise. Der Offensivspieler der SG fuhr sich, wie alle seine Mitspieler, immer wieder in der sehr gut stehenden und kompromisslos klärenden Erkenschwicker Abwehr fest. Doch die Vermutung, vor dem Spiel hätte er doch sicher ein 0:0 unterschrieben, konterte Tim Schrage mit dem Selbstbewusstsein, das man nach einer bislang so bärenstarken Saison angesammelt hat: „Nein. Wir wollten hier schon gewinnen.“

Großer Einsatz beiderseits

Doch im Laufe des Spiels kristallisierte sich heraus, dass Finnentrop/Bamenohl an diesem Gründonnerstag kein Kandidat für drei Punkte sein würde, aber es schaffte, in der Rückrunde unbesiegt zu bleiben. „Ich denke, wir sind zu keiner Zeit ins Spiel gekommen,“ sagte dann auch SG-Trainer Ralf Behle, „wir haben keinen Spielrhythmus aufgenommen, keine längeren Ballpassagen gespielt.“

Obwohl keine Tore fielen, war das Spitzenspiel stets interessant, weil beide Seiten mit großem Einsatz zu Werke gingen. Einen Vorgeschmack auf ein teils hitzig geführtes Spiel lieferte schon die 15. Minute. Es ballte sich ein Rudel, in das sich Schiedsrichter Marcel Skorupa plus einer seiner Assistenten deeskalierend werfen mussten, als SpVgg-Torwart Philipp Kunz und Tim Schrage in der Luft aneinander geraten waren, Schrage im Fünfer liegen blieb - und nach Ansicht der Erkenschwicker simulierte.

„Ein richtig schönes Abendspiel,“ fand SG-Abwehrspieler Robin Entrup und meinte damit nicht nur die rassige Begegnung in der Jule-Ludorf-Sportanlage. Die ist benannt nach einem der größten Söhne der Schwarz-Roten, einer, der im berühmten Notizbuch des Bundestrainers Sepp Herberger stand. Entrup spielte auch auf das Drumherum an. Gefühlt, sprich, gemessen an der Lautstärke, waren es mehr als 200, die richtig Stimmung machten. „Er-Er-Erkenschwick“ die einen, „wir sind alle Bamenohler Jungs“ die anderen, die per Bus und Privat-Pkw in fast dreistelliger Zahl vor Ort waren. „Ein Riesenkompliment an unsere Fans,“ sagte Robin Entrup und verkündete stolz: „Wir sind eine Truppe aus dem Sauerland und haben bei einer Ruhrgebietsmannschaft, die ganz andere Möglichkeiten hat, einen Punkt geholt.“

Dass der Zähler stark gefährdet war, leugnete Gästetrainer Ralf Behle nicht. „Wir hatten heute zwei Freunde. Das war einmal der Papst, den hatten wir in der Tasche. Und Ingmar Klose.“

Klose, der Finnentrop/Bamenohler Torwart war der Mann des Abends. Schon zur Pause hätten die Gäste klar hinten liegen können. Doch Klose gab die Komplimente nach dem Schlusspfiff weiter - an Torwarttrainer Henning Vogt. „Von ihm profitiere ich sehr. Wir haben sehr viele Eins-zu-eins-Situationen geübt,“ berichtete Klose. Mindestens in einer Szene hat sich das richtig ausgezahlt: Als Bernad Gllogjani völlig blank vor ihm auftauchte, Klose stehen blieb und das sichere 0:1 verhinderte (15.).

Der SG-Keeper sieht Vogt als „Glücksfall“, auch wenn Klose bei Kaan-Marienborn bereits hochklassig gespielt hat - was er in Anspielung auf seine wenigen Einsätze bei Kaan schmunzelnd korrigierte: „Naja, eher hochklassig trainiert...“

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