Eishockey

Zweigeteilte DEL startet am 17. Dezember

Grund zum Jubeln haben die Spieler Iserlohn Roosters jetzt schon, schließlich dürfen sie demnächst wieder ihren Berufen als Eishockeyprofis nachgehen.

Grund zum Jubeln haben die Spieler Iserlohn Roosters jetzt schon, schließlich dürfen sie demnächst wieder ihren Berufen als Eishockeyprofis nachgehen.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Die Iserlohn Roosters gehören der Nordstaffel an. Der Spielplan soll „zeitnah“ veröffentlicht werden.

Zwei Anläufe, in die 27. DEL-Saison zu starten, sind in den vergangenen Monaten frühzeitig gescheitert. Jetzt heißt es für alle 14 Klubs: volle Fahrt voraus in die wahrscheinlich härteste Spielzeit des deutschen Eishockeys überhaupt.

Am Donnerstag, 17. Dezember, kommt es zum ersten Bully. Wann, wo und mit wem steht noch nicht fest, denn die Spielplanersteller können erst jetzt ihre Arbeit aufnehmen. Erst gestern Morgen kam mit den Krefeld Pinguinen auch vom letzten noch fehlenden DEL-Klub grünes Licht. Das wurde am frühen Donnerstagnachmittag während einer Pressekonferenz bekanntgegeben, an der neben Liga-Geschäftsführer Gernot Tripcke auch Daniel Hopp in seiner Funktion als stellvertretender DEL-Aufsichtsratsvorsitzender teilnahm.

Die zweite wichtigste Nachricht bezog sich auf den Modus: Wie zu erwarten war, wird die Liga in eine Nord- und eine Südgruppe zu jeweils sieben Teams geteilt. Die Iserlohn Roosters gehören gemeinsam mit den Eisbären Berlin, den Fischtown Pinguins Bremerhaven, der Düsseldorfer EG, den Kölner Haien, Krefeld Pinguine und den Grizzlys Wolfsburg der Nordstaffel an, folglich besteht die Südstaffel aus den Augsburger Panther, dem ERC Ingolstadt, den Adler Mannheim, Red Bull München, den Nürnberg Ice Tigers, den Straubing Tigers sowie den Schwenninger Wild Wings. In den Gruppen wird zunächst eine Doppelrunde absolviert, was jedem Team 24 Spiele garantiert. Je zwei Partien trägt jede Mannschaft zusätzlich gegen die Teams aus der jeweils andere Staffel aus wodurch insgesamt 38 Spiele zu absolvieren sind. Allein dieses Pensum ist innerhalb von 123 Wochentagen bis zum 18. April zu absolvieren. Das heißt: Durchschnittlich jeden dritten Tag stehen die Roosters auf dem Eis. Und wenn sie in ihrer Gruppe mindestens Platz vier erreichen, folgen die ersten Play-offs im Modus Best of three gegen einen Kontrahenten aus der eigenen Staffel.

Zuschauer werden zumindest vorerst nicht dabei sein. Die an Gernot Tripcke gerichtete Frage, wann denn wieder mit Publikum zu rechnen sei, ließ nicht lange auf sich warten. Der Geschäftsführer entgegnete trocken: „Diese Frage gebe ich ans Kanzleramt weiter.“ Dass er so reagieren konnte, erklärte er umgehend: „Durch das unglaubliche Entgegenkommen von Partnern, Gesellschaftern und Spielern rechnen die Klubs erstmal nicht mit Zuschauern, auch nicht mit 20 Prozent. Alles was kommt, ist Bonus, aber wir werden auch versuchen, dass schnellstmöglich die Hygienekonzepte zum Tragen kommen.“

Ob mit oder ohne Zuschauer: Nach derzeitigem Stand und den „nachvollziehbaren Planungen der Klubs“ ist laut Tripcke die Saison gesichert, selbst wenn sie komplett aus Geisterspielen bestehen sollte. Da aber die Pandemie viele Unwägbarkeiten mit sich bringe, könne aber niemand die Hand dafür ins Feuer legen, dass keiner der 14 Klubs in Schwierigkeiten geraten werde. Tripcke begründete das mit potenziellen Einnahmeausfällen, falls Sponsoren Probleme bekommen oder wenn Medienerlöse wegbrechen, falls die Liga doch unterbrochen werden muss. Für den Fall eines weiteren Lockdowns hat die Liga allerdings noch keinen Plan B in der Schublade.

„Ehrlicherweise konnte man vor vier Wochen nicht unbedingt davon ausgehen, dass wir mit allen 14 Klubs an den Start gehen würden“, sagt Wolfgang Brück, der geschäftsführende Gesellschafter der Roosters. Er spürt im Verein wie im Umfeld große Freude, dass bald wieder Eishockey gespielt wird, verweist aber auf ein hartes Stück Arbeit, dass in den kommenden Wochen auf die Verantwortlichen wartet.

Ob Trainingsbetrieb, Einhaltung alle Hygienevorgaben oder Infrastruktur in der Halle, um DEL-Spiele gemäß geltender Regularien durchzuführen: Es gibt viel zu tun. „Aber jetzt wissen alle, worauf sie hinarbeiten. Das ist doch eine ganz andere Motivation,“ versichert der Klubchef. Dass das Gros der Serie in der Nordgruppe bestritten wird, findet er logisch. „Die Reisetätigkeit muss man in diesen Zeiten reduzieren. Und falls doch noch einmal Fans zugelassen werden, freuen die sich natürlich, wenn sie nicht so weit fahren müssen.“

Roosters-Kader soll mehr als 21 Spieler umfassen

Brück kündigt an, dass man auf jeden Fall versuchen werde, den aktuell 21 Spieler umfassenden Kader (drei Torhüter, 18 Feldspieler) zu erweitern. „Sich breiter aufzustellen, ist in der kommenden Saison auf jeden Fall ratsam. Aber für uns wird das ein Spagat, die finanziellen Möglichkeiten sind nun einmal beschränkt.“ Er sagt aber auch: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir einen absolut konkurrenzfähigen Kader beisammen haben werden.“

Zu den ungeklärten Fragen in einer Corona-Saison gehört jene nach möglichen Spielabsagen, wenn es Infektionsfälle in der Mannschaft gibt. Wie viele Akteure muss man aufbieten können, wann sind Absagen und damit verbundene Verlegungen legitim. Den Fall, dass Spiele gegen eine coronabedingt dezimierte Mannschaft gewertet werden, weil sie nicht antreten kann, möchte Brück im Eishockey nicht erleben.

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