Basketball

Trendwende bei Iserlohn Kangaroos mit Luft nach oben

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Die Iserlohn Kangaroos kassierten insgesamt sechs Heimniederlagen – wie auch im Spiel gegen Hamburg.

Die Iserlohn Kangaroos kassierten insgesamt sechs Heimniederlagen – wie auch im Spiel gegen Hamburg.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Das Team befand sich zuletzt im Vorwärtsgang, aber Defizite in der Defensive verhinderten einen besseren Platz.

Die Talfahrt ist gestoppt. Nachdem dem Basketball-ProB-Ligisten Iserlohn Kangaroos in der Hauptrunde der Saison 2019/20 nur sieben Siege gelangen und erstmals keine Abschlussplatzierung erreicht wurde, die zur Teilnahme an den Play-offs berechtigte, ging es in der Serie 2020/21 wieder aufwärts. Elf Siege aus 22 Spielen waren es diesmal. Diese Ausbeute bedeutete Rang acht und die Teilnahme an den Gruppen-Play-offs, die die Liga während der Saison als neuen Modus präsentiert hatte.

Möglicherweise wäre auch noch mehr drin gewesen, doch die vor den Waldstädtern liegenden punktgleichen Teams aus Stahnsdorf und Schwelm profitierten letztlich davon, dass sie ihren direkten Vergleich aus Termingründen nicht mehr austragen mussten. Wie knapp die Abstände zwischen den einzelnen Teams in der Nordgruppe waren, zeigt, dass nur zwei Siege mehr Platz vier bedeutet hätten. Bei vier Erfolgen mehr, wäre man sogar Zweiter gewesen.

Nur gegen Bochum und Münster gelingt kein Sieg

Unter dem Strich gelang es den Kangaroos, mit Ausnahme von Ligaprimus Bochum und Münster, jeden Gegner mindestens einmal zu bezwingen. Dass man am Ende nicht weiter vorne landete, lag aber vor allem an einer mäßigen Hinrunde, in der sich die neu formierte Mannschaft erst finden musste. Von den letzten zehn Partien konnten dagegen sechs gewonnen werden. Ungewohnte Schwächen zeigte die Mannschaft in eigener Halle, wo man sechsmal das Parkett als Verlierer verließ, was aber wohl auch an der fehlenden Atmosphäre lag, denn nur das erste Heimspiel gegen Düsseldorf fand vor Publikum statt. Allerdings durften hier nur 200 Zuschauer dabei sein.

Auf der anderen Seite siegte die Mannschaft aber in sechs Auswärtspartien, was definitiv positiv zu bewerten ist. Dennoch gab es hier auch die deftigste Pleite: Anfang Januar beim 66:105 in Wedel, das allerdings nur in diesem Spiel in absoluter Top-Besetzung inklusive A-Nationalspieler Hollatz antrat.

In den folgenden Gruppen-Play-offs kam schließlich noch der letztlich bedeutungslose Heimsieg gegen Ulm hinzu. Zuvor hatte das Team in Dresden einen möglichen Sieg aus der Hand gegeben und anschließend in Bitterfeld dem Druck nicht Stand gehalten, unbedingt gewinnen zu müssen. Mit im Schnitt nur 79 erzielten Punkten (85,6 in der Hauptrunde) erreichte man die eigenen Möglichkeiten in diesen Partien nicht.

Das auch hier am Ende vorherrschende Gefühl, dass mehr drin gewesen wäre, lässt sich mit vielen Zahlen belegen. Im Ligavergleich belegen die Kangaroos in vielen Sparten den zweiten Platz. Hinter Bochum (57,5 Prozent) weist man die zweitbeste Trefferquote bei den Zweiern auf (55,7), hinter Münster (40,3) die zweitbeste Erfolgsbilanz bei den Dreiern (35,9). Mit Bochum teilen sich die Iserlohner aus dem Feld mit 47 Prozent die beste Trefferquote, und auch bei den Freiwürfen liegt die Mannschaft hinter Itzehoe (76,0) auf Platz zwei (74,2).

Im Ligavergleich in vielen Sparten auf dem zweiten Platz

Bei den Assists, einem Indikator für mannschaftliches Zusammenspiel, liegen die Kangaroos mit 479 ebenfalls auf Rang zwei hinter Bochum (569). Im Wesentlichen wurde die Offensivkraft der Waldstädter, die in der Hauptrunde im Schnitt 85,6 Punkte pro Partie erzielten, vom Quartett Graham, Prostran, Hübner und Möller getragen. Anfällig zeigten sich heimischen Korbjäger dagegen in der Defensive. 86,2 Zähler kassierte das Team in den ersten 22 Partien. Eine effektive Defensive sieht anders aus, und gemessen an früheren Jahren kommt das beinahe einem Dammbruch gleich.

Diese Defizite zeigten sich auch in der Reboundstatistik. Mit 798 abgegriffenen Bällen belegte die Mannschaft lediglich Platz elf in der Nordgruppe. Maßstäbe setzte hier Düsseldorf mit 980 Bällen. Kein Grund für Freudensprünge ist auch die Zahl der Ballverluste. Mit 334 rangiert man zwar auf Rang sechs im Mittelfeld, doch in vielen Partien waren die verlorenen Bälle der Hauptgrund für die Niederlage. Bochum wies als Erster einen Wert von 303 auf.

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