SV Dahl/Friedrichsthal

Chris Hardenack: „Wir haben es verdient, da oben zu stehen“

Chris Hardenack (links) jubelt mit David Wintersohl über den Aufstieg 2019l.

Chris Hardenack (links) jubelt mit David Wintersohl über den Aufstieg 2019l.

Foto: Michael Meckel

Dahl/Friedrichsthal.  Der spielende Co-Trainer und Torjäger, Chris Hardenack, hofft, dass der SV Dahl/Friedrichsthal nach dem Lockdown Platz zwei verteidigen kann.

Da reibt sich bestimmt so mancher „Fußball-Experte“ ein wenig die Augen. Der SV Dahl/Friedrichsthal, der erst 2018 in die Kreisliga B aufgestiegen war und 2019 den Durchmarsch in die Kreisliga A schaffte, steht auf dem zweiten Platz der Kreisliga A.

Nur zwei Punkte beträgt der Rückstand der Mannschaft von Trainer Michael Kügler auf Tabellenführer SV Heggen. Maßgeblich dafür verantwortlich ist Chris Hardenack, der mit neun Toren auf dem dritten Rang der Torjägerliste steht. Wir sprachen mit dem 27-jährigen Torjäger und spielenden Co-Trainer des SV Dahl/Friedrichsthal.


Sie stehen auf dem zweiten Platz der Kreisliga A. Was ist das Erfolgsgeheimnis des SV Dahl/Friedrichsthal in der Saison 2020/21, Herr Hardenack?
Chris Hardenack: Wir haben zurzeit eine sehr gute Mannschaft, die es auch verdient hat, da oben zu stehen. Die Balance zwischen Trainer und Mannschaft passt momentan sehr gut. Den jungen Spielern gönne ich es vor allem, dass wir oben mitspielen.


Wie sehen Sie die Chancen im Aufstiegskampf und wen sehen Sie als Hauptkonkurrenten an?
Vom Aufstieg wollen wir zurzeit gar nicht reden. Es ist zwar eine sehr schöne Momentaufnahme, aber im Vergleich zum SV Heggen und Türk Attendorn haben wir nicht den notwendigen breiten Kader, der aufsteigen kann. Als Favorit zählen für mich deshalb Heggen und Türk Attendorn. Auch den Vierten FC Lennestadt II darf man nicht aus den Augen verlieren. Für mich war das die beste spielerische Mannschaft, gegen die wir diese Saison gespielt haben. Wir hoffen, dass es bald weitergeht und wir da anknüpfen können, wo wir aufgehört haben. Ich würde es unterschreiben, wenn wir am Ende da stehen, wo wir jetzt stehen und somit eine Super-Saison krönen können.


Doch gerade, wo es so schön läuft, werden Sie erneut vom Corona-Virus ausgebremst. Wie ärgerlich ist für Sie der erneute Lockdown?
Aufgrund unseres guten ersten Saisondrittels und unseres aktuellen Fitnessstandes ist dass natürlich sehr bedauerlich. Aber im Moment lassen die Bedingungen halt nichts anders zu. Ich hoffe, dass wir die Corona-Pause schnell hinter uns bringen und wir so schnell wie möglich wieder loslegen können.


Wie halten Sie sich für den Neustart nach dem Lockdown fit?
Aktuell erhalten wir von Trainer Michael Kügler jede Woche einen Trainingsplan, den ich natürlich so gut wie es geht versuche, umzusetzen.

Ein Blick zurück. Als Sie 2015 zum FSV Gerlingen wechselten, ging es beim SV Dahl/Friedrichsthal zunächst bergab. In der Saison 2016/17 stieg ihr Heimatverein sogar in die Kreisliga C ab. Nur dreieinhalb Jahre später klopfen Sie am Tor zur Fußball-Bezirksliga. Welchen Anteil haben Sie persönlich am Aufschwung des SV Dahl/Friedrichsthal?

Natürlich werde ich als Stürmer an meinen geschossenen Toren gemessen, aber nichts geht über die Mannschaft, die mir das alles ermöglicht.


Warum haben Sie sich Anfang 2018 überhaupt dafür entschieden, vom FSV Gerlingen, mit dem Sie 2016 in die Landesliga aufgestiegen sind, zum SV Dahl/Friedrichsthal zurückzukehren. Wenn es schiefgelaufen wäre, und Dahl/Friedrichsthal hätte im Relegationsspiel um den dritten Kreisliga-B-Aufsteiger im Sommer 2018 das Elfmeterschießen gegen Albaum/Heinsberg verloren, wäre es für Sie persönlich vier Ligen runter in die Kreisliga C gegangen?
Ich hatte eine super Zeit in Gerlingen. Für mich war es aber klar, dass ich irgendwann zu meinem Heimatverein zurückkehren werde. Natürlich war es sportlich einen Schritt zurück, aber nach vielen Gesprächen wollte ich mehr Verantwortung übernehmen und mit dem SV Dahl/Friedrichsthal den nächsten Schritt gehen.


Durch die Rückkehr zum Dahl/Friedrichsthal 2018 haben Sie den den Westfalenliga-Aufstieg des FSV Gerlingen in die Westfalenliga im Jahr darauf Jahr verpasst. Haben Sie sich manchmal innerlich ein bisschen darüber geärgert?
Nein. Ich bin immer noch sehr mit dem FSV Gerlingen verbunden und versuche so gut es geht, jedes Spiel zu verfolgen. Ich wohne selber in Gerlingen und habe immer noch viel Kontakt zu den Spielern des FSV Gerlingen. Natürlich habe ich mich über den Gerlinger Westfalenliga-Aufstieg sehr gefreut.


Sie haben 2019 mit dem SV Dahl/Friedrichsthal ja auch einen Aufstieg feiern können. Wann haben Sie im Verlauf der Saison zum ersten Mal gemerkt: Hoppla; das kann mit dem Durchmarsch klappen?
Das war wirklich ein verrücktes Jahr. Mit dem Durchmarsch konnten wir die perfekte Saison krönen. Anfangs sah es ja nicht so aus, aber im letzten Drittel gab es dann doch schon die Hoffnungen, die wird letztendlich auch durchsetzen konnten. Ich denke, dass das Jahr 2019 mit den Aufstiegen der ersten und zweiten Mannschaft in die Geschichtsbücher des SV Dahl/Friedrichsthal eingehen wird.

Wie war das Gefühl, als am letzten Spieltag, am 26. Mai 2019, im „Finale“ gegen den direkten Konkurrenten SV Rahrbachtal das entscheidende Tor fiel und der Aufstieg feststand?

Ein super Gefühl. Es war ein riesiges Spiel für uns. Wenn ich jetzt noch daran denke, wie Philip Halbe das 1:1 verhindert und Michael Kügler im Gegenzug ein Traumtor zum 2:0 erzielt hat. Das war schon erstaunlich. Sportlich war es ein sehr umkämpftes Spiel, das wir am Ende 3:0 gewonnen haben. Dem SV Rahrbachtal drücke ich jetzt die Daumen, dass er in dieser Saison nachzieht.


Welcher Aufstieg war für Sie emotional schöner: der mit Dahl/Friedrichsthal in die Kreisliga A 2019 oder der Landesliga-Aufstieg mit Gerlingen 2016?
Das kann man einfach nicht vergleichen. Gerlingen ist ein Verein, der viel größer und stärker aufgestellt ist. Wir hingegen haben nicht die Kapazitäten und die Größe, dies gleichzustellen. Also muss ich wirklich sagen: Der Aufstieg mit dem ganzen Dorf, mit dem Zusammenhalt und den Jugendspielern war schon ein Highlight. Dies werde ich nie vergessen.


Woran erinnern Sie sich am liebsten, wenn Sie an die zwei Landesliga-Jahre mit Gerlingen zurückblicken?
Definitiv an die gewonnen Derbys gegen den VSV Wenden, FC Altenhof und RW Hünsborn.


Und was war für Sie das negativste Erlebnis in Ihrer bisherigen sportlichen Karriere?
Da muss ich lange überlegen. Letztendlich war die Niederlage mit Gerlingen im Westfalenpokal gegen Oberligist Gütersloh sehr bitter, da wir deutlich besser waren und uns ein Spiel gegen den FC Schalke 04 verbaut haben.


Welcher Trainer hat Sie in Ihrer Karriere besonders geprägt?
Mit Michael Kügler habe ich einen sehr guten Trainer und Partner an meiner Seite, von dem ich sehr viel gelernt habe und auch noch vieles lernen kann.


Was war das schönste Tor, an die sie sich erinnern können?
Das war ganz klar das Tor gegen den FC Altenhof, wo wir letztendlich das Derby gewannen. Das war ein Lupfer aus 30 Metern unter die Latte zum umjubelten 2:0.


Hand aufs Herz: Ihr Ex-Klub FSV Gerlingen könnte sicher einen guten Stürmer vertragen. Gab es Anfragen für eine Rückkehr oder von anderen höherklassigen Vereinen?
Anfragen gab es, aber im Moment versuche ich meine Ziele und die des SV Dahl/Friedrichsthal zu verfolgen.

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