Corona-Krise

Stufenpläne müssten überarbeitet werden

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Sie hoffen noch auf grünes Licht für ihre Saison: Die Skaterhockey-Spieler von Samurai Iserlohn. Dazu zählt nicht nur das Bundesliga-Team, sondern auch die ehemalige Bambini-Mannschaft.

Sie hoffen noch auf grünes Licht für ihre Saison: Die Skaterhockey-Spieler von Samurai Iserlohn. Dazu zählt nicht nur das Bundesliga-Team, sondern auch die ehemalige Bambini-Mannschaft.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Schutzverordnungen enthalten nur noch grobe Regeln für den Sport. Thorsten Schick rechnet mit Durchbruch.

Immer wenn eine neue Corona-Schutzverordnung in Kraft tritt, beginnen die Mitarbeiter des Landessportbundes zu rotieren. Die für den Sport relevanten Einschränkungen und Möglichkeiten werden herausgefiltert und zumeist in einer Tabelle dargestellt, was nebenbei auch den Vergleich mit vorangegangenen Schutzverordnungen erleichtert.

Dabei wird auf den ersten Blick deutlich, dass die allgemeine Perspektive schon einmal besser und ausgereifter war. Zu Beginn dieses Jahres erstellte der LSB nach niedersächsischem Vorbild einen Fünf-Stufen-Plan, aus dem hervorging, was bei welchen Inzidenzwerten wieder erlaubt sein sollte – angefangen vom kontaktfreien Sport und freiem Himmel über die Öffnung der Sporthallen bis zur Aufhebung aller Einschränkungen. Was ab welchem Inzidenzwert erlaubt wird, hätte die Politik festlegen sollen.

Niedrige Inzidenzwerte werden nicht mehr erwähnt

Das Ganze erhielt Anfang März nach Gesprächen zwischen Bund und Ländern tatsächlich einen offiziellen Rahmen. Sport sollte gemäß der fünf Öffnungsschritte ab einem Inzidenzwert unter 100 draußen wieder kontaktfrei erlaubt sein, in Hallen und geschlossenen Räumen sollte die Einhaltung des Abstandes weiterhin gelten, bis der Inzidenzwert unter 50 fällt. Doch auch in der seit Montag gültigen Schutzverordnung wird nur noch zwischen Inzidenzwerten unter und über 100 unterschieden sowie Erlaubnisse in Breiten- und Leistungssport unterteilt. Immerhin: Ausnahmen, von denen zuletzt Kinder bis 13 Jahre profitierten, gelten nun für Kinder bis 14 Jahre.

Wieso aber die detaillierten Pläne auf der Strecke geblieben sind, erschließt sich auch dem Kreissportbund Märkischer Kreis nicht. Dessen Geschäftsführer Sebastian Pahlke fühlt sich an das „Schweigen im Walde“ erinnert und bestätigt, dass sich zu den Plänen aus der jüngeren Vergangenheit nicht mehr geäußert wurde. „Man hat das Gefühl, dass es momentan nur noch um ein ,herüberrobben’ in die Sommerferien geht, weil die Saison in fast allen Sportarten abgebrochen wurde.“ Im Handball, Tischtennis, Basketball, Volleyball oder Rollhockey gibt es tatsächlich keinen Druck mehr, eine Saison durchprügeln zu müssen. Aber die Skaterhockeyspieler warten sehnsüchtig auf grünes Licht. Die Hoffnung, einen Meister 2021 zu ermitteln, ist noch nicht aufgegeben. Was Pahlke deutlich wahrnimmt, ist eine allmähliche Spaltung der Sportfamilie, weil die in Aussicht stehenden Perspektiven so unterschiedlich sind.

Thorsten Schick, der heimische CDU-Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Stadtsportverbandes Iserlohn, hat auf Nachfrage gesagt, dass die bekannten Stufenmodelle, von denen der LSB-Vorschlag nie von der Politik ratifiziert wurde, nicht in Vergessenheit geraten sind, es aber entscheidende Entwicklungen und Veränderungen gegeben hat. „Vieles muss man im Lichte anderer Verordnungen sehen. Dazu werden wir in dieser Woche einen wesentlichen Schritt voran kommen, denn es wird darüber entschieden, wie mit Geimpften, Genesenen und Getesteten umgegangen wird. In einem zweiten Schritt sollte dann festgelegt werden, was das für Bereiche wie Gastronomie, Kultur und Sport bedeutet. Unmittelbare Auswirkungen auf den Sport sind aber in dieser Woche noch nicht zu erwarten.“

Vor diesem Hintergrund hält es Schick nicht für ratsam, alte Pläne wieder hervor zu holen. Stattdessen sollten Erfahrungen, die jetzt in verschiedenen Modellprojekten zur vorsichtigen Lockerung gemacht werden, schnellstmöglich auf das große Ganze übertragen werden. Grundsätzlich ist der Landtagsabgeordnete zuversichtlich. „Die Quote der Erstgeimpften in NRW beträgt inzwischen 30 Prozent, und sofern sie notwendig ist, erhalten bereits immer mehr Menschen ihre Zweitimpfung. Unsere Krankenhäuser weisen zwar weiterhin eine hohe Belegung auf, aber wir sehen Licht am Ende des Tunnels.“

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